22.03.2020 - 11:51 Uhr
AmbergOberpfalz

Online-Konzert mit Zuschauern aus Peru und Amerika

Zeitweise ruckelt's. Aber wenn es drauf ankommt, sind alle Fans da: Am Samstagabend gibt die Amberger Band Delicious ein Online-Konzert. Für die Musiker ist es der erste digitale Auftritt - und das auch noch getrennt voneinander.

College-Rock vs. Coronavirus: Die Amberger Band Delicious gibt während der in Bayern geltenden Ausgangsbeschränkung ein Online-Konzert.
von Andrea Mußemann Kontakt Profil

Schon am Mittwoch hatten die Bandmitglieder beschlossen, einen Auftritt live zu streamen. Die strengen Ausgangsregelungen machten es notwendig, dass sich jeder an einem anderen Ort aufhielt. Frontmann Winni Wonder beantwortete für Oberpfalz-Medien drei Fragen.

ONETZ: Wie war das erste Online-Konzert für den Sänger?

Winni Wonder: Es hat natürlich Spaß gemacht, aber es war auch ein bisschen bizarr. Wenn man alleine, weg von den Bandkollegen, in einem Raum sitzt, die nur auf dem Kopfhörer hat und nicht sehen kann, dann ist das ein sehr komisches Gefühl. Wenn man auf der Bühne oder im Probenraum steht, beobachtet man sich gegenseitig. Man sieht, wann der Schlagzeuger einsetzt oder der Dandy sein Solo einrifft. Trotzdem lief das Zusammenspiel und die Technik optimal. Die Übertragungsraten waren bei einem Test am Freitag noch unterirdisch. Am Samstag war es dann besser.

ONETZ: Wie waren die Reaktionen des "Publikums"?

Winni Wonder: Die Reaktionen waren durch die Bank positiv. Wobei das untertrieben ist. Die Leute waren eigentlich außer Rand und Band. Ich habe Videos bekommen von Leuten, die zugeschaut haben. Aus München, Landsberg, die in der Wohnung Bierchen getrunken und gefeiert haben. Ich selber habe im Netz schon Konzerte geschaut, Videos von Leuten die Fitnessvideos oder Strickanleitungen hochladen. Ich finde es super, wie die Leute in der Krise kreativ werden.

ONETZ: Als Musiker hat man ja normalerweise nicht so oft Gelegenheit, sich selbst zu sehen. Habt ihr den Auftritt danach noch mal abgerufen?

Winni Wonder: Ich habe mir danach das ganze noch komplett angeschaut, inklusive der Kommentare, die ich ja währenddessen nicht gesehen habe. Lustigerweise hatten wir Zuschauer aus Peru und aus den Staaten. Insgesamt hatten wir mehrere tausend Viewer. Voll abgefahren.

Interview mit Gitarrist Michael Dandorfer

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