12.10.2019 - 14:51 Uhr
AmbergOberpfalz

S-Bahn bald nach Amberg?

Die Amberger SPD eröffnet ihren Wahlkampf. Zusammen mit dem Nürnberger Oberbürgermeister Ulrich Maly. Der wartet mit einem überraschenden Vorschlag für eine Anbindung Ambergs an die Kulturregion Nürnberg auf.

Die Amberger SPD-Oberbürgermeisterkandidatin Birgit Fruth im Gespräch mit dem Nürnberger OB Ulrich Maly (vorne). Mit dem Besuch des prominenten Sozialdemokraten gestaltete die Amberger SPD ihren Wahlkampfauftakt zur Kommunalwahl.
von Andreas Brückmann (brü)Profil

Gut 20 Minuten Verspätung hatte der Nürnberger Oberbürgermeister. Diesmal war es kein Stau auf der Autobahn, der für die Verspätung sorgte, sondern Malys Teilnahme an der Nürnberger Lichterkette für die Opfer der Bluttat eines Rechtsextremen in Halle.

Die Gesprächsrunde mit Maly, zu der die Amberger SPD mit ihrer Oberbürgermeisterkandidatin Birgit Fruth geladen hatte, war zum einen die Eröffnung des Wahlkampfs für die Kommunalwahlen am 15. März 2020. Unterstützt wurde die Veranstaltung sowohl vom Europaabgeordneten Ismail Ertug als auch vom früheren Amberg-Sulzbacher Landrat Armin Nentwig.

Der SPD-Europaabgeordnete Ismail Ertug.

Birgit Fruth ging zunächst auf Regionalpolitisches ein: „Ich möchte als Kandidatin für das Amt des Oberbürgermeisters, dass ab nächstem Jahr endlich wieder eine andere Politik Einzug in dieser Stadt hält. Nach 60 Jahren Herrschaft einer Partei tut es not, dass in Amberg einfach ein neuer, frischer Wind durch die Straßen weht.“

Ulrich Maly und Birgit Fruth.

Zum anderen stand der Abend unter dem Motto „Past Forward“. Unter diesem Slogan bewirbt sich die Stadt Nürnberg als Kulturhauptstadt Europas 2025. Was das nicht nur für Nürnberg selbst, sondern für die gesamte Metropolregion Nürnberg, zu der auch Amberg zählt, bedeutet, erläuterte zunächst Maly, nach Birgit Fruth laut einer Umfrage der „beliebteste Bürgermeister“ Bayerns.

„Nürnberg bewirbt sich als Kulturhauptstadt – Nürnberg bewirbt sich mit der Region als Kulturhauptstadt“, so der OB. Seit den 1980er Jahren wird dieser Titel vergeben. „Es ist ein Wettbewerb, der uns zusammenwachsen lässt.“ Und er sei „ein Anreiz für die beteiligten Städte, mehr in Kultur zu investieren“.

Die Diskussionsrunde (von links): Künstlerin Hanna Regina Uber, der Nürnberger OB Ulrich Maly, die Amberger SPD-OB-Kandidatin Birgit Fruth, der Vorsitzende des örtlichen Hotel- und Gaststättenverbands, Norbert Stöckl, und der Leiter des Luftmuseums, Wilhelm Koch.

Dass es in Amberg, dem gallischen Dorf am Rande des Verkehrsverbundes Nürnberg, gute Kultur zu sehen, zu erleben und auch zu schmecken und zu genießen gibt, das kam bei der Diskussionsrunde heraus. Wobei man das ja eigentlich schon lange weiß.

Mit dabei waren die Künstlerin Hanna Regina Uber aus Aschach, Luftmuseums-Leiter Wilhelm Koch und der Vorsitzende des örtlichen Hotel- und Gaststättenverbandes, Norbert Stöckl.

„Die Frage, ob das auch eine Chance für Amberg ist, würde ich spontan mit Ja beantworten“, so die Künstlerin und Bildhauerin Uber. „Wir haben bereits mit der Stadt Amberg ein Konzept entwickelt, uns noch besser zu präsentieren.“

Künstlerin Hanna Regina Uber.

Für Wilhelm Koch steht fest: „Es ist schön, dass sich die Nürnberger da so reinstecken und auch unsere Region mitnehmen wollen. Nur die Metropolregion Nürnberg ist sehr groß, vielfältig, aber auch weit auseinander“, so Kochs Bedenken. „Auch Hof gehört dazu – und wie macht man sie hier in Amberg spannend, dass wir auf dieser Landkarte dann auch erscheinen“ so die Frage des Luftmuseums-Chefs.

Weiterführend gefragt: „Wie kann ich es als kleine Stadt Amberg schaffen, dass jemand aus Nürnberg extra nach Amberg kommt, gerade als Kulturhauptstadtbezirk, aus Nürnberger Sicht ganz weit im Osten gelegen?“ Kochs abschließende Meinung: „Das wird nicht einfach hier.“

Ulrich Maly bei der Diskussionsrunde.

Eventuell gibt es ja, sollte es so weit kommen, im Jahr 2025 dann nach Malys Worten Millionen an Fördermitteln durch den Freistaat sowie durch die Bundesregierung. „Und sollte es so weit kommen, dann wäre es unter den gegebenen Umständen und im Rahmen der Mittel vorstellbar, dass die Nürnberger S-Bahn ihre letzte östliche Station in Amberg erhält.“

Das ist aber erst mal Zukunftsdenken. Neben Nürnberg bewerben sich sieben weitere Städte: Magdeburg, Dresden, Chemnitz, Zittau, Gera, Hildesheim und Hannover. Im Sommer 2020 findet eine Vorauswahl unter den deutschen Bewerberstädten statt. Die endgültige Entscheidung fällt Ende 2020.

Ulrich Maly bei der Diskussionsrunde.
SPD-Oberbürgermeisterkandidatin Birgit Fruth.
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