19.06.2018 - 17:51 Uhr
AmbergOberpfalz

Polizei nimmt Verdächtigen fest: Ist Sophia Lösche tot?

Jetzt ermittelt die Polizei in Sachsen wegen eines Tötungsdelikts: Sie hat am Dienstag einen Mann festgenommen, den sie dringend verdächtigt, die 28-Jährige Sophia Lösche umgebracht zu haben. Die Ambergerin wird seit Donnerstag vermisst.

Inzwischen befürchtet die Polizei, dass Sophia Lösche getötet wurde. Die Ermittler haben einen Verdächtigen festgenommen.
von Heike Unger Kontakt Profil

Schon seit einigen Tagen suchen Familie und Freunde über die Sozialen Medien nach Sophia Lösche. Sie wollte offensichtlich an der Raststätte Schkeuditz bei Leipzig eine Mitfahrgelegenheit in Richtung Nürnberg suchen. Wie die Polizei inzwischen bestätigt, ist sie dort tatsächlich in ein Fahrzeug gestiegen. Dabei scheint es sich nach unbestätigten Meldungen um einen Lkw zu handeln. In Amberg angekommen ist Sophia Lösche aber nicht. Der Amberger Polizei liegt zwischenzeitlich auch eine Vermisstenmeldung vor.

Polizeibehörden aus mehreren Bundesländern sowie ausländische Polizeidienststellen sind an den Ermittlungen beteiligt. Sie arbeiten mit "höchster Intensität", um Sophia Lösche zu finden und die inzwischen vermutete Straftat aufzuklären, teilt die Polizeidirektion Leipzig mit. Sie hält sich momentan allerdings noch bedeckt: "Derzeit sind die Ermittlungen noch nicht so weit fortgeschritten, dass Einzelheiten mitgeteilt werden können, ohne den Fortgang der Untersuchungen zu gefährden".

Die beteiligten Polizei- und Justizbehörden unternehmen "alles in ihrer Macht Stehende, um möglichst schnell eine Aufklärung des Falles zu erreichen und Sophia Lösche zu finden", heißt es auf der Internetseite der Polizeidirektion Leipzig. Diese sucht nach wie vor Zeugen, die die 28-Jährige am Donnerstag gesehen haben, insbesondere, nachdem sie in Schkeuditz in einen Lastwagen gestiegen ist. Die Ermittler interessieren sich auch für Hinweise zu dem Lkw, etwa seine Fahrtrouten oder Standplätze auf Parkplätzen oder Raststätten.

Zeugen, die Angaben machen können, sollen sich bei der Kriminalpolizei Leipzig (0341/966 46666) oder jeder anderen Polizeidienststelle melden.

Schon seit einigen Tagen fahnden Familie und Freunde verzweifelt über die Sozialen Medien nach Sophia Lösche. Die junge Frau wollte offensichtlich an der Raststätte Schkeuditz bei Leipzig eine Mitfahrgelegenheit in Richtung Nürnberg suchen. Wie die Polizei in Leipzig am Montag mitteilte, erhielt sie bereits am vergangenen Freitag einen ersten Hinweis der Amberger Kollegen, dass Sophia Lösche nicht in Amberg angekommen ist. Ihre Angehörigen hatten deshalb noch am Freitag eine Vermisstenanzeige aufgegeben.

Die Ermittlungen der Leipziger Dienststelle hat nun ergeben, dass die gebürtige Ambergerin, die zuletzt in Leipzig wohnte, tatsächlich am Donnerstag gegen 17.45 Uhr an einer Tankstelle im sächsischen Schkeuditz bei Leipzig mit mehreren Menschen gesprochen hat - offenbar mit dem Ziel, von ihnen mitgenommen zu werden. Letztendlich habe sie sich mit einem bislang unbekannten Mann unterhalten, der sie mit nach Nürnberg nehmen sollte. Mit diesem Fremden habe Sophia Lösche dann gegen 18.20 Uhr die Tankstelle in dessen Lkw verlassen, so die Polizei. Seither wurde sie nicht mehr gesehen.

Frage nach dem Lkw

In den Sozialen Netzwerken wird seit einiger Zeit verbreitet, der fragliche Lkw-Zug habe ein marokkanisches Kennzeichen gehabt und gehöre einer Spedition mit Sitz in Tanger. Das wollte die Sprecherin der Leipziger Polizei auf Nachfrage aber nicht bestätigen. Die Ermittlungsbehörde fragt nun, wer Sophia Lösche nach ihrem Aufenthalt in Schkeuditz noch einmal gesehen hat? Hat sie tatsächlich Nürnberg erreicht? Und wer kann sachdienliche Hinweise zu besagtem Lkw liefern, in den sie eingestiegen ist? Hat sich Sophia nach Donnerstag noch bei Freunden oder Bekannten gemeldet, die der Polizei bisher nicht bekannt sind?

Für Flüchtlinge engagiert

Sophia Lösche wird wie folgt beschrieben: Sie ist etwa 1,65 Meter groß, 28 Jahre alt und hat schwarze, schulterlange Haare, die an der rechten Kopfseite teilweise abrasiert sind. Sie trug eine schwarze, kurze Pant-Hose und ein schwarzes, ärmelloses Oberteil. Als sie in den Lkw stieg, hatte sie zudem einen schwarzen Tragebeutel dabei und eine Bauchtasche um. Sie trug schwarz-lila Schuhe. Die junge Frau ist sehr engagiert in der Flüchtlingshilfe. Für die Organisation "No border kitchen" war sie auf der Insel Lesbos tätig, die als Transit für viele Flüchtlinge aus Afrika dient. Darüber hielt sie im März einen Vortrag im Paulaner-Gemeindehaus.

Wie der Bruder der Vermissten mitgeteilt hat, habe er den Fahrer des Lkw inzwischen tatsächlich in Spanien ausfindig gemacht. Sage der die Wahrheit, habe seine Schwester noch am gleichen Abend auf der Ausfahrt 49 der A9 (Lauf/Hersbruck) den Lastwagen verlassen. Allerdings fehlt für diese Meldung noch die Verifikation. Die Polizei in Leipzig bestätigt zwar, ebenfalls von dieser Meldung Kenntnis zu haben, sie müsse aber noch auf ihren Wahrheitsgehalt hin überprüft werden.

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