03.02.2020 - 11:52 Uhr
AmbergOberpfalz

Protest in Amberg: Greenpeace fordert Stopp von Siemens-Engagement bei Kohlebergwerk

"Werner von Siemens würde Adani stoppen". Mit dieser Parole hat Greenpeace am Montag die Siemens-Mitarbeiter begrüßt. Es geht um das Konzern-Engagement für eine australische Kohlemine. Manche Beschäftigte zeigen mit dem Daumen nach oben.

Aktivisten von Greenpeace haben am Montagmorgen am Eingang von Siemens protestiert. Es geht um das Engagement des Konzerns für ein australisches Kohlebergwerk.
von Stephanie Wilcke Kontakt Profil

"Es geht uns ausdrücklich nicht gegen Siemens oder die Konzern-Mitarbeiter", sagt Günther Sparrer von der Greenpeace-Ortsgruppe Weiden, Regensburg und Nürnberg am Montagmorgen vor dem Betriebstor in der Werner-von-Siemens-Straße.

Siemens-Chef Joe Kaeser steht eine ungemütliche Hauptversammlung bevor

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Es regnet wie aus Eimern, trotzdem wollen die Umweltaktivisten ihrem Unmut über die Politik des Unternehmens Luft machen. Wie schon Fridays for future prangert Greenpeace an, dass Siemens beim Bau eines umstrittenen Kohlebergwerks in Australien der indischen Adani Group mitmacht. Daher ist zu lesen: "Rotes Licht für Adani" oder "Siemens raus aus dem Vertrag". Laut Aussage von Greenpeace haben sich 200 Firmen entschlossen, sich nicht bei dem Projekt zu beteiligen. "Die Kohle muss in der Erde bleiben. Es gibt keine Möglichkeit, noch mehr Kohle zu verbrauchen."

"Kaeser verkauft Zukunft"

Von einem Konzern-Sprecher, der für Bayern zuständig ist, hatte die Ortsgruppe im Vorfeld die Zusage bekommen, dass der Betriebsleiter ein Präsent an diesem Tag entgegennimmt. Er lässt die Aktivisten im Regen stehen. Stattdessen bekommt der Sicherheitschef ein Bild von Werner von Siemens überreicht. Darauf ist ein Spruch des erfolgreichen Unternehmers von 1884 vermerkt "Für den augenblicklichen Gewinn verkaufe ich die Zukunft nicht". "Das macht Joe Kaeser aber gerade", sagt Sparrer. "Der Klimaschutz muss jetzt beginnen. Wir können uns keine Firmen mehr leisten, die nur Greenwashing betreiben."

Regelmäßig protestieren in Amberg Jugendliche für den Klimaschutz

Damit meint er, dass sich der Standort dadurch auszeichne, unter anderem Verpackungsmüll zu vermeiden und zu recyceln und bei der Produktion auf Blei zu verzichten. "Das hilft uns nicht, wenn Siemens gleichzeitig in Australien ein Mega-Projekt unterstützt." Die Adani-Group will in Australien eines der größten Kohlebergwerke der Welt aufbauen, das aus fünf Untertageminen und sechs Tagebaustätten bis zu 60 Millionen Tonnen Kohle pro Jahr fördern soll. "Wir versuchen, die Unternehmen beim Wort zu nehmen."

Der Greenpeace-Protest findet auch in den kommenden Tagen statt - konkret an 22 Siemens-Standorten. "Der eine oder andere Beschäftigte hat uns im Vorbeigehen den Daumen nach oben gezeigt. Viele Siemensianer finden das nicht gut, was die Spitze macht", sagt Sparrer. Am Mittwoch findet in München die Hauptversammlung der Siemens-Aktionäre statt.

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