03.08.2018 - 11:16 Uhr
AmbergOberpfalz

Nach Schlägen ab ins Gefängnis

Eigentlich, so sagen die Anwälte, seien ihre Mandanten eher unmaßgeblich an der massiven Auseinandersetzung beteiligt gewesen. Die Richterin ist anderer Ansicht. Sie schickt beide Angeklagte hinter Gitter.

Es gibt noch einen weiteren Prozess in dieser Sache, weil einer der beteiligten Zecher für einige Zeit abgetaucht und für die Justiz vorübergehend nicht greifbar war.

Eigentlich, so sagen die Anwälte, seien ihre Mandanten eher unmaßgeblich an der massiven Auseinandersetzung beteiligt gewesen. Die Richterin ist anderer Ansicht. Sie schickt beide Angeklagte hinter Gitter.

Um den Sachverhalt zu klären, waren zwei Prozesstage nötig. Weit über ein Dutzend Zeugen wurden gehört, einer sogar mehrfach. So formte sich das Bild von einer Szenerie, die an einem Sommermorgen letzten Jahres kurz nach 7 Uhr primär geprägt war von lautem Geschrei. Deutlich wurde aber auch, dass zugeschlagen wurde. Und zwar aus nichtigem Grund. Drei Männer hatten die Nacht durchgesoffen und lungerten auf einem Supermarkts-Parkplatz an der Regensburger Straße herum. Dort kamen um diese Zeit bereits Passanten vorbei. Sie wurden um Zigaretten und Geld angeschnorrt. Unter ihnen befand sich ein 62-Jähriger, der eben aus einer Bäckereifiliale trat und einem der Zecher empfahl, er möge arbeiten gehen und nicht andere Leute belästigen.

Sofort angegangen

Ab dann ging es rund. Der Mann wurde zu Boden geschubst, erhielt wohl auch Schläge, kam in den Schwitzkasten. In seiner Not öffnete der 62-Jährige den Kofferraum seines Wagens, holte eine darin liegende Machete heraus und drohte damit. Zum Einsatz aber kam das säbelartige Messer, das der Besitzer zum Entasten von Bäumen nutzt, nicht. Wohl aber die Macheten-Scheide. Einer der Raufbolde schnappte sich das hölzerne Futteral und drosch damit zu. Als eine Polizeistreife eintraf, wurden auch die Beamten angegangen und beleidigt. Außerdem kam es zu Widerstandshandlungen.

An den zwei Verhandlungstagen ging es nun darum, den Ablauf des morgendlichen Intermezzos möglichst detailliert zu klären. "Das ist nicht gelungen", waren sich die beiden Verteidiger Jörg Jendricke und Michael Schüll einig. Was unter dem Strich als Vorwurf bleibe, seien für ihre Mandanten ein Schubser und Beleidigungen. Dafür verlangten sie Geldbußen oder aber kurze Freiheitsstrafen mit Bewährung.

Kein Grund zu Milde

Staatsanwältin Julia Weigl betrachtete das umfangreiche Vorstrafenregister der beiden 29 und 31 Jahre alten Männer. Sie hielt die Körperverletzugsdelikte, die Beleidigungen, den Widerstand für erwiesen und forderte Haftstrafen ohne Bewährung. Für den 29-Jährigen eineinhalb Jahre, für den 31-Jährigen dreizehn Monate.

Richterin Julia Taubmann trat an die Seite der Anklagevertreterin. Sie verhängte 18 Monate für den jüngeren der beiden Beschuldigten und schickte dessen Mittäter für neun Monate ins Gefängnis. Zur Bewährung sah sie keinen Anlass.

Gegen den dritten Beteiligten an der Ausschreitung wird demnächst gesondert verhandelt. Er war längere Zeit abgetaucht. Deshalb hatte sich die Justiz dazu entschlossen, das Verfahren gegen ihn abzutrennen.

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