05.04.2019 - 15:49 Uhr
AmbergOberpfalz

Polizei sagt Fahrraddieben den Kampf an

In Amberg werden seit drei Monaten deutlich mehr Fahrräder gestohlen. Aus diesem Grund hat die Polizei am Freitag eine große Aufklärungsaktion gestartet.

Die Polizei in Amberg hat am Freitag eine große Aufklärungsaktion in der Stadt und in den Randgebieten gestartet. Denn immer mehr Fahrräder werden in Bayern gestohlen. Die Beamten fordern, dass Hausbesitzer ihre Garagen und Fahrradkeller absperren.
von Stephanie Wilcke Kontakt Profil

Der Frühling klopft an, da würden viele Amberger ihre Fahrräder aus dem Keller holen. Das und die Tatsache, dass sich Fahrraddiebstähle in den vergangenen Wochen gehäuft haben, hat die Beamten zu einer Aufklärungsaktion veranlasst. "Im Februar und März sind 19 zum Teil hochwertige Räder und E-Bikes entwendet worden", sagt der Leiter der hiesigen Polizeiinspektion, Thomas Lachner. Besonders beliebt seien die Marken "Cube", "Ghost" und "Bulls". Die Beamten gehen von einem Schaden in Höhe von rund 35 000 Euro aus.

Man müsse es den Gaunern so schwer wie möglich machen. Das ist die Forderung des Polizisten an die Bürger. "Wir wollen die Leute sensibilisieren, denn oft bedeutet es nur wenig Aufwand, einen Diebstahl zu verhindern." Auf dem Marktplatz informierten daher die Beamten Passanten und Fahrradfahrer, ein Ausbildungsseminar der Bereitschaftspolizei zog von Haustür zu Haustür in den Randgebieten.

Offenes Garagentor

Denn gerade dort würden Kriminelle, die es auf wertvolle Drahtesel und die beliebten E-Bikes abgesehen haben, immer wieder fündig. Eglsee, Ammersricht, Raigering, Haselmühl und zuletzt in Gailoh: Hier schlugen die Diebe reihenweise zu, im jüngsten Fall entwendeten die Täter vier hochwertige Fahrräder aus einer Garage. Leichtsinnig bleibe oft der Unterstellplatz oder der Schuppen unversperrt.

Amberg
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Tagsüber baldowern die Kriminellen die Gegend aus, nachts schlagen sie zu, erklärt Lachner. "Mit einer abgesperrten Garage tun sich die Diebe schon deutlich schwerer." Denn oft sei es zu auffällig, mit einem Werkzeug einzudringen.

Doch was passiert mit den gestohlenen Rädern? "Häufig schaffen überregionale Gruppen die Zweiräder ins Ausland. Vor allem die teuren E-Bikes lassen sich gut zu Geld machen", erklärt der Beamte.

Amberg

Drogenabhängige würde auch ab und zu ein Fahrrad mitgehen lassen. In einer Werkstatt würde es umlackiert und ummontiert werden, damit es sich wieder in der Region verkaufen lasse. "Am wenigsten sind es in Amberg Betrunkene, die ein unversperrtes Rad mitnehmen, weil sie nicht mehr nach Hause kommen."

Fahrradpass-App der Polizei

Den besten Schutz bieten laut Polizei stabile Ketten-, Bügel- und Faltschlösser. Das Rad sollte nicht nur ab-, sondern auch angeschlossen werden und auch bei nur kurzen Radelpausen sollte der Drahtesel versperrt werden. Außerdem hilft es den Beamten, wenn die Eigentümer die Rahmennummer ihres Drahtesels kennen, stellt Lachner klar. "Noch besser ist unsere kostenlose Polizei-Fahrradpass-App. Dort werden alle wichtigen Daten gespeichert, welche die Polizei nach einem Diebstahl braucht, um eine Fahndung ausschreiben zu können." Lachner berichtet zum Beispiel von einem Fahrraddiebstahl an einem der zurückliegenden Wochenenden. "Am Montag hat ein Kollege jemanden auf dem Fahrrad in der Innenstadt entdeckt. Nach der Kontrolle erfolgte sofort die Festnahme."

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