19.10.2018 - 15:53 Uhr
AmbergOberpfalz

Noch gezielter gegen Raser vorgehen

Zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein - das ist eines der Hauptziele des Zweckverbands Kommunale Verkehrssicherheit Oberpfalz, wenn es um die Geschwindigkeitsmessung geht. Nach der Datenerfassung kommt ein neues Projekt ins Gespräch

Verschiedene Aktionen des Zweckverbands hatten schon Erfolg, wie die, gegen Ring-Raser in Amberg.
von Anne Sophie Vogl Kontakt Profil

Dabei helfen seit ein paar Monaten unscheinbare graue Kästen namens Topo. Die Geräte registrieren Geschwindigkeit, Fahrzeugtyp und Uhrzeit. Anhand dieser Informationen kann gezielter geblitzt werden. "Wir erwischen dann wirklich die, die viel zu schnell fahren", sagt Geschäftsführer Maximilian Köckritz.

Die flächendeckende Datenerhebung sei enorm wichtig. Deshalb wird die Topo-Messung für neue Mitglieder Pflicht. Während die erste Erfassung noch 140 Euro kostet, sind die weiteren Kosten gestaffelt. Ab der fünften ist der Service kostenlos. Zusätzlich überlegt der Verband, eine semi-stationäre Geschwindigkeitsmessanlage - oder Blitzer-Anhänger - anzuschaffen. Diese stünden für je eine Woche 24 Stunden lang an einer Stelle. 14 von 23 Mitgliedsgemeinden, die Rückmeldung gaben, seien grundsätzlich dafür. Köckritz verweist auf den Zweckverband Oberland in Bad Tölz, der das Pilotprojekt schon gestartet hat und Erfolge verzeichne. Allerdings gebe es viele Auflagen: "Man darf ihn nicht einfach irgendwo aufstellen." Köckritz' n Team sei zwiegespalten, es fehle die Erfahrung. Zudem sei die Anschaffung sei mit 100 000 Euro sehr teuer. Aber der regelmäßig stattfindende Blitzer-Marathon am Stadtring zeige auch, dass eine längerfristige Messung an manchen Stellen sinnvoll wäre.

Die 100 000 Euro seien im nächsten Haushaltsplan schon vorgesehen, um auf jeden Fall die finanzielle Möglichkeit dafür zu haben. "Wir wollen aber erstmal abwarten. Eventuell bietet sich auch eine gemeinsame Anschaffung mit einem anderen Zweckverband an", sagt Köckritz. Ein voll-stationärer Blitzer kommt aber nicht in Frage: "In Bayern ist das nicht zulässig. Nur die Städte München, Nürnberg, Augsburg und Ingolstadt bilden die Ausnahme."

Info:

Zweckverband Kommunale Verkehrssicherheit

Der Zweckverband Kommunale Verkehrssicherheit Oberpfalz ist eine Körperschaft des öffentlichen Rechts. Sie wurde im November 2014 in Amberg gegründet. Das Verbandsgebiet erstreckt sich über die gesamte Oberpfalz und in Teilen darüber hinaus. "Als interkommunale Behörde haben wir keine Gewinnerzielungsabsicht. Alle Verwarnungs- und Bußgelder leiten wir zu 100 Prozent an die Kommunen weiter", heißt es auf der Homepage. Vor vier Jahren ging der Verband mit elf Gründungsgemeinden an den Start. Seither hat sich die Anzahl der Mitglieder deutlich erhöht. Sie liegt derzeit bei 67. Dabei sind unter anderem die Städte Amberg und Hirschau sowie die Gemeinden Königstein, Illschwang, Rieden und Gebenbach. Neu aufgenommen wird in Kürze der Markt Schmidmühlen. (upl/ anv)

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