10.07.2020 - 15:12 Uhr
AmbergOberpfalz

Polizei geht in Amberg gegen Abschlusspartys vor

Der Appell der Stadt Amberg, die Abschlusspartys der Schüler in diesem Jahr im ruhigeren Rahmen laufen zu lassen, ist ziemlich verpufft. Am Donnerstag zogen Hunderte von Schülern durch die Stadt und feierten bar jeder Corona-Regeln.

Die Bürgerkugel am Multifunktionsplatz war erste Anlaufstelle für viele Schulabgänger am Donnerstag. In der Folge entwickelten sich im gesamten Stadtgebiet zum Teil ausgelassene Abschlusspartys.
von Andreas Ascherl Kontakt Profil

Es war, als ob es Corona niemals gegeben hätte. In dichten Gruppen und jede Abstandsregel missachtend zogen am Donnerstag großen Gruppen von Jugendlichen durch die Altstadt, feierten ausgelassen, bliesen in ihre Trillerpfeifen und tranken reichlich Alkohol. Für jeden Virologen eine Horrorvorstellung.

Bei der Stadt Amberg hatte man das schon ein bisschen so kommen sehen, in einem Appell baten die Verantwortlichen darum, es heuer ein deutlich kleiner, leiser und weniger eng ablaufen zu lassen. Es ist kein Geheimnis, dass es in den vergangenen Jahren immer wieder zu lautstarken Versammlungen in der Altstadt, am Platz bei der Bürgerskulptur oder auf der sogenannten Bleichwiese beim ACC gekommen ist. Dabei wurde zum Teil mehr als genug Alkohol konsumiert, viele Bürger beschwerten sich über den Lärm und die Hinterlassenschaften der Jugendlichen, die von zerbrochenen Flaschen über Müll bis hin zu Erbrochenem reichten. Das wollte man in diesem Jahr auf keinen Fall haben. Neben der Stadt Amberg appellierten daher auch die Schulleiter an die Vernunft der jungen Leute - zumal das Coronavirus noch längst nicht besiegt ist.

Kaum anders als sonst

Tatsächlich aber war es in diesem ganz besonderen Abschlussjahr 2020 kaum anders und teilweise noch schlimmer als sonst. Nachdem sich am Donnerstag erste Gruppen von Schulabgängern unter anderem am Platz gegenüber dem Bahnhof getroffen hatten, schritt bereits gegen Mittag die Polizei mit starken Kräften ein. Nicht nur in der Mühlgasse stand eine ganze Schlange von Polizeifahrzeugen. Mit Freundlichkeit oder ihrer bloßen Präsenz verscheuchten die Beamten die Feiernden. Rund 130 Personen, so schätzt die Polizei, waren von diesen Maßnahmen betroffen.

Beendet waren die Feierlichkeiten damit aber nicht. Offensichtlich gelang es der Polizei über Stunden nicht, die Schüler-Partys aufzulösen. Vielmehr verzogen sich die Jugendlichen beim Eintreffen der Ordnungshüter sehr schnell an andere Plätze und setzten dort ihre - mit viel Alkohol gewürzten - Feiern fort. Gegen 18 Uhr stellte sich die Situation so dar, dass die Polizei im Bereich der Bleichwiese die "Feierlichkeiten" so nach und nach zum Erliegen brachte.

Die Schüler zogen daraufhin über die Vils in den Bereich vor dem Eisstadion, wo mindestens 100 Personen die fröhliche Party fortsetzten - teilweise schon schwer gezeichnet vom oftmals ungewohnten Alkoholkonsum. "Trotz aller behördlichen Aufforderungen und Belehrungen der Schulleitungen gesellten sich am Donnerstagnachmittag an verschiedenen Örtlichkeiten im Stadtgebiet Schüler zusammen und feierten ihren Schulabschluss. Aus anderen Schulen bekamen sie nicht nur moralische, sondern auch trinkfeste Unterstützung und so blieb es nicht aus, dass die Polizei mit verstärkten Kräften auf die Unvernunft der Schüler reagierte und die Ansammlungen von bis zu 130 Schülern auf der Kräuterwiese, im Stadtgraben und auf der Bleichwiese räumte", heißt es offiziell im Polizeibericht.

Schon vor den Feiern gab es einen Appell der Stadt

Amberg

Nur mit Hygienekonzept

Dabei seien ja Versammlungen mit bis zu 200 Menschen mittlerweile durchaus möglich. "Dazu bedingt es aber einen Verantwortlichen, einer Anmeldung der Veranstaltung, einem Veranstaltungsgelände und einem Hygienekonzept, was in keinem Fall vorlag", erläutert die Polizei weiter.

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