Amberg
01.07.2019 - 11:36 Uhr

Mitfahrbankerl und "Auerbecher": Landkreis prämiert nachhaltige Projekte

50 000 Euro stellt der Kreistag jährlich für Förderprojekte nach der "Richtlinie Nachhaltigkeit" zur Verfügung. Nun hat Landrat Richard Reisinger die ersten sechs prämierten Aktionen vorgestellt.

von usc
Anstelle von Urkunden gab es Rosenstöcke für die ersten Förderprojekte „Richtlinie Nachhaltigkeit“ im Landratsamt (von links): Bernhard Hinteregger (Vorsitzender CSU Auerbach), Klaus Riede (CSU Auerbach), Melanie Hahn (Leiterin Umweltstation Ensdorf), Landrat Richard Reisinger, Regionalmanagerin Maria Regensburger, Barbara Ströll (Ökomodellregion Amberg-Sulzbach/Amberg), Marco Kleindienst (Darwin Communication) sowie Silke Haller und Bürgermeister Roger Hoffmann (Gemeinde Poppenricht). Bild: usc
Anstelle von Urkunden gab es Rosenstöcke für die ersten Förderprojekte „Richtlinie Nachhaltigkeit“ im Landratsamt (von links): Bernhard Hinteregger (Vorsitzender CSU Auerbach), Klaus Riede (CSU Auerbach), Melanie Hahn (Leiterin Umweltstation Ensdorf), Landrat Richard Reisinger, Regionalmanagerin Maria Regensburger, Barbara Ströll (Ökomodellregion Amberg-Sulzbach/Amberg), Marco Kleindienst (Darwin Communication) sowie Silke Haller und Bürgermeister Roger Hoffmann (Gemeinde Poppenricht).

Reisinger unterstrich die Bedeutung der fünf Handlungsfelder im Leitbild des Landkreises und des Preises. Es soll kein theoretisches Leitbild bleiben: Vielmehr sollen sich daraus praktische Projekte ableiten lassen. Reisinger sprach von Leuchtturmprojekten, die auch finanziell gefördert werden. "Hinter Ihrer Teilnahme steckt Passion", lobte Reisinger die Vertreter der prämierten Projekte.

Maria Regensburger, die Regionalmanagerin des Landratsamts, dankte den Teilnehmern dafür, dass sie das Leitbild nach außen tragen. Gleichzeitig ermunterte sie dazu, sich mit neuen Projekten zu bewerben.Prämierte

Projekte

Zu den sechs ersten geförderten Projekten gehört der "Pflanzenlehrpfad - Wilde Küche" der Umweltschule im Kloster Ensdorf. Sie ist ab Herbst Kooperationspartner der Gundermann-Naturerlebniskunde in Meerbusch/Nordrhein-Westfalen, eine der führenden Naturerlebnisschulen in Deutschland zur Zertifizierung von Kräuterpädagogen. Das Angebot richtet sich an Erwachsene. Die Kräuterpädagogen in Ausbildung legen beispielsweise Lehrpfade für die Lebensräume Wasser, Wiese, Hecke und Wald an. Für das Projekt gab es eine Förderung von 1000 Euro.

Die CSU in Auerbach hat Mehrwegbecher für jeweils 1,50 Euro angeschafft und sie "Auerbecher" getauft. Sie gab diese zum Selbstkostenpreis an Cafés und Unternehmen in Auerbach weiter. Die Namen der Firmen und die Logo des Rathauses sowie des Landkreis-Leitbildes sind aufgedruckt. Das Projekt wird ebenfalls mit 1000 Euro bedacht.

"Innerorts mobil" nennt sich eine Aktion in Poppenricht: Mobil eingeschränkte Personen, wie Senioren oder Familien ohne Auto, können hier per Anhalter mitgenommen werden. Dazu werden vorhandene Bänke als Mitfahrerbankerl gekennzeichnet, wie Bürgermeister Roger Hoffmann erläuterte. Auch dafür gab es 1000 Euro Förderung.

In Weigendorf lässt man Gärten, Wiesen, Brachflächen und ungenutzte Flächen bepflanzen. Dazu beschafft die Gemeinde heimisches Saatgut und Zwiebeln. Der Schwerpunkt liegt im Bereich der Bundesstraße 14 und der Kreisstraße 38 ins Lehenbachtal. Geplant sind hier Kooperationen mit dem Kindergarten, aber auch mit Privatpersonen. Weitere 1000 Euro gab es dafür.

Das fünfte geförderte Projekt nennt sich "MehrWertschöpfung": Bio-Getreide für mehr Ökolandbau und ein vielfältiges Bäckerhandwerk in der Ökomodellregion Amberg/Amberg-Sulzbach. Bäckereien können bei den Zertifizierungskosten für Bio-Siegel unterstützt werden. Fünf Bäcker verwenden bislang Biogetreide aus ökologischen Landbau. Dieses Projekt unterstützte der Kreistag mit 960 Euro.

Schließlich fördert der Landkreis einen Trockenmauer-Kurs des Nürnberger Landschaftsforums in Lehendorf (Etzelwang). Dabei geben Fachleute Anleitungen zum Anlegen und Reparieren von historisch bedeutsamen Trockenmauern. Sie sind ein typisches Element für Bauerngärten und Lebensraum für Eidechsen, Insekten und bestimmte Pflanzen. Die Förderung: 960 Euro (80 Prozent).

 
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