18.11.2019 - 13:30 Uhr
AmbergOberpfalz

Real in Amberg: 102 Mitarbeiter bangen um Arbeitsplätze

Während die Manager fernab von Amberg über das Fortbestehen der Real-Märkte verhandeln, geht es draußen an der Fuggerstraße zu wie im Taubenschlag. Der Laden brummt, auch wenn seine Zukunft ungewiss ist.

Der Real-Markt in Amberg steht vor einer ungewissen Zukunft.
von Uli Piehler Kontakt Profil

Seit bekannt ist, dass die Metro-Gruppe die Real-Kette an den Immobilieninvestor Redos verkaufen will, herrscht Ungewissheit. Bleibt der Standort Amberg erhalten, firmiert der Einkaufsmarkt bald unter einem anderen Namen oder wird er gar leerstehen? 102 Beschäftigte müssen sich mit diesen Fragen herumschlagen - ausgerechnet jetzt, wo das Weihnachtsgeschäft anläuft. In Weiden bangen 65 Mitarbeiter um ihre Zukunft.

Ende Oktober hieß es, die Metro-Gruppe und Redos hätten sich bereits auf einen Deal zu den insgesamt 277 Märkten geeinigt. Edeka, Rewe, Globus und Kaufland stünden als mögliche Käufer von rund 180 Märkten im Raum. Einige Filialen wolle die Metro-Gruppe als Real-Märkte weiterführen. 40 Märkten drohe aber die Schließung. Nur zwei Wochen später meldet das Handelsblatt, dass die Verhandlungen stockten und nun alles wieder zur Disposition stehe.

Bericht des Handelsblatt zur Zukunft der Real-Märkte

Auch in Weiden bangen Real-Mitarbeiter um ihre Zukunft

Weiden in der Oberpfalz

Die Real-Zentrale mit Sitz in Düsseldorf hält sich auf Anfrage von Oberpfalz-Medien weiterhin bedeckt. Die Verhandlungen über den Verkauf der Märkte seien noch nicht abgeschlossen, teilte die Pressestelle lediglich mit. Aus "verkaufstaktischen Gründen" könne nach wie vor keine Auskunft über einzelne Märkte gegeben werden.

Bei der Gewerkschaft Verdi betreut Monika Linzmeier die Real-Mitarbeiter in Bayern. "Die Unsicherheit ist eine enorme Belastung für die Betroffenen", sagt sie. Sie wünscht sich Klarheit, fürchtet aber, dass sich die Hängepartie noch Wochen hinziehen wird. Linzmeier rechnet frühestens zum Jahreswechsel mit Informationen. "Unser Ziel ist es, möglichst viele Arbeitsplätze abzusichern, die Betriebsratsstrukturen und die Zugehörigkeit zum Flächentarifvertrag zu erhalten." Ein wichtiges Anliegen sei es deshalb, den Verkauf an selbstständige Kaufleute (wie bei Edeka oder Rewe) zu verhindern. "Sonst ist die Tarifbindung weg." Es sei bekannt, dass Edeka derzeit den Kauf von deutschlandweit 87 SB-Märkten prüfe. Eine entsprechende Anfrage liege beim Bundeskartellamt vor. Nicht klar sei aber, um welche Märkte es sich dabei handle.

Unterdessen berichtet die Wirtschaftswoche, dass der zähe Verkaufsprozess bereits auf das Geschäft der Handelskette durchschlage. Als einziger großer Lebensmittelhändler in Deutschland verliere Real derzeit Umsatz, berichtet die Zeitung über die aktuellen Marktdaten.

Analyse der aktuellen Marktdaten

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