11.10.2018 - 07:00 Uhr
AmbergOberpfalz

Neues Gasthaus am Berg - mit Saal für Hochzeiten

Nach einem halben Jahr Suche ist die Kirchenstiftung fündig geworden: Ein Unternehmer aus der Region soll die Bergwirtschaft in Amberg auf Erbpachtbasis grundlegend sanieren. Der Mann hat bereits ein anderes Projekt in der Stadt gemeistert.

Die Mariahilfbergkirche mit dem Franziskanerkloster (rechts neben der Kirche) und der Bergwirtschaft (unten).
von Uli Piehler Kontakt Profil

Der aus Massenricht stammende Schreinermeister Michael Fellner ist derjenige, auf den die für den Mariahilfberg zuständige Kirchenstiftung setzt. Er war einer von vier Bewerbern, der ein Konzept für die Zukunft der Bergwirtschaft vorgelegt hat. "Dieses Konzept hat uns überzeugt", erklärt Pfarrer Thomas Helm von der Stadtpfarrei St. Martin. "Was Herr Fellner vorhat, ist auf Nachhaltigkeit ausgelegt." Im März hatte die Kirchenstiftung mit Hilfe der städtischen Wirtschaftsförderung nach einem Investor für das Gasthaus gesucht.

Noch ist der Vertrag nicht unterschrieben. Pfarrer Helm und Fellner gehen aber beide davon aus, dass die Übereinkunft bis Ende des Jahres notariell besiegelt ist. Es soll sich um einen Vertrag handeln, der auf Erbbaurecht basiert. Geltungszeiträume von 60 Jahren kommen da zum Tragen. "Die genauen Konditionen müssen noch ausgehandelt werden", erklärt Fellner. Das sei derzeit Gegenstand der Besprechungen. Der Handwerksmeister, der bereits das ehemalige Park-Kino in der Altstadt aufwendig in ein italienisches Restaurant verwandelt hat, will die Gaststätte nicht selbst betreiben, sondern nach der Fertigstellung an einen erfahrenen Wirt verpachten.

Bayerisch geprägt

Es soll eine "bayerisch geprägte" Gaststätte werden, die laut Pfarrer Helm die Partnerschaft zur Kirche "unter Berücksichtigung des klösterlichen Lebens" pflegt. Einen ersten Entwurf für das anstehende Bauprojekt haben die Stadträte am Mittwoch im nichtöffentlichen Teil der Bauausschusssitzung gesehen. Fellner hat den Architekten Georg Zunner - mit dem er bereits das Park-Kino umgebaut hat - engagiert. "Es handelt sich um eine Komplettsanierung", erläutert der Architekt zum Ausmaß der Arbeiten. Im Laufe der Jahrzehnte seien im bestehenden Gebäude viele Baufehler begangen worden. Diese sollen nun korrigiert werden.

Saal für Hochzeiten

Der Entwurf sieht vor, die Gaststätte samt Terrasse auf den neuesten technischen Stand zu bringen. Dazu gehört eine geringfügige Erweiterung der Terrasse und eine neue Raumaufteilung. Zunners Plan sieht einen Saal für 100 bis 120 Gäste vor, damit die Bergwirtschaft künftig auch größere Hochzeitsgesellschaften aufnehmen kann. Die Toilettenanlage soll vom Keller ins Erdgeschoss verlegt werden, damit sie vom Platz vor dem Freialtar aus barrierefrei zu erreichen ist. Hinzu kommen etwa zehn Gästezimmer, die zum großen Teil unter der Terrasse Platz finden sollen. Fellner gibt sich überzeugt: "Das Ganze wird sich sehr unauffällig in das Gesamtbild einfügen."

Ein Teil des Gebäudes steht auch unter Denkmalschutz. Für Fellner und Zunner ist klar, dass die Anforderungen, die sich daraus ergeben, bei den Planungen berücksichtigt werden müssen. Ältester Teil ist der Querbau zur Freialtar-Seite hin, das ehemalige Mesnerhaus. Das Walmdach stammt aus der Zeit des Spätbarocks und hat im Laufe der Jahrhunderte arg gelitten. Zunner: "Da muss dringend etwas gemacht werden."

Der Pachtvertrag mit der Familie Erras läuft noch bis Ende Juli 2019. Dann kommt die Zäsur. Wenn es nach Fellner und Zunner geht, soll der Umbau umgehend beginnen. Die beiden gehen von einer Bauzeit von etwa eineinhalb Jahren aus. Vielleicht kann das Silvesterfeuerwerk über Amberg zum Jahr 2021 schon von der neuen Terrasse aus bestaunt werden.

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