20.12.2018 - 10:36 Uhr
AmbergOberpfalz

Prominenter Leerstand voller preisgekrönter Architektur

Der Bund Deutscher Architekten (BDA) vergibt auch heuer fünf Auszeichnungen und sieben Anerkennungen für Bauwerke in Niederbayern und in der Oberpfalz. Die erste Station der Ausstellung mit ausgewählten Bauten ist ein Amberger Leerstand.

Die Wanderausstellung des Regionalpreises Niederbayern-Oberpfalz 2018 des Bundes Deutscher Architekten wählt als erste Station Amberg. Die Arbeiten sind noch bis Sonntag zu sehen.

Ob neue Funktion für eine Scheune oder ein lichtdurchflutetes Atelier mit Wohnhaus, Gemeindeverwaltung oder gar eine Burg - es sind die Architekten aus unseren Breiten, deren Aufgabe darin besteht, zeitgenössische Bauten integriert in Heimat und Kultur zu errichten. 27 Architekten und Bauherren aus der Oberpfalz sowie 29 aus Niederbayern werden mit dem Regionalpreis Niederbayern-Oberpfalz, kurz regiNo, und der dazugehörigen Wanderausstellung vorgestellt und gekürt.

"Sie zeigen einen aktuellen Querschnitt der hohen Qualität des Bauens unserer beiden Regionen", weiß BDA-Kreisvorsitzender Jakob Oberpriller. Zur Identität eines Raumes gehöre das Bauwerk und dessen Umfeld. Die Herausforderung für einen Architekten bestehe darin, eben diese regionale Identität zu erhalten, obgleich die Verfügbarkeit außergewöhnlicher Materialien fast unendlich erscheine. Dazu gehöre auch die sinnvolle Lösung vieler Aspekte und Wünsche, um ein Grundstück vollständig ausnutzen zu können. In Hinblick auf historisches Erbgut und dessen sensiblen Umgang, ist die Revitalisierung der Burganlage Falkenberg mit neuem Tagungszentrum ein Paradebeispiel. Entstanden ist ein Ensemble aus Neubau und 1000-jährigem Bestand. Die Verwendung von historisch authentischem Rohstoff wie Schiefer und Holz sowie der Einsatz moderner Technik tragen laut Jury zu einem harmonischen und zukunftsfähigen Ganzen bei. Der moderne Hingucker mit Wow-Effekt ist das neue Gebäude der Feuerwehr Altstadt in Regensburg. Die rot gepixelte Außengestaltung der Fahrzeughalle setzt den städtebaulichen Akzent im Bereich des Brückenkopfes und entlang der Straße.

Ein weiteres Gebäude ist der Neubau einer multikonfessionellen Kirche in Grafenwöhr - für amerikanische Soldaten und deren Familien, die an einem der größten Truppenübungsplätze Europas stationiert sind. Kultur, Religion, Tradition und Region mussten in Einklang gebracht werden - dabei muss das Bauwerk praktisch als Fundament für Internationales sowie Interkonfessionelles agieren. Die große Herausforderung bestand darin, einen großen sakralen Raum ohne Symbole zu errichten. Die Netzaberg Chapel Grafenwöhr ist stimmig, atmosphärisch und warm. Ein heiliger Raum, der alle Glaubensrichtungen vereint.

56 Projekte wurden von der unabhängigen Jury, bestehend aus Architekturkritiker Hubertus Adam aus Zürich sowie den Architekten Professor Rolf Dieter, Professorin Lydia Haack, Julio de la Fuente aus Madrid und Karl Rhöse als Vorzeigeobjekte ausgewählt. Bis Sonntag, 23. Dezember, sind die kreativen Bauwerke und ihre Beschreibung in der Bahnhofstraße 1 zu sehen. In dem Leerstand, in dem einst die Buchhandlung Lieret und später der Jack-Wolfskin-Laden untergebracht waren.

Jakob Oberpriller, Architekt und Vorsitzender des BDA-Kreisverbandes Niederbayern-Oberpfalz, im Gespräch mit Bürgermeister Martin Preuß über außergewöhnliche Bauten Bayerns und deren Entstehung durch Bauherren und Architekten.
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