Viele Unternehmen verlagern ihre Produktion immer mehr ins Ausland. Insbesondere China stellte viele Jahre einen attraktiven Produktionsstandort für ausländische Unternehmen dar. Das hat sich jedoch geändert. Die Firma Lüdecke aus Amberg betrifft dies allerdings wenig. Schon früh entschied sich das Unternehmen gegen den Produktionsstandort China. Auf Nachfrage von Oberpfalz-Medien gibt der Vertriebsleiter und Geschäftsführer Andreas Sperl an, dass die Entscheidung für den Produktionsstandort Deutschland von Anfang an eine strategische Entscheidung gewesen sei.
In China habe das Unternehmen, das seit 1949 in Amberg produziert, nie Produkte gefertigt. Die Firma Lüdecke setzt als einen entscheidenden Wettbewerbsfaktor auf das Siegel "Made in Germany", erklärt Sperl. Damit würden viele Kunden "Flexibilität, Qualifikation und Schnelligkeit der Mitarbeiter in Deutschland" verbinden. Durch diese Eigenschaften konnte sich die Firma Lüdecke "gerade in der jetzigen Zeit einen deutlichen Wettbewerbsvorteil erarbeiten".
Sperl räumt jedoch auch ein, dass es durch den Standort Deutschland nicht immer ganz einfach sei, dem Preisdruck durch andere Länder wie China standzuhalten. Seiner Meinung nach sei die Firma Lüdecke jedoch wegen ihrer modernen Technologie und des Fachwissens der Mitarbeiter konkurrenzfähig. "Das überwiegt gegenüber manchem Cent, dem man gegebenenfalls nachgeben muss."
Wichtiges Wirtschaftsland für Oberpfälzer Unternehmen
Ganz auf eine Zusammenarbeit mit China kann die Firma Lüdecke dann aber doch nicht verzichten. Dr. Jürgen Helmes, Hauptgeschäftsführer der IHK Regensburg, bestätigt, dass China für bayerische Unternehmen ein wichtiger Markt ist. "Im Jahr 2020 betrug das bilaterale Handelsvolumen zwischen Bayern und China insgesamt 33,9 Milliarden Euro. Dabei stand Bayern für ein Fünftel der gesamtdeutschen Exporte nach China", erklärt der Wirtschaftsexperte.
In der Oberpfalz seien rund 350 Firmen im Chinageschäft aktiv. "Davon exportieren knapp über 200 Unternehmen ihre Produkte und Dienstleistungen nach China." Helmes fügt hinzu, dass fast über 100 Firmen aus der Oberpfalz eine Niederlassung, Produktionsstätte oder Auslandsvertretung in China haben. Importe würden rund 90 Betriebe tätigen.
Nachhaltige Rohstoffe
Dazu zählt auch die Firma Lüdecke. Das Unternehmen für Kupplungssysteme kaufe manche Komponenten von chinesischen Unternehmen zu. Laut Sperl sei der Zukauf von Komponenten aus China allerdings gering. "Zu unseren Lieferanten aus China führen wir seit Jahrzehnten eine gute und zertifizierte Partnerschaft", fügt Sperl hinzu. Alle anderen Rohstoffe beziehe Lüdecke von deutschen oder europäischen Herstellern.
Dabei spiele auch das Thema Nachhaltigkeit eine wichtige Rolle, erklärt Sperl. "Als Produzent sind wir uns unserer Verantwortung beim Energie- und Ressourcenverbrauch durchaus bewusst, deshalb beschließen wir jedes Jahr umfangreiche Maßnahmen." Das Thema sei für viele Kunden "durchaus ein Auswahlkriterium" für die Firma Lüdecke, sagt Sperl.
Herausforderungen in China
Im Gegensatz zur Firma Lüdecke wollen drei Viertel der deutschen Unternehmen ihre Investitionen in China jedoch steigern, sagt Wirtschaftsexperte Helmes. "Und das, obwohl die Herausforderungen in den Wirtschaftsbeziehungen zu China zugenommen haben."
Einschränkungen seien vor allem im politischen und regulatorischen Umfeld zu beobachten. Deutsche Firmen in China berichten in einer Umfrage der Deutschen Auslandshandelskammer (AHK) von einer Bevorzugung lokaler chinesischer Wettbewerber und einer wachsenden Beeinträchtigung durch die anhaltende Abschottung des Landes sowie einer Fokussierung Chinas auf die Binnenwirtschaft.
"Zu unseren Lieferanten aus China führen wir seit Jahrzehnten eine gute und zertifizierte Partnerschaft."



















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