06.10.2019 - 09:36 Uhr
AmbergOberpfalz

Premiere: Inklusive Meisterschaft in "Mensch ärgere Dich nicht"

Spielen, was das Brett hergibt mit Würfel-Glück und guten Nerven. Die 1. Inklusive Deutsche Meisterschaft im "Mensch ärgere Dich nicht"-Spiel war trotz beginnender Herbstmüdigkeit ein großer Erfolg.

Es waren nicht ganz 1692 Spieler wie am Marktplatz vor zwei Jahren beim Weltrekord. "Knapp vorbei", sagte Stadtrat Daniel Holzapfel schmunzelnd. Aber so viele passen auch gar nicht in das Amberger Kongresszentrum. Initiatorin Brigitte Netta nahm es gelassen.

Mehr als 100 Anmeldungen waren bereits vor der Öffnung der Türen zum Warm-up eingegangen. Dabei halfen auch die Trommeln der Jalapeños Percussions, die nicht zu überhören waren. Nur aufgrund dieser Veranstaltung ließ die Lebenshilfe Amberg-Sulzbach den ersten Prototypen des Brettspiels für Menschen mit Beeinträchtigungen entwickeln. Die Spielfelder waren praktisch im Tisch integriert, damit die Grobmotorik mithalten kann und es auch Sehgeschwächten leichter fällt, ihre Figuren zu platzieren. Spielteppiche, Erstausführungen, Kinder-Editionen oder ein Spieltuch wie für die Brusttasche eines Sakkos konnten getestet werden. Die Vielfältigkeit des Spiels in sämtlichen Ausführungen spiegelte die Teilnehmer wider. Jung, betagt, groß und klein, unterschiedlicher Herkunft mit besonderen Talenten. Geduld und Herzlichkeit schlossen aber den Ehrgeiz zum Gewinn nicht aus. "Hemmungen hatte ich anfangs schon, jemanden mit Einschränkungen zu schmeißen. Aber warum eigentlich?", fragte sich Andrea Rauscher. Die bekannten Regeln wurden leicht verständlich und vereinfacht für alle vorgestellt, damit auch wirklich jeder diese begreifen kann. Nach einer 25-minütigen Vorrunde standen die Finalisten fest und der Ernst des Nicht-Ärgerns begann.

"Das besondere an dieser Meisterschaft ist ja nicht die Masse, sondern die Atmosphäre", freute sich Brigitte Netta. An vielen Tischen wurde sich ausgetauscht, mit Händen und Füßen verständigt und dabei viel gelacht. Zu verdanken ist die aufwendige Organisation rund 20 Ehrenamtlichen, die am Samstag mehr als acht Stunden lang mit Rat und Tat die Meisterschaft ermöglichten. Für die Gewinner gab es leichtes, feines Gold, Stadtgeld oder ein Spielepaket.

Ob es der Initiatorin gelingen wird, in zwei Jahren die erste Inklusive Weltmeisterschaft in Amberg zu ermöglichen, steht noch in den Sternen. Aber Brigitte Netta arbeitet bereits jetzt schon gedanklich daran.

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