28.01.2019 - 11:28 Uhr
AmbergOberpfalz

Vom Monte Kaolino nach Peru

Für Sandboarder ist der Monte Kaolino in Hirschau ein Eldorado. Seit vielen Jahren steht Manuel Ries dort auf seinem Sandboard und hat mit Erfolg an zahlreichen Meisterschaften teilgenommen. Jetzt geht es nach Südamerika.

Manuel Ries (Mitte) freut sich : Gratulation im Wasserbecken nach dem Sieg in der Disziplin Boardercross im Juli 2018 am Monte.
von Andreas Hahn Kontakt Profil

ONETZ: Der Countdown läuft – wann geht’s los?

Manuel Ries: Los geht’s mit dem Flug am 31. Mai. Der Wettbewerb selbst startet am 3. Juni und dauert bis zum 8. Juni. Am 12.Juni geht es wieder zurück nach Hause. Eigentlich sollten meine Frau Iris und meine beiden Töchter Rosalie (5) und Annie (3) mitkommen, aber bei zwölf Stunden Flug und nochmal 300 Kilometern im Bus quer durch Peru wäre das für die Kinder zu stressig geworden. Es sind allerdings noch zwei andere Sandboarder, die in anderen Disziplinen gewonnen haben, dabei – sogar im selben Flieger.

ONETZ: Worldcup in Peru – geht damit ein großer Traum in Erfüllung?

Manuel Ries: Ja, solange ich am Sandboard stehe, ist das schon immer mein größter Traum gewesen, mal in den Dünen fahren zu können. Nun geht er endlich in Erfüllung. Ich freue mich riesig.

ONETZ: Welche Disziplinen stehen an? Gehen Sie überall an den Start?

Manuel Ries: Es gibt den Boardercross, den ich 2018 bei uns gewonnen habe, dann Slalom und Slopestyle. Ich werde eigentliche alle mitfahren, wobei ich mir beim Slopestyle nicht ganz sicher bin. Ich bin ja doch schon 40 dann. (grinst) Das werde ich dann vor Ort entscheiden.

Perfekte Haltungsnoten, grober Sand und strahlend blauer Himmel: Manuel Ries am Monte Kaolino in Hirschau.

ONETZ: Seit wann fahren Sie überhaupt Sandboard?

Manuel Ries: Das erste Mal war ich 1998 am Brett gestanden – am Sand. Snowboard fahre ich schon seit 1995. Meine erste Teilnahme bei einer Sandboard-WM war 1999.

ONETZ: Wie viele Bretter besitzen Sie?

Manuel Ries: Ich hab drei Sandboards. Die gehen eigentlich nicht kaputt, weil man immer wieder Beläge drauf macht. Und da halten die recht lang.

ONETZ: Wie oft in der Woche oder im Monat fahren Sie am Monte?

Manuel Ries: Eigentlich immer nur, wenn die Meisterschaften am Monte sind. Da treffen wir uns meistens vier Wochen vorher zum Training. Sonst eigentlich das ganze Jahr nicht.

ONETZ: Gibt es eine vergleichbare Location bzw. sind Sie schon mal anderswo auf Sand gefahren?

Manuel Ries: Nein, leider nicht. Bislang nur am Monte. Bei uns hier gibt es nix anderes. Wenn, dann wirklich nur in Südamerika. Der Sand hier bei uns ist auch relativ grob und rau. In Peru hingegen ist er sehr fein und verpresst. Und das wird eine große Umstellung für mich werden.

ONETZ: Sie haben den Monte direkt vor der Haustür – woher kommen andere Sandboarder?

Manuel Ries: Ja, ich wohne zwar in der Nähe, aber öfter zum Fahren bin ich auch nicht dort. Zu WM -Zeiten waren die Sportler aus der ganzen Welt zu Gast hier. Jetzt sind es überwiegend Deutsche, Schweizer, Österreicher, Holländer und eben auch einer aus Peru kommt immer.

ONETZ: Ist es Luxus, einen Sandberg als Sandboarder vor der Haustür zu haben?

Manuel Ries: Eigentlich ja, aber was man direkt vor der Haustüre hat, nutzt man halt oft einfach auch nicht.

ONETZ: Ist das Board auf Sand das gleiche wie auf Schnee?

Manuel Ries: Das Board an sich ist gleich. Wir machen nur für den Sand am Monte eine spezielle Kunststoffplatte drauf. Die wird mit doppelseitigem Klebeband aufgeklebt. Als kleine Beschleunigung kommt noch Cockpit-Spray drauf. In Peru läuft das dann anders: Da kleben wir dann Resopal drauf. Und dann wird mit ganz einfachem Kerzenwachs gewachst.
Es ist auch so, dass der Sand natürlich ne viel höhere Reibung hat, man braucht extrem viel Rückenlage. Es ist eher vergleichbar mit nassem Tiefschnee.

ONETZ: Stehen denn Ihre Töchter auch schon auf dem Board?

Manuel Ries: Wir probieren das schon immer wieder mal aus. Noch sind sie da a bisserl zu klein, aber ich denke demnächst wird die Große schon mal in meine Fußstapfen treten.

ONETZ: Bereiten Sie sich besonders auf Peru vor?

Manuel Ries: Ja, schon. Das ist schon ein wenig anders als am Monte. Man muss auch zu Fuß aufsteigen. Es gibt da dann keinen Lift. Und da werde ich am Monte dann immer mal hochlaufen mit dem Board am Rücken und die Piste abfahren. So erreiche ich hoffentlich meine Fitness. Ich werde ja auch der älteste Teilnehmer in Peru sein.

ONETZ: Was waren bislang Ihre größten Erfolge?

Manuel Ries: Also bei der Sandboard-WM 3. Platz im BigAir im Jahr 2001, der 1. Platz im BigAir 2004, der 3. Platz im Slopestyle 2007, beim Sandspirit am Monte dann Platz 3 im Boardercross 2016 und eben der Sieg im Boardercross 2018.

ONETZ: Abschlussfrage: Wann sind Sie das letzte Mal Ski gefahren?

Manuel Ries: Das war im letzten Winter mit meinen Kindern. Das hat sogar mal wieder richtig Spaß gemacht.

Weitere Artikel zum Thema Sandboarding

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Nachrichten per WhatsApp und Facebook Messenger

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.