14.04.2019 - 14:29 Uhr
AmbergOberpfalz

Musikalischer Beitrag zur Woche gegen Rassismus

Es war ein begeisternder Beitrag zur Woche gegen den Rassismus. Der Multichor der Sing- und Musikschule Sulzbach-Rosenberg trat in der Synagoge in Amberg auf.

Der Multichor der Städtischen Sing- und Musikschule Sulzbach-Rosenberg begeisterte
von Autor MMAProfil
Der Multichor sang sich in der Synagoge in die Herzen der vielen Zuhörer

Der Multichor der Städtischen Sing- und Musikschule Sulzbach-Rosenberg begeisterte im Vortragssaal der israelitischen Kultusgemeinde mit hebräischen Liedern und Weltmusikkompositionen.

Programmatisch eröffnete das israelische "Shalom Aleichem", dem der arabische Friedensgruß "Assalam Aleikum" und das "Salem, Salem" aus Namibia folgten, sowie der Appell "Freedom is sweet" von Duke Ellington. Zweimal brachten die 21 Frauen und elf Männer das "Dodi li" aus dem Hohen Lied der Liebe aus dem Alten Testament zu Gehör, einmal in seiner ursprünglichen und einmal in einer modernen Version. Drei Ninguns, geistliche Lieder ohne Texte, welche aus Lautfolgen bestehen, halfen dem Chor und auch den Zuhörern, den Kopf frei zu machen.

Frische, frei gesungene Lieder aus Sibirien, der Mongolei, aus Ghana, Georgien und Südafrika amüsierten und überzeugten, nicht zuletzt durch manche Hintergrundgeschichte von Chorleiter Franz-Xaver Reinprecht. Auch deutsche Lieder wie das jiddische "Mei Ruheplatz" von Morris Rosenfeld oder André Hellers Lied über Leon Wolke, einen der wenigen Überlebenden des Vernichtungslagers Treblinka, erinnerten an jene unvergessenen Verbrechen an den jüdischen Mitbürgern. Lieder aus der Gründerzeit Israels erzählten von neuer, großer Hoffnung, Mut und dem Einsatz der Pioniere. Auch Volksgut wie "Meine vier Wände" von Rio Reiser oder das "Fein sein, beinander bleibn" kamen durch ihre sensible, ehrliche Art bestens an.

Nach einem wahren Wechselbad der Gefühle zwischen Trauer, Schmerz und Gottvertrauen endete das fast 180-minütige Programm mit einem fröhlichen afrikanischen Willkommenslied, zu dem der Chor stampfte, klatschte und rhythmisch mitschwang. Ursula Dümmler, Katrin Reinprecht und Norbert Dimper setzten zudem immer wieder stimmliche Glanzlichter mit Soloeinsätzen. Langanhaltender Applaus entließ alle bestens gestimmt in den sonntäglichen Abend.

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