06.06.2019 - 11:18 Uhr
AmbergOberpfalz

Rapper Ben Salomo am Gregor-Mendel-Gymnasium

Ein in der Szene bekannter deutscher Rapper im Klassenzimmer - das ist am Gregor-Mendel-Gymnasium Unterricht der etwas anderen Art.

Ben Salomo mit Schülern der 9. Klassen
von Externer BeitragProfil

Ein in der Szene bekannter deutscher Rapper im Klassenzimmer - das ist am Gregor-Mendel-Gymnasium Unterricht der etwas anderen Art. Ben Salomo war zu Gast am GMG und überraschte Schüler und Lehrer mit einem Statement gegen Antisemitismus und Diskriminierung. Der in Kooperation mit der Buchhandlung Volkert aus Sulzbach-Rosenberg organisierte Vortrag gilt als Beitrag zum Profil "Schule ohne Rassismus, Schule mit Courage". Der Förderverein machte dank seiner Unterstützung den Auftritt möglich.

Immer wieder berichtete Salomo von persönlichen Erfahrungen mit Judenfeindlichkeit und Antisemitismus in Kindheit und Jugend, später ließ er sich von seinem Publikum sogar zu einer musikalischen Einlage animieren: Unterstützt vom Beat des Publikums rappte er seinen Song "Identität", in dem er sich zu seinen jüdischen Wurzeln bekennt. Die Initialzündung für seine Absage an die Rap-Szene, in der er selbst mit der Sendung "Rap am Mittwoch" bekannt geworden war, lieferte der Echo-Skandal 2018.

Damals war den Rappern Kollegah und Farid Bang der Preis verliehen worden - trotz einiger Textzeilen wie: "Mein Körper definierter als von Auschwitz-Insassen." Ben Salomo äußerte harsche Kritik an der Vergabe: "Im Kontext des Battle-Rap sind solche Aussagen diskussionsfähig, aber einen Preis dafür verleihen - da hat der moralische Kompass des Ethikrates der Echo-Jury versagt."

Im Umgang mit einer derart gewaltverherrlichenden, frauenverachtenden und antisemitischen Musik riet er zur kritischen Reflexion: "Konsumiert sie nur mit Filter. Hört sie euch an, aber übertragt sie bloß nicht auf euer eigenes Leben", sagte der Musiker. Am Ende stand ein deutlicher Appell: "Es braucht eine laute Mehrheit gegen Antisemitismus. Bleibt nicht still. Steht nicht achselzuckend daneben, wenn einer als Jude oder als Schwuler oder als zu dick oder was auch immer bezeichnet wird. Hakt nach, fordert denjenigen heraus. Sagt ihm: Deinen Scheiß wollen wir hier nicht."

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