23.05.2019 - 17:20 Uhr
AmbergOberpfalz

Minister Gerd Müller in Amberg: Werben für Afrika

Innovatives Gesprächsformat, unkonventionelle Statements: Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) diskutierte am Donnerstag mit Ambergern über eine bessere Welt - von Fair-Trade bis erneuerbare Energie.

von Uli Piehler Kontakt Profil

Franz-Josef Strauß hat ihn als Beamten wegen einer forschen politischen Äußerung einst ans Landratsamt Amberg-Sulzbach strafversetzt. Jetzt kehrte Gerd Müller als Entwicklungsminister zurück nach Amberg. Er kam in die Gaststätte Alte Kaserne, um im Vorfeld der Europawahl nicht nur für die "Schwarzen" in Bayern, sondern auch den "Schwarzen Kontinent" Afrika zu werben. Er sei sich mit dem CSU-Spitzenkandidaten Manfred Weber einig, dass die EU künftig einen Afrikakommissar brauche, denn der Kontinent entwickle sich rasant. Die Bevölkerung werde sich bis 2050 verdoppeln. "Sehen Sie das nicht als Bedrohung, sehen Sie das als Chance", sagte Müller.

In den nächsten zehn Jahren werde in Afrika so viel gebaut, wie in Europa seit 100 Jahren, erklärte der Minister. Der Kontinent brauche die Energie von 1000 Kohlekraftwerken. Jetzt komme es darauf an, die Weichen zu stellen, dass die Energie eben nicht aus Kohle, sondern aus erneuerbaren Quellen gewonnen werde. "Für das Weltklima ist das entscheidend", sagte Müller. Der Minister warb für Investitionen in Afrika und stellte ein Förderprogramm für investitionswillige mittelständische Unternehmen in Aussicht. Es werde höchste Zeit dafür: "Die Ignoranz in Brüssel muss durchschlagen werden."

Der CSU-Kreisverband Stadt hatte zu dem Gespräch im sogenannten "Fishbowl-Format" eingeladen. Soll heißen: Die Zuhörer bilden einen Stuhlkreis, in der Mitte sitzt der Experte und wer eine Frage stellen will, setzt sich auf den leeren Stuhl neben ihm. Ganz so setzten Kreisvorsitzende Michaela Frauendorfer und ihr Stellvertreter Matthias Schöberl das Vorhaben nicht um. Weil es so eng im Saal war, genügte ihnen der Stuhlkreis. Teilgenommen haben Vertreter von Verbänden und Vereinen, unter anderem die Projekthilfe Dr. Luppa, die Steuerungsgruppe Fair-Trade-Stadt, der Bauernverband und die Flüchtlingsberatung der Caritas. Mit dabei war CSU-Europakandidat Christian Doleschal aus Brand (Kreis Tirschenreuth). Ein ausführlicher Bericht folgt.

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