08.10.2019 - 18:32 Uhr
AmbergOberpfalz

Schläge werden teuer vor Gericht

Wer seine Faust einsetzt, um jemandem eine Lektion zu erteilen, braucht mit Milde nicht zu rechnen. Zumal dann, wenn in seinem Vorstrafenregister steht, dass er schon einmal gewalttätig geworden ist.

Es war nicht das erste Mal, dass er einen Streit mit Gewalt beendet hat: Dafür ist ein 35-Jähriger jetzt am Amtsgericht Amberg zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden.
von Autor HWOProfil

Beim Amtsgericht vergeht fast kein Tag ohne Körperverletzungsdelikte auf dem Sitzungsplan der Strafjuristen. Nach den Verhandlungen gibt es in aller Regel lange Gesichter bei den Angeklagten. Denn angesichts von Hieben, die andere erdulden müssen, schlägt die Justiz mit ihren Mitteln zurück.

Blutige Nase

Vor Richterin Sonja Tofolini saß nun ein 35-Jähriger, der vor einem Lokal im nördlichen Landkreis die Meinungsverschiedenheit mit einem Kontrahenten auf seine Weise regelte. Der Mann zog aus und schlug dem anderen die Nase blutig. "Tut mir wirklich leid", argumentierte der 35-Jährige im Prozess. Eine Entschuldigung hatte das Opfer nie gehört.

Die Vorsitzende blätterte in den Akten und fand heraus, dass der Angeklagte in der Vergangenheit schon einmal eine Auseinandersetzung mit Schlägen beendet hatte.

"Da kann es keine Geldstrafe mehr geben", ließ Richterin Tofolini anklingen. Die Staatsanwaltschaft verlangte für das rigorose Vorgehen ein halbes Jahr Haft mit Bewährung und forderte "ein Monatsgehalt" als Geldauflage.

Schmerzensgeld fürs Opfer

Im Urteil standen dann vier Monate Gefängnis mit Bewährung, 1000 Euro Geldbuße und 300 Euro Schmerzensgeld für das Opfer. "So", unterstrich die Richterin, "kann man Probleme nicht regeln."

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