Amberg
03.06.2018 - 10:01 Uhr

Das sind noch Zeiten

Sie kennt nicht nur die Ratzinger-Brüder aus ihrer Kindheit in Marktl am Inn, sondern auch den Grand Canyon aus der Vogelperspektive. Die
weit gereiste Frau hat viel erlebt in ihrem 104-jährigen Leben. Sie ist Ambergs älteste Bürgerin.

Bildtext Persönlich und auch im Namen von Ministerpräsident Markus Söder gratulierte OB Michael Cerny der ältesten Bürgerin der Stadt, Maria Dippel, im Kreis ihrer großen Familie zum 104. Geburtstag. Bild: Uschald Uschald
Bildtext Persönlich und auch im Namen von Ministerpräsident Markus Söder gratulierte OB Michael Cerny der ältesten Bürgerin der Stadt, Maria Dippel, im Kreis ihrer großen Familie zum 104. Geburtstag. Bild: Uschald

(usc) Mit den großen Familien der beiden Kinder war es ihr vergönnt, am Samstag in bemerkenswerter geistiger Frische einen seltenen Geburtstag zu feiern. Oberbürgermeister Michael Cerny, der mit einem Enkel der Jubilarin in der Sturm- und Drangzeit Musik gemacht hat, kennt Maria Dippel von früheren Besuchen. War es doch Ehrensache für ihn, in den zurückliegenden Jahren persönlich in fröhlicher Familienrunde der ältesten Ambergerin zu gratulieren.

Das Kompliment, dass sie sich seit ihrem 103. Geburtstag überhaupt nicht verändert habe, quittierte die schlagfertige Bewohnerin des Wallmenich-Hauses mit der Bemerkung: "Ich habe Ihnen ja beim letzten Mal versprochen, gesund zu bleiben!" Cerny überbrachte auch ein Geschenk sowie Glückwunschschreiben von Ministerpräsident Markus Söder.

Das einzige Problem, das Maria Dippel zu schaffen macht, ist der Umstand, dass die Augen nicht mehr so recht mitmachen. Ansonsten nimmt sie regen Anteil am Geschehen in der Großfamilie von der Tochter und dem Sohn. Das sind zwischenzeitlich neben fünf Enkeln auch neun Urenkel. Und in absehbarer Zeit wird auch der erste Ururenkel zur Welt kommen.

Geboren wurde die Jubilarin am 2. Juni 1914 in Freising. In ihrer Kindheit in Marktl am Inn lernte sie die beiden Ratzinger-Brüder und deren Vater, einen strengen Dorfgendarm, kennen. Der Vater der Jubilarin war dort Lehrer. Durch ihre spätere berufliche Tätigkeit als kaufmännische Angestellte bei den Vereinigten Aluminium Werken (VAW), zuerst in Töging, dann in Schwandorf, lernte sie ihren späteren Mann Theodor kennen, den sie 1938 heiratete. In der Stadt an der Naab stieg er zum Werkleiter auf, verstarb dort aber schon im Jahr 1975. Schwandorf wurde zum Lebensmittelpunkt der Familie. 1960 entdeckte die Jubilarin ihre Begeisterung für Bridge. Im Schwandorfer Bridge-Club versah sie lange Jahre das Amt der Masterpunktbetreuerin und galt bis zum gesundheitsbedingten Ausscheiden im Jahr 1996 als versierte Spielerin. Clubvorsitzende Gisela Lamprecht und Schatzmeisterin Ulrike Hartwig waren deshalb am Samstag unter den Gratulanten.

Nach dem frühen Tod ihres Mannes unternahm Maria Dippel viele Reisen rund um den Globus, die sie auch bis in die USA führten. Gerne erinnert sie sich an die überwältigenden Naturerlebnisse bei einem Hubschrauberrundflug über den Grand Canyon. Vor 18 Jahren zog Maria Dippel nach Amberg um, wo ihre Tochter, eine Ärztin, ganz in der Nähe des Wallmenich-Hauses wohnt. So kann sie auf kurzem Weg ihre Mutter gut umsorgen.

"Wenn die Gesundheit weiter so anhält, werden Sie sicherlich mal die älteste Bewohnerin Bayerns", zeigte sich Michael Cerny bei einem Gläschen Sekt zuversichtlich. Darin gab sich auch die Jubilarin lachend optimistisch.




 
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