17.01.2019 - 17:44 Uhr
AmbergOberpfalz

Pflanzenhof wird Wohnquartier

Generationen von Ambergern haben beim Mosacher Pflanzenhof ihre Bäume und andere Gartenpflanzen gekauft. Jetzt haben die Eigentümer den Betrieb aufgegeben und an die Stadtbau GmbH verkauft. Die will hier im großen Stil Häuser bauen.

Der ehemalige Mosacher Pflanzenhof am Mosacherweg. Wo früher die Amberger ihre Bäume und andere Pflanzen für ihren Garten geholt haben, entsteht nun ein Wohngebiet für neue Amberger.
von Andreas Ascherl Kontakt Profil

Das Gelände ist teilweise schon überwuchert, die mächtige Douglasie mittendrin trotzt seit Jahrzehnten Wind, Regen und Schnee. Wo die Amberger viele Jahre ihre Bäume und Sträucher für den Garten gekauft haben, sollen künftig noch mehr Amberger wohnen. Der Bedarf ist zweifelsohne vorhanden, Stadt und Bauträger suchen unermüdlich nach neuen Flächen, auf denen Ein- und Mehrfamilienhäuser errichtet werden können.

Die Stadtbau GmbH hat nun das Areal am Mosacherweg erworben und will auf den knapp fünf Hektar bauen. Vier Geschossanlagen, acht eingeschossige Bungalows, 25 Einfamilien- oder Doppelhäuser sowie eine Kindertagesstätte sollen dort entstehen. Die angrenzenden landwirtschaftlichen Flächen in Richtung Raigering versprechen zudem Erweiterungsmöglichkeiten für die Zukunft - sofern sie eines Tages erworben werden können, was sich derzeit wohl etwas schwierig gestaltet. Der Hang neigt sich nach Süden, die Voraussetzungen für eine Bebauung am Rande der Stadt sind von daher schon einmal optimal. Einzig die AM 30, die an dieser Stelle die Landschaft zerschneidet, trübt die positive Gesamtsicht des Bauherrn.

Um deren Lärm abzuhalten, ist ein entsprechender Wall nötig, in dessen direktem Schatten nur eine eingeschossige Bebauung möglich sein wird. Im Zentrum des Plangebietes sollen dann die Häuser höher werden. Nicht vorgesehen ist bisher ein Kleinkinderspielplatz, da in der näheren Umgebung reichlich von ihnen vorhanden sind, wie Baureferent Markus Kühne am Mittwoch im Bauausschuss betonte. Damit wollten sich die Stadträte aber nicht zufrieden geben, hier soll eventuell doch noch nachgebessert werden. Ansonsten gab der Ausschuss dem Stadtrat einstimmig die Empfehlung, die Aufstellung des Bebauungsplans in die Wege zu leiten.

Solaranlagen und gedrehte Häuser:

Die Frage taucht immer wieder auf, wenn in Amberg irgendwo ein Baugebiet ausgewiesen wird: Sollen und können die Bauherrn generell dazu gezwungen werden, auf den Dächern Photovoltaik- und Solaranlagen zu installieren? Die Juristen des Baureferats haben sich inzwischen mit dieser Frage beschäftigt und herausgefunden, dass das zwar nicht ganz unproblematisch, auf Umwegen aber durchaus zu machen ist. Das deutete Jasmin Hannich, die Leiterin des Bauordnungsamtes, am Mittwoch in der Sitzung an. Die Frage blieb allerdings unbeantwortet, ob das auch so gewünscht ist. „Wenn wir das mit der Photovoltaik ernster als nur ernst meinen, dann müssten wir uns das schon überlegen“, plädierte beispielsweise Hans-Jürgen Bumes (Grüne) für eine strikte Linie. Auch Rudolf Maier (CSU) dachte laut darüber nach, ob es wirklich ausreicht, bei der Ausweisung von Baugebieten nur die Meinung des Vorsitzenden des Solarenergie-Fördervereins, Hans-Jürgen Frey, einzuholen und diesen anschließend für seine Fachexpertise kräftig zu loben. „Und wenn es dann zum Schwur kommt, dann haben wir den Herrn Frey halt gelobt“, bemängelte Maier das aus seiner Sicht oft nicht sehr konsequente Verhalten in dieser Sache. Dazu gehört nach Meinung vieler Stadträte auch die Möglichkeit, die Häuser so zu drehen, dass sie optimal für die Sonnenausbeute stehen. Was in den vorgelegten Bebauungsplänen aber oft nicht so vorgesehen sei.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Nachrichten per WhatsApp und Facebook Messenger

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.