02.12.2020 - 13:44 Uhr
AmbergOberpfalz

Positiver Blick auf Arbeitsmarkt im Bezirk Amberg

Corona würgt die Wirtschaft nicht ab. Trotz des zweiten (Teil-)Lockdowns in diesem Jahr, stellen die Firmen nicht aus und halten an ihren Kräften fest. Eine Expertin rät den Unternehmen, an ihrer Ausbildungsbereitschaft festzuhalten.

Eine Arbeitsmarktexpertin rät den Unternehmen, weiterhin junge Menschen auszubilden - auch wenn das Corona-Jahr für viele Firmen kein einfaches war.
von Externer BeitragProfil

Im Bezirk Amberg hat der Teil-Lockdown bislang keine größeren Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt - vor allem mit Blick auf die Zahl der arbeitslosen Personen. Die Entwicklung lässt sich laut einer Pressemitteilung zum Teil damit erklären, dass einige Firmen im Rahmen der Herbstbelebung wieder Personal eingestellt haben. Zum anderen haben die Arbeitgeber aus kriselnden Branchen ihre Arbeitnehmer in Kurzarbeit geschickt, sie aber nicht entlassen. Im Bezirk der Geschäftsstelle ging die Arbeitslosigkeit von Oktober auf November geringfügig zurück. Mitte des Berichtsmonats waren knapp 2070 Personen arbeitslos gemeldet, zirka 50 Personen (2,3 Prozent) weniger als im Vormonat. Gegenüber dem November des Vorjahres stieg die Zahl der arbeitslos Gemeldeten allerdings um knapp 400 Personen (23,8 Prozent) an. Im Laufe des Monats meldeten sich zirka 190 Arbeitnehmer aus der Erwerbstätigkeit heraus arbeitslos, knapp 30 Personen (12,8 Prozent) weniger als im November des Vorjahres.

Verbesserte Arbeitslosenquote

Im Gegenzug beendeten rund 180 Personen die Arbeitslosigkeit, um eine Erwerbstätigkeit aufzunehmen, rund 30 Arbeitnehmer (17,2 Prozent) mehr als im Vorjahresmonat. Die Arbeitslosenquote verbesserte sich binnen Monatsfrist um 0,1 Prozentpunkte und liegt nun bei 3,6 Prozent. Im November 2019 betrug die Quote 2,9 Prozent. Die neue Amberger Geschäftsstellenleiterin Stefanie Neufeld betont, dass die Unternehmen in der Region ihre guten Fachkräfte zu schätzen wissen und alles versuchen, diese trotz der Umsatzeinbrüche weiter zu beschäftigen.

"Die Firmen halten an ihren Beschäftigten fest, damit sie nach dem Lockdown sofort auf bewährte Kräfte zurückgreifen können. Hilfreich für die Firmen ist dabei, dass der erleichterte Bezug von Kurzarbeitergeld nun bis Ende des Jahres 2021 verlängert wurde", berichtet Neufeld. Die Arbeitsmarktexpertin appelliert als ehemalige Berufsberaterin an die Firmen, an ihrer Ausbildungsbereitschaft der vergangenen Jahre festzuhalten. Unabhängig von der derzeitigen wirtschaftlichen Lage ist der Generationenwechsel in zahlreichen Firmen in vollem Gange. Nur mit gut ausgebildeten Fachkräften können die Betriebe auch in Zukunft bestehen und gut wirtschaften.

Auszubildende mit Fluchthintergrund gut begleiten

BesserWissen

Das sieht auch die Bundesregierung so und hat das Förderprogramm "Ausbildungsplätze sichern" aufgelegt. So können kleine und mittelständische Firmen, die in diesem Jahr in Kurzarbeit waren oder unter erheblichen Umsatzeinbrüchen gelitten haben, unter Umständen für das Beibehalten ihrer Ausbildungsaktivitäten oder sogar einer Steigerung der Anzahl ihrer Auszubildenden eine Ausbildungsprämie erhalten. Nähere Details zu den Förderkonditionen erfahren Arbeitgeber bei ihren Vermittlern des gemeinsamen Arbeitgeber-Services der Arbeitsagentur und des Jobcenters. Alternativ haben Arbeitgeber die Möglichkeit, sich auf der Internetseite der Agentur für Arbeit über das Programm zu informieren.

Gesundheitswesen: Hoher Bedarf

Bei dem Zugang der Stellen macht sich der derzeitige Lockdown teilweise bemerkbar: Kriselnde Branchen melden wie erwartet kaum Stellen beziehungsweise haben diese sogar storniert. Eine ganz andere Entwicklung hat sich in weiteren Teilen der Wirtschaft - gerade in den systemrelevanten Branchen - vollzogen. Im Gesundheitswesen ist zum Beispiel ein erhöhter Bedarf an Personal zu verzeichnen. Von Heimen werden teilweise Besucherlotsen eingestellt, um die Besucher richtig zu leiten und medizinische Fachkräfte, um Schnelltestungen durchzuführen. Auch das Transportgewerbe hat weiterhin einen sehr hohen Bedarf an Fach- und Hilfskräften. Es werden laufend Stellenangebote gemeldet. Zum Teil stellten in den vergangenen Wochen die Zeitarbeitsfirmen wieder verstärkt Personal ein.

Die Arbeitskräftenachfrage kam vor allem aus verschiedenen größeren Industriebetrieben der Region, die zurzeit wieder gut ausgelastet sind und ihren Personalbedarf für aktuelle Auftragsspitzen über diesen Weg decken. Insgesamt lässt sich feststellen, dass sich momentan kein einheitliches Bild ergibt, wie sich der Arbeitsmarkt in der nächsten Zeit entwickelt. Dies dürfte auch davon abhängen, ob und wie lange der Teil-Lockdown andauert. Im November waren beim gemeinsamen Arbeitgeber-Service der Arbeitsagentur und des Jobcenters knapp 890 Stellenangebote gemeldet, rund 90 Offerten (9,3 Prozent) weniger als im Vorjahresmonat. Neu meldeten die Arbeitgeber seit Jahresbeginn knapp 1680 Offerten, 540 Angebote (24,3 Prozent) weniger als im Vorjahreszeitraum.

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