Amberg
27.10.2020 - 15:32 Uhr

Priester aus der Weltkirche in St. Martin Amberg zu Gast

Mit Abbé Félix war zu Gottesdiensten in der Basilika St. Martin ein Priester aus der Weltkirche aus Burkina Faso zu Gast. Bild: ads
Mit Abbé Félix war zu Gottesdiensten in der Basilika St. Martin ein Priester aus der Weltkirche aus Burkina Faso zu Gast.

Groß war die Freude bei Stadtpfarrer Thomas Helm, dass er trotz Corona mit Abbé Félix einen Priester aus der Weltkirche als Gast bei einer besonderen Messe in der Basilika St. Martin begrüßen konnte.

Besuch aus Burkina Faso

Der Besuch von Abbé Félix aus dem diesjährigen westafrikanischen Beispielland Burkina Faso sei laut Geistlichen nur möglich, weil dieser zurzeit nach seinem Weiterstudium in Wien dort promoviert und somit nicht aus seiner Heimat anreisen musste. Laut Helm werde durch den Besuch des westafrikanischen Priesters die Bedeutung der Weltkirche deutlich, die in der Gemeinschaft und im Zusammenhalt der im Glauben an Gott vereinten Christen bestehe. Er zeigte sich hoch interessiert, an dem was Abbé Félix in seiner Predigt zu sagen hatte.

In seiner Predigt ging Abbé Félix zunächst auf die Situation in seinem Heimatland Burkina Faso ein, stellte sich aber nach dem Gottesdienst auch den Fragen aus der Gemeinde. Abbé Félix Wendpanga Ouédraogo zählt 35 Jahre und stammt aus Kongoussi in Burkina Faso. Er war als Priester und Privatsekretär des Bischofs im Bistum Ouahigouya tätig. Nachdem er bereits Urlaubsvertretungen als Pfarrer in Eisenstadt in Österreich übernommen hatte, machte er in St. Pölten den Master im Kanonischen Recht. 2017 begann er das Studium des Kirchenrechts an der Universität Wien und war als Pfarrvikar im Pfarrverband Melk-Sankt Koloman tätig. Nach erfolgreichem Abschluss seines Studiums in Kirchenrecht in Wien und seines Studiums des kirchlichen Archivars in Köln hängt er nun seine Promotion im Kanonischen Kirchenrecht in Wien an.

Auf die Frage, was ihn bewogen hat, in Deutschland und in Österreich zu studieren, meinte Abbé Félix: "Bei einem Besuch der Klostergemeinschaft in Melk 2009 habe ich Pater Benedikt kennengelernt, den ich zu meiner Priesterweihe 2013 in meine Heimat eingeladen habe. Er verweilte bei uns für drei Wochen. Bei seinem Aufenthalt hat er in Übereinstimmung mit der Klostergemeinschaft in Melk zugesagt, ein Projekt für Kinderausbildung in Burkina Faso zu unterstützen. So war ein freundschaftlicher Kontakt zu dem Kloster in Österreich hergestellt. Auf Wunsch meines Bischofs begann ich dann das Studium des Kirchenrechts in Wien, die persönliche Entscheidung ist zweitrangig. Da der Priesterberuf eher eine Berufung ist, entscheidet der Bischof, welcher Priester sich entsprechend seiner Fähigkeiten spezialisiert. Die Tätigkeit als Pfarrvikar im Pfarrverband war meine Entscheidung, um in der Praxis wertvolle Erfahrungen als Seelsorger zu gewinnen“.

Leichtes Spiel für Terroristen

Der Anteil der Katholiken in Burkina Faso liegt bei etwa 19 Prozent mit steigender Tendenz, erklärte der Priester. "Christen und Muslime leben friedlich miteinander. Der bedrohlich wachsende Terrorismus in unserem Land ist nicht, wie es erscheint, ein religiöses Problem, sondern ein wirtschaftliches." Das widrige Klima mit Dürreperioden und Hochwasser gefährde die Ernten, sodass weder die Ernährung der Bevölkerung noch ihre Existenz gesichert seien. "Die Corona-Pandemie verschärft die Situation zusätzlich. Unsere Bevölkerung gehört zu der ärmsten weltweit. Unter den Ärmsten der Armen haben die Terroristen bei der Werbung um Anhänger mit guter Bezahlung ein leichtes Spiel, denn der Staat zeigt hier wenig Präsenz, sodass sich die Bevölkerung von diesem auch allein gelassen fühlt." Aufgrund des Terrorismus seien rund 500 000 Menschen innerhalb des Landes auf der Flucht, und die gelte es, wie Abbé Félix sagt, mit Nahrung, Kleidung und Medikamenten zu versorgen und für sie eine Bleibe zu schaffen. Hier sehe sich die Kirche in der Verantwortung.

 
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