20.07.2018 - 18:08 Uhr
AmbergOberpfalz

Nach Nato-Plänen nun Zoll-Variante

Vollzug kann Alois Karl nicht melden. Der Neumarkter Bundestagsabgeordnete von der CSU spricht aber von "sich verdichtenden Anzeichen", dass es schon im nächsten Jahr eine Nachfolgenutzung für die Leopoldkaserne geben könnte.

Abschied von der Panzerbrigade 12 im März dieses Jahres. Künftig finden Zeremonien der Bundeswehr in Cham statt.

(tk) Seit dem im März erfolgten Auszug des Stabs der Panzerbrigade 12 Oberpfalz seien verschiedene Akteure um eine Lösung für die Zukunft bemüht gewesen. Er selbst, sagte Karl am Freitagmittag, befinde sich mit Oberbürgermeister Michael Cerny und CSU-Landtagsabgeordnetem Harald Schwartz seit geraumer Zeit in intensiven Gesprächen. Nachdem sich die theoretische Chance, in Amberg ein Nato-Zentrum für Transport und Logistik anzusiedeln, zerschlagen hat ("Das ist vom Tisch. Das ist schon entschieden."), habe er nun die Leopoldkaserne als Standort für eine Ausbildungsstätte der Bundeszollverwaltung ins Spiel gebracht.
Wie Alois Karl eigenen Aussagen zufolge in Berlin erfahren hat, will Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) zusätzlich rund 300 Ausbildungsplätze schaffen. Hinzu kämen 50 weitere Stellen für Lehrkräfte und Mitarbeiter. Ein erstes Gespräch, das Karl mit dem für die Beteiligung an Bundesimmobilien zuständigen Finanzstaatssekretär Werner Gatzer geführt habe, sei positiv verlaufen. Auf konkretere Inhalte ging der 67-Jährige am Freitagmittag nicht ein.

Gespräch am 1. August

Doch schon am Mittwoch, 1. August, möchte Karl nachlegen. An diesem Tag sei ein Gespräch mit der Parlamentarischen Finanzstaatssekretärin Christine Lambrecht terminiert. Zusätzlich habe er Finanzminister Olaf Scholz in einem Schreiben auf die Vorteile der Amberger Kaserne hingewiesen. Sie habe eine eigene Schießanlage, die auch für die Zoll-Ausbildung im mittleren Dienst vonnöten sei. Zudem handle es sich um eine Bestandsimmobilie, die über die erforderlichen Lehrsäle und andere wichtige Räume verfüge. Natürlich müssten bauliche Veränderungen vorgenommen werden. Diese bis zum geplanten Einzugstag 1. August 2019 beendet zu haben, sei ehrgeizig, aber machbar. Zumal OB Michael Cerny zugesagt habe, dass sich die Stadt im Rahmen ihrer Möglichkeiten einbringen werde, falls Amberg den Zuschlag erhalten sollte.
Was Alois Karl wichtig ist: Mit den Behördenverlagerungen und dem neuen Landesamt für Pflege habe der Freistaat Amberg nach dem Bundeswehr-Aus bereits geholfen, jetzt sei auch Berlin gefordert. Schließlich handle es sich bei der Leopoldkaserne nicht um eine Liegenschaft des Freistaats. Zuvor hatte schon der Weidener SPD-Bundestagsabgeordnete Uli Grötsch mitgeteilt: "Die Zollverwaltung sucht aktuell nach geeigneten Liegenschaften, die ab Mitte 2019 als Aus- und Fortbildungszentrum genutzt werden könnten. Der Standort Amberg wäre dafür geradezu prädestiniert." Den Hinweis des Sozialdemokraten, dass es jetzt wichtig sei, über die Parteigrenzen hinweg für die neue Nutzung zu werben, nimmt Alois Karl auf: "Das kann durch aus eine konzertierte Aktion werden." Es gehe bei einer Nachfolgenutzung für die Leopoldkaserne nicht um Parteizugehörigkeiten, sondern darum, "das Beste für Amberg" zu erreichen: "Wir können das gerne miteinander betreiben." In diesen Kreis bezieht der Bundestagsabgeordnete auch Finanz- und Heimatminister Albert Füracker mit ein.

Mehr als Gedankenspiel

Auf die Frage, ob es sich wie im Falle des Nato-Zentrums um ein Gedankenspiel handeln könnte, das für Amberg gar nicht infrage kommt, antwortete Karl: "Das sind mehr als Absichtserklärungen. Es gibt schon Anzeichen des Sichverdichtens." Der CSU-Politiker sagt vor diesem Hintergrund auch: "Ich bin hoffnungsfroh, dass Amberg einer der Standorte werden kann." Die Konkurrenz heiße diesmal nicht Ulm, aber Leipzig, Bonn, Bad Honnef und Bamberg. Denkbar sei zudem, dass das zuständige Bundesfinanzministerium die neu zu schaffenden Stellen auf zwei Städte verteilt.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.

Nachrichten per WhatsApp