23.02.2020 - 15:19 Uhr
AmbergOberpfalz

Neue Selbsthilfegruppe startet am 2. März

Es ist die erste Selbsthilfegruppe dieser Art in der Oberpfalz. "Aktiv und gemeinsam" startet im März mit Betroffenen, die vor allem eines möchten: raus aus der gesellschaftlichen Isolation.

Tim Bruns, Martin Vielberth, Sabine Graf und Sozialpädagogin Kerstin Bauer (von links) stellen die unabhängige Selbsthilfegruppe „Aktiv und gemeinsam“ für Amberger und Landkreisbewohner vor. Unabhängig von ihren Diagnosen treffen sich Interessenten ab 2. März montags, um nicht alleine in die neue Woche starten zu müssen.
von Dagmar WilliamsonProfil

Sabine Graf wollte schon lange eine Gruppe gründen, wusste aber nicht, wo sie ansetzen sollte. Martin Vielberth ist ein leidenschaftlicher Hobby-Koch, aber zurückhaltend, dafür ist Tim Bruns voller Tatendrang. Alle drei haben eines gemeinsam: Sie sind Langzeiterkrankte und können keiner Erwerbstätigkeit nachgehen.

Ob Depressionen, Krebserkrankung oder andere seelische und körperliche Symptome - auf lange Sicht gerät die gesellschaftliche Teilhabe ins Straucheln. Wenden sich dann auch noch Familie und Freunde ab, ist Einsamkeit unvermeidbar. Es war wohl ein Wink des Schicksals, dass sich die drei Initiatoren der neuen Selbsthilfegruppe "Aktiv und gemeinsam" im Krankenhaus kennengelernt haben. Dabei stellten sie fest, dass sie unabhängig ihren unterschiedlichen Diagnosen mit den gleichen Herausforderungen zu kämpfen haben. Sie alle schwankten zwischen Traurigkeit und Wut und dem Wunsch, sich austauschen zu können.

Der Krankenhausaufenthalt endete, aber die drei Initiatoren blieben in Kontakt. "Es hat mir unheimlich gut getan, obwohl wir eigentlich so gar nicht zusammenpassen", erzählt Sabine Graf. Einen Grund, aufzustehen, sich gesellschaftsfähig zu kleiden und wieder einen Impuls für eine geregelte Tagesstruktur gefunden zu haben, hilft der 56-jährigen Ambergerin auch, ihre Krankheit zu bewältigen. Zusammen mit Martin Vielberth (27) und Tim Bruns (45) entwickelte sie ein Konzept für diese Selbsthilfegruppe. Neue Kontakte knüpfen, geeignete Aktivitäten für Betroffene und vor allem wieder seelische und körperliche Gesundheit zu erreichen, aber ohne verwaltende pädagogische amtliche Hand.

"Gerade vormittags, wenn alle anderen arbeiten gehen, fehlt es an einer sinnvollen Beschäftigung. Man merkt, wie man versumpft, obwohl man das gar nicht möchte", stellt Tim Bruns fest. Aber die meisten Selbsthilfegruppen treffen sich am späten Nachmittag und sind auf ein spezifisches Krankheitsbild ausgerichtet. Die Initiatoren setzten sich mit der Sozialpädagogin Kerstin Bauer von der Kontaktstelle für Selbsthilfegruppen in Verbindung, um ihre Ideen vorzutragen und einen geeigneten Raum zu finden.

Ab Montag, 2. März, treffen sich Interessierte jeden Montag um 9.30 Uhr in der Elternschule am Amselweg. Weitere Informationen gibt es vorab per E-Mail an die Adresse aktivundgemeinsam[at]web[dot]de.

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