(exb) Wälder liefern nicht nur den nachwachsenden Rohstoff Holz, sondern bieten Lebensraum für zahlreiche Tiere, Pflanzen und Pilze. Beispielhaft wird in einer Presse-Info der Schwarzspecht genannt, der seine Bruthöhlen am liebsten in dicke Buchenstämme zimmert und dessen Baumhöhlen später auch von Fledermäusen, Hohltauben, Dohlen und vielen anderen als Quartier genutzt werden.
Um die Vielfalt an Arten und Lebensräumen in den heimischen Wäldern zu erhalten und zu fördern, wurde von der Bayerischen Forstverwaltung im Januar die Fachstelle Waldnaturschutz in Amberg gegründet. Organisatorisch gehört die Fachstelle zum Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Amberg und ist für die gesamte Oberpfalz zuständig. Bis Ende dieses Jahres soll in jedem Regierungsbezirk Bayerns eine Fachstelle für Waldnaturschutz etabliert werden. Sie werden in enger Zusammenarbeit mit den Förstern der Ämter für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten und den Förstern der Bayerischen Staatsforsten im Einsatz sein. Hier versteht sich die Fachstelle Waldnaturschutz insbesondere auch als Dienstleister. Die Spezialisten, die für sie tätig sind, informieren und beraten die Revierleiter zu naturschutzfachlichen Fragestellungen im Wald und wirken bei Fortbildungen und Schulungen mit.
Ein Schwerpunkt liegt in den Natura-2000-Gebieten. Nachdem die Managementplanung in diesen Gebieten weitgehend abgeschlossen ist, gilt es nun die Maßnahmen zum Erhalt bestimmter Arten und Lebensräume - etwa Gelbbauchunke, Frauenschuh, Schluchtwälder und Moorwälder - umzusetzen.
Ein wichtiges Instrument ist das Bayerische Vertragsnaturschutzprogramm Wald. Mit diesem Förderprogramm können freiwillige Leistungen der Waldbesitzer honoriert werden, die sie für den Natur- und Artenschutz in ihren Wäldern erbringen. Neben der Schaffung und Förderung lichter Waldstrukturen, die unter anderem dem Frauenschuh, einer Orchideenart, zugutekommt, werden auch das Belassen von abgestorbenen Bäumen und der Erhalt von Biotopbäumen gefördert. Ein wichtiges Anliegen ist der Erhalt seltener Wald-Lebensräume wie Au- und Moorwälder oder sehr armer, von Natur aus wuchsschwache Kiefernwälder, heißt es.
Ebenso wie bei den Arten wird auch hier in regelmäßigen Abständen der aktuelle Zustand der Wälder erfasst. Langfristig können auf diese Weise Änderungen festgestellt werden und bei Bedarf Maßnahmen ergriffen werden.Die Fachstelle wirkt als Träger öffentlicher Belange auch bei Stellungnahmen mit waldnaturschutzfachlichem Bezug mit und erstellt Verträglichkeitsabschätzungen und -prüfungen bei Projekten, die in Natura-2000-Gebieten geplant werden.

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