05.07.2019 - 11:51 Uhr
AmbergOberpfalz

Radweg von Hirschau nach Amberg: Ja, aber nicht sofort

Ein Radweg zwischen Hirschau und Amberg: Überlegungen dazu gibt es seit über zehn Jahren. Jetzt präsentiert das Staatliche Straßenbauamt ein Konzept – und muss doch weiter um Geduld bitten.

Wenn der Radweg endet (Symbolbild), und der Radler auf eine viel befahrene Straße ausweichen muss, wird es gefährlich. Zwischen Amberg und Hirschau ist das so.

In Steiningloh stellte Stefan Noll vom Staatlichen Straßenbauamt das Gesamtkonzept vor: eine Kombination aus der Nutzung und Verbesserung vorhandener Feldwege und weniger neuer Verbindungsstücke an neuralgischen Punkten. Noll verwies auf die zunehmende Bedeutung des Radverkehrs zur Freizeitgestaltung, aber auch für den Arbeitsweg.

Die Verbindung genieße höchste Priorität, dennoch könne erst gebaut werden, wenn die offenen Grundstücksfragen geklärt seien, und Geld zur Verfügung stehe. In diesem Jahr könnte, wenn es finanziell machbar sei, als erstes das Teilstück von der Ortsverbindungsstraße Krondorf bis zum Weiher bei Urspring geteert werden. Die Möglichkeit, nicht nur straßenbegleitend zu bauen, sondern auch günstig gelegene Feldwege einzubeziehen, gebe es erst seit einigen Jahren, berichtete Noll. Gerade Berufstätige bräuchten kurze Wege. Und Freizeitradler würden zu große Anstiege gern meiden. Deshalb müsse eine gute Mischung gefunden werden.

Auf einer Grafik hat das Straßenbauamt die geplante Strecke des Radwegs (rote Linie) zwischen Hirschau und Immenstetten eingezeichnet.

Feldwege einbeziehen

Der Plan führt die neue Rad-Strecke von Hirschau aus auf dem bereits fertigen Weg Richtung Gebenbach, links ab nach Krondorf und von dort zur Staatsstraße 2238. Davor zweigt sie rechts in den Feldweg ab, bis zum Weiher bei Urspring. Um den Umweg über Urspring zu sparen, soll die Trasse nach links das kurze Stück zur Staatsstraße zurückführen. Hier soll ein neues, straßenbegleitendes Teilstück bis zur Ortsstraße rechts nach Steiningloh erstellt werden.

In Steiningloh muss die Staatsstraße überquert werden. Wenn möglich, soll die Kreuzung umgebaut und mit einer Querungshilfe ausgestattet werden. Dann geht es weiter auf dem bestehenden Feldweg nach Immenstetten. Dieser Umbau kann laut Noll erst begonnen werden, wenn die Stadtwerke Amberg hier die Wasserleitung neu verlegt haben. Wo diese liegt, scheint nicht genau bekannt zu sein, wurde sie doch schon vor 1900 eingebaut. Noll hofft, dass das Teilstück nächstes Jahr angegangen werden kann.

In Immenstetten zweigt die Trasse kurz rechts ab, um dann nach dem Bach links in den bestehenden Feldweg bergauf zu münden, der direkt zur Kreuzung beim Industriegebiet führt. Diese gilt als Unfallschwerpunkt und soll daher in einen Kreisverkehr umgebaut werden, in den die Einfahrt ins Industriegebiet integriert wird. Das könne aber noch ein paar Jahre dauern, meinte Noll. Mit einer Querungshilfe geht es wieder über Staatsstraße, rechtsseitig weiter bis Bernricht, wo es einen Anschluss ans Amberger Radwegenetz über Neubernricht und Ammersricht gibt.

Stark befahrene Straße

Die Reaktionen der Anwesenden auf das Konzept waren positiv. Allerdings wurde die Hoffnung laut, dass die nötigen Grundstücksverhandlungen gut laufen. Es sollte jetzt schon zeitnah etwas passieren: Darin waren sich die Fraktionsvorsitzenden im Hirschauer Stadtrat einig. Man sehe, wie rund um Hirschau das Radwegenetz verbessert werde - nur vom Kaolinpott nach Amberg klaffe eine Lücke. Die Notwendigkeit des Projekts unterstrich Bauoberrat Noll mit der Information, dass die Staatsstraße mit fast 10000 Fahrzeugen, davon 15 Prozent Schwerverkehr, sehr stark befahren sei. Auch aus Sicherheitsgründen wolle man den Verkehr hier deshalb trennen. Eine sehr schnelle Lösung ist aber wohl nicht zu erwarten, eher häppchenweise dürfte es vorangehen, war der Eindruck der Anwesenden.

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