24.11.2018 - 16:48 Uhr
AmbergOberpfalz

Neuer Pop-up-Store in Amberg

Es ist mehr als die Eröffnung eines Pop-up-Stores. Im ehemaligen Jack-Wolfskin-Laden ist ein Zukunftslabor für die Innenstadt-Belebung in Betrieb gegangen. Es trägt den schönen Namen "Winterwunderland".

Ihren ersten Pop-up-Store hat Marion Stiegler vor vier Jahren in einem leerstehenden Haus gleich neben dem Nabburger Tor eröffnet. Jetzt ist sie vorübergehend in den verwaisten Jack-Wolfskin-Laden an der Ecke Bahnhofstraße/Hallplatz eingezogen.
von Uli Piehler Kontakt Profil

Schon 2014 eröffnete die Designerin Marion Stiegler aus Ursensollen ihren ersten Pop-up Store in Amberg. Pünktlich zur Weihnachtszeit erfüllt sie nun wieder einen Leerstand vorübergehend mit Leben und möchte dieses Mal nicht nur ihre Kunden, sondern auch andere Händler inspirieren. 

"Man muss halt querdenken", sagt Stiegler mit einer glitzernden Dämmfolie in der einen und einem Meterstab in der anderen Hand, als sie den ehemalige Jack-Wolfskin-Laden in ein "Winterwunderland" verwandelt. Die Zwischennutzung von leerstehenden Verkaufsräumen scheint sich  in der Amberger Innenstadt mehr und mehr zu etablieren. Improvisation und Kreativität helfen der Designerin, den Raum in nur ein paar Tagen und ohne viel Geld als bunten Verkaufsraum herzurichten. "Das Konzept trifft auf Akzeptanz", berichtet Stiegler. Mittlerweile bekommt sie Anfragen von anderen Händlern, die sich Tipps für die Modernisierung ihrer eigenen Läden holen wollen. "Dabei geht es meist um drei Kernthemen: Die Gestaltung, der Kundenservice und das Sortiment."

Mit Düften und Musik

Stiegler möchte die Händler dazu animieren, sich bei der Laden-Deko nicht nur an klassischen Merchandise-Anbietern zu orientieren, sondern die Fantasie spielen zu lassen. Bei der Designerin gibt es zur Weihnachtszeit keine Rauschgoldengel und Lametta, sondern selbstgebastelte Eiskristalle aus Pappe. "Das Ganze soll luftig wirken." Statt sich mit vielen kleine Details zu verzetteln, achtet sie auf das große Ganze. Sie rät anderen Händlern, nicht nur Farbe und Licht zu berücksichtigen, sondern auch mit Düften und Hintergrundmusik zu arbeiten. "Wichtig ist dabei immer, dass alles zur eigenen Marke passt." Was ist für die Pop-up-Visionärin guter Service? "Der Service muss persönlich, menschlich und ehrlich sein. Der Kunde ist kein Objekt, das bei mir kauft. Ich begrüße jeden einzelnen, der meinen Laden betritt herzlich und gut gelaunt", erzählt sie. "Auch, bei denen die nur schnell durchschauen und wieder gehen, bedanke ich mich, dass sie da waren. Jeder Kunde soll den Laden mit einem guten Gefühl verlassen."

Aktiv Feedback einholen

Den Amberger Geschäftsinhabern rät sie, öfter mal Feedback einzuholen. Jeder könne auf die Dauer ein wenig betriebsblind werden. Dagegen hülfen nur fremde Meinungen. Diese einzuholen, sei auch eine Aufgabe der Einzelhändler. Natürlich sei das Sortiment das A und O. Dabei schwört Stiegler auf Nischenmarken und regionale Produkte. In einem Nebenraum des Winterwunderland verkauft ein befreundeter Architekt eine kleine Auswahl an Designermöbeln. "Damit spricht das Gesamtsortiment eine design-affine Zielgruppe an. Eine Zielgruppe, die einen Großteil ihrer üblichen Bedarfskäufe im Internet erledigt und damit vom lokalen Handel deutlich mehr erwartet als überladene Regalwände mit austauschbaren Produkten."  

Stiegler ist überzeugt, dass der lokale Handel nicht aussterben wird. Die Ladenbetreiber müssten sich allerdings neu erfinden, viel überdenken und sich den neuen Kundenanforderungen auch anpassen. Auch dazu soll das Winterwunderland anregen. Es ist noch bis Samstag, 8. Dezember, geöffnet.  

Marion Stiegler.
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