20.09.2019 - 13:10 Uhr
AmbergOberpfalz

Der neue Amberger Radverkehrsplaner ist schon wieder weg

Draußen scheint die Sonne, ein milder Septembertag lädt förmlich zum Radeln ein. Doch Radfahrer haben es schwer in Amberg. Zwar hinterlässt das Radverkehrskonzept erste Spuren in der Altstadt. Doch es gibt einen personellen Verlust

von Andreas Ascherl Kontakt Profil

Aufmerksamen Zwei- und Vierradfahrern ist es schon aufgefallen: An der Ecke Seminargasse/Lange Gasse ist ein kleiner Schutzbereich für die Radfahrer markiert. Radfahrer dürfen von der Georgenstraße kommend die Lange Gasse neuerdings entgegen der Einbahnstraße befahren. Damit sie von Linksabbiegern aus der Seminargasse nicht auf die Haube genommen werden, wurde dieser spezielle Bereich vor einiger Zeit eingezeichnet.

Die Planer meinen es gut, so richtig in Fahrt kommt das Radverkehrskonzept aber auch im Jahr zwei seit seiner einstimmigen Verabschiedung im Stadtrat nicht. Der erst vor kurzem neu eingestellte Verkehrsplaner mit Schwerpunkt Radverkehr müsse die Handlungsempfehlungen des Konzepts zunächst auf ihre konkrete Umsetzbarkeit prüfen, hieß es bisher.

Doch inzwischen hat dieser spezielle Verkehrsplaner, Sven Daleiden-Lorper, nach Informationen von Oberpfalz-Medien seinen Vertrag mit der Stadt Amberg wieder gekündigt. Susanne Schwab, die städtische Pressesprecherin, bestätigt das auf Nachfrage. Tatsache sei sogar, dass Daleiden-Lorper schon nicht mehr in Amberg arbeite - aus persönlichen Gründen übrigens, weil er in Nürnberg wohne und in Erlangen eine neue, wohnortnahe Anstellung gefunden habe. "Er hat natürlich bereits sehr viel vorgearbeitet", sagt Susanne Schwab mit der Hoffnung, der oder die Nachfolger werden nahtlos auf das bereits Erarbeitete zurückgreifen können.

Es dürfte also erneut zu personell bedingten Verzögerungen in der Umsetzung des Konzepts kommen, abgesehen von den relativ geringen Summen, die bisher dafür in den städtischen Haushalt eingestellt waren. Das mit der Erstellung des Radverkehrskonzepts beauftragte Büro Planungsgemeinschaft Verkehr PGV-Alrutz aus Hannover hatte den Aufwand für die Umsetzung aller 179 Handlungsempfehlungen mit knapp zehn Millionen Euro, verteilt auf zehn Jahre, beziffert.

CSU-Fraktionsvorsitzender Dieter Mußemann wollte übrigens schon im Dezember 2017 bei der Verabschiedung des Konzepts im Stadt wissen: "Was bewegen wir 2018?". Die Antwort: Nicht viel, sieht man von der Errichtung der neuen Fahrradständer in der Altstadt absieht. Und 2019? Im Juli beschloss der Verkehrsausschuss, zunächst einmal für ein Jahr auf Probe, einige Einbahnstraßen im Stadtgebiet für den Radverkehr auch entgegen der Fahrtrichtung freizugeben. Unter anderem trifft das auf die Bäumlstraße im Dreifaltigkeitsviertel zu.

Im Zuge dieses Beschlusses wurde auch die Lange Gasse entsprechend beschildert und mit der Schutzzone versehen. Weiterhin frei gegeben sind die Jesuitenfahrt, die Fronfestgasse und die Zehentgasse. Fahrradständer wurden und werden übrigens auch im Jahr 2019 an verschiedenen Stellen in der Altstadt gebaut. Für die Jahre 2019 bis 2021 sind nach Auskunft der Stadt Amberg auf Anfrage eines Bürgers im Online-Portal "Frag den Staat" 100 000 Euro für die Umsetzung des Radverkehrskonzepts im Haushalt vorgesehen. Für die Sanierung von Straßen würde im gleichen Zeitraum rund eine Million Euro aufgewendet, schreibt der unbekannte Mitarbeiter in der Antwort.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Aktuell und Wissenswert

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.