03.07.2020 - 12:16 Uhr
AmbergOberpfalz

Neuer Mesner: „Es fehlt das Drumherum“

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Es wäre sein erstes Bergfest als Mesner gewesen. Gerade weil er die Begegnungen und Gespräche so liebt, ist Matthias Schatz traurig über das abgesagte Bergfest.

Matthias Schatz (links) stoßt gerne mit seinen Mitmenschen an. Gerade deshalb hätte sich der neue Mesner in diesem Jahr auf das Bergfest gefreut.
von Christopher Dotzler Kontakt Profil

Matthias Schatz ist ein Menschenfreund. Er liebt die Begegnungen und das Gespräch. Beweis gefällig? Als sich Oberpfalz-Medien mit dem jungen Mesner auf dem Mariahilfberg treffen will, läuft bei der Terminvereinbarung irgendetwas schief. Zufällig läuft man sich auf dem Berg trotzdem über den Weg. Fünf Minuten später sitzt Schatz auf den Bänken vor dem Freialtar und erzählt, warum ihn die Absage des Bergfests traurig macht.

Geistlicher Teil im Fokus

Aber erst einmal ganz von vorne. Der 31-jährige Schatz hat schon einiges in seinem Leben gemacht. Im Kloster Ensdorf lernte er Koch, arbeitete dort nach seiner Ausbildung noch ein halbes Jahr weiter. Anschließend zog es ihn in die Industrie. Als gläubigen Menschen drängte es ihn aber in eine andere Richtung. Früher war der Amberger als Ministrant aktiv. Immer wieder engagiert er sich ehrenamtlich: Als Kommunionhelfer und Lektor. „Ich war schon immer theologisch angehaucht. Früher als Ministrant habe ich mir vorgestellt, Priester zu werden. Also bin ich ins Priesterseminar gegangen“, erzählt er. Die Zeit in Passau bezeichnet er als „interessant für meinen Lebensweg“. Die Reise ins Heilige Land – fünf Wochen Israel – und das Studium des Alten und Neuen Testaments bleiben prägende Erinnerungen. Letztlich scheitert sein Ansinnen an Latein, wie Schatz bei der Gesprächsserie „Auf eine Mass am Berg“ erzählt.

Hier geht es zu allen Teilen der Serie "Auf eine Mass am Berg"

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Aber alles nicht so tragisch. Denn das Timing hätte nicht besser sein können. Auf dem Mariahilfberg wurde zu dieser Zeit ein Mesner und Hausmeister gesucht. „Ich habe mir gedacht, das wäre die perfekte Kombination. Der Umgang mit den Gläubigen und den Kirchgängern sowie das Theologische – die Liturgie, das Feiern der Messe. Das hat alles gut zusammengepasst.“ Seit Oktober vergangenen Jahres ist der 31-Jährige nun als Mesner am Berg.

Man hat immer ein Gespräch mit den Leuten und ist ein bisschen ein Seelsorger, auch wenn man kein Priester ist. Man hört sich auch mal die Sorgen der Leute an bei der Arbeit, gibt auch mal einen Rat.

Mesner Matthias Schatz

Ein Amt, bei dem Schatz aufgeht. „Man hat immer ein Gespräch mit den Leuten und ist ein bisschen ein Seelsorger, auch wenn man kein Priester ist. Man hört sich auch mal die Sorgen der Leute an bei der Arbeit, gibt auch mal einen Rat.“

Das Bergfest in diesem Jahr wäre für den Amberger ein Highlight geworden, wie er selbst sagt. Es wäre sein erstes als Mesner gewesen. „Es hätte dann natürlich auch Stresssituationen gegeben, weil eine Messe nach der anderen abläuft.“ Das gehöre aber einfach dazu. Schatz wäre in dieser Zeit vor allem am Freialtar beschäftigt gewesen. Bekanntlich sind in diesem Sommer alle größeren Feste abgesagt worden. „Das ist schon traurig, muss ich sagen“, erklärt Schatz.

Als Ministrant aktiv

Es sei zwar ruhiger, man könne ein bisschen durchatmen. Andererseits fehle das Drumherum: "Es geht schon etwas ab." Viele werden in der Bergfestwoche trotzdem kommen, ist sich Schatz sicher. Menschen, die ihre stilles Gebet halten oder auf den Bänken zur Ruhe kommen wollen. Der geistliche Teil stehe in diesem Jahr mehr im Fokus. Das Gesellschaftliche werde trotzdem fehlen: "Es gehört einfach dazu. Ich bin auch ein junger Mensch und stoße gerne mal an." Schatz hofft, dass im nächsten Jahr wieder Normalität einkehrt und viele Menschen zum Bergfest kommen dürfen. Dann freut er sich, viele Bekannte wieder zu sehen, die schon heuer gekommen wären.

Einen schöneren Arbeitsplatz gibt es kaum. Matthias Schatz arbeitet als Hausmeister und Mesner auf dem Berg.
Matthias Schatz fühlt sich als Mesner und Hausmeister bei den Franziskaner Patres auf dem Mariahilfberg stets im Einsatz für den Herrgott.
Serie :

Auf eine Mass am Berg

Auf dem Festplatz, der heuer nur Parkplatz ist, und vor der Bergkirche plaudert die Redaktion der Amberger Zeitung/Oberpfalz-Medien an sechs Tagen mit Menschen, die einen besonderen Bezug zum Amberger Bergfest haben. "Auf eine Mass am Berg" heißt die kleine Serie, die in der Bergfestwoche trotz Absage wegen der Corona-Pandemie täglich den Blick dorthin richtet, wo sich jedes Jahr um den 2. Juli herum die Amberger scharen - zum Beten, Genießen und zum Ratschen. (eik)

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