24.07.2019 - 14:13 Uhr
AmbergOberpfalz

Der neue Amberger Pioniersteg ist da

Fast 18 Tonnen ist das Brückenteil schwer, das der Kran elegant und passgenau über den Stadtgraben hinweg einschwenkt. Der neue Pioniersteg ist da - und zahlreiche Amberger wollen live dabei sein am Mittwochvormittag.

Der erste Teil des neuen Pionierstegs ist schon eingebaut, jetzt schwebt der zweite ein. Für den großen Kran im Stadtgraben war es ganz schön eng, vom Kranführer Präzisionsarbeit gefragt.
von Andreas Ascherl Kontakt Profil

Ende 2016 gab das Baureferat den Kampf mit dem hölzernen Pioniersteg auf. Nachdem im Frühjahr eine Person auf dem beliebten Verbindungsweg zwischen Altstadt und Eisberg eingebrochen war, hatte man es eine Zeitlang noch mit Flickschusterei versucht. Letztendlich vergeblich, der Pioniersteg war nach nur wenigen Jahren ein Fall für die Motorsäge. Die Frage war nun, ob und wie er ersetzt werden sollte.

Holz oder Cortenstahl, lautete die Wahl. Während die eine Hälfte - oder genauer gesagt: etwas mehr als die Hälfte - der Stadträte einmal etwas Neues probieren wollte und für das selbstrostende Corten plädierte, setzte die andere Hälfte wieder auf Holz. Die eiserne Fraktion setzte sich durch, im Herbst 2018 war Baubeginn.

Allerdings nicht für die Brücke. Denn vor dem Einhub des Stegs musste erst einmal die Stadtmauer in diesem Bereich überholt werden. Elf Kubikmeter Mauerwerk wurden ergänzt und auf einer Fläche von 320 Quadratmeter sanierten die Baumeister die Fugen und Risse in der Zwingermauer. Zusätzlich musste das Mauerwerk mit rund 40 Metern Stahlarmierungen, den sogenannten Nadelankern, stabilisiert werden.

Verrottet Auflager

Hier geht es zum Video

Deutlich zeigte sich bei diesen vorbereitenden Arbeiten, dass die alten Auflager, auf denen der alte Pioniersteg gelegen hatte, völlig verrottet waren. Sie waren einst einfach an den Zwinger hingemauert und statisch instabil geworden. Die neuen Lager auf beiden Seiten des Stadtgrabens mussten anschließend betoniert und armiert werden. Gleichzeitig zu diesen vorbereitenden Arbeiten stellte die Firma Mühlbauer Stahlbau in Furth in Wald die eigentliche Brücke her. Aufmerksamen Beobachtern wird auffallen, dass die neue jetzt nicht mehr genauso liegt wie die alte. Sie quert auf einer Gesamtlänge von rund 30 Metern schräg den Stadtgraben, was laut Norbert Füger, dem Leiter des städtischen Hochbauamts damit zu erklären ist, dass man die Länge gebraucht hat, um das Bauwerk und die Anschlusswege auch barrierefrei in der vorgeschriebenen maximalen Steigung von fünf Prozent hinstellen zu können.

Aus diesem Grund müssen auch die Anschlusswege neu gestaltet und die alten Ein- und Ausbauten entfernt werden, bevor die Brücke endgültig fertig sein wird. Laut Zeitplan dauert das Verschweißen der beiden Brückenteile, das Anbringen des Handlaufs, die Montage der Seile für das Geländer und die Arbeiten am Brückenbelag noch drei bis vier Wochen. Ende Oktober soll dann alles fertig sein. Dann hat die Brücke inklusive aller Baumeisterarbeiten und Nebenkosten rund 1,4 Millionen Euro gekostet. Den Betrag für die Brücke selbst samt Widerlager beziffert die Stadt auf rund 840 000 Euro.

Hier gibt es die Bilder vom Pioniersteg

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.