08.02.2019 - 15:09 Uhr
AmbergOberpfalz

Schüler protestieren lautstark für den Klimaschutz

Zum ersten Mal streiken Amberger Schüler für den Klimaschutz. Schule schwänzen musste dafür niemand, da in Stadt und Landkreis ohnehin der Unterricht ausfiel. Auf dem Bürgerplatz trifft sich der harte Kern, immerhin 150 Schüler.

von Andrea Mußemann Kontakt Profil

Organisatorin Kira Fenselau (15) ist begeistert. "Ich dachte ja eigentlich, dass wegen des Glatteises keiner kommt", sagt die Neuntklässlerin vom Erasmus-Gymnasium, "aber jetzt bin ich froh, dass so viele da sind". Es ist kurz vor halbzwölf. Normalerweise wäre jetzt die fünfte Stunde. Heute tragen die Kinder und Jugendlichen Transparente in Richtung Bahnhof. Darauf stehen Sprüche wie "Die Dinos dachten auch sie hätten noch Zeit", "Was, wenn auch unsere Scholle schmilzt" oder "Papa, was ist ein Schneemann?". Dazu rufen sie "Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr uns die Zukunft klaut".

Sie stellen sich um die Bürgerkugel. Am Mikrofon ist Lena Ibler (17), sie animiert die Menge, wiederholt gebetsmühlenartig Sprüche. "Es ist schade, dass heute die Schule ausgefallen ist", erklärt sie später im Gespräch. Es habe Klassen gegeben, die sich kollektiv befreien lassen wollten. "Aber umso cooler ist, dass so viele da sind. Schade ist es um die Schüler aus dem Landkreis. Sie hatten nicht spontan die Möglichkeit, herzukommen."

Auch Erwachsene und Eltern haben sich unter die Demonstranten gemischt. Für Hermann Dotzler ist die Aktion einfach genial. Der Lehrer im Ruhestand findet es "Wahnsinn, was Greta Thunberg losgetreten hat". Diana Kalliga (18) vom Max-Reger-Gymnasium steht heute auf dem Bürgerplatz, "weil wir hier leben möchten und auch unsere Kinder". Extra aus Sulzbach-Rosenberg vom Herzog-Christian-August-Gymnasium kommt Ronja Berberich. Die 15-Jährige hat ein Transparent mit der Aufschrift "Warum lernen ohne Zukunft" mitgebracht. "Ich will etwas für die Umwelt tun", sagt sie. Damit hat sie das gleiche Ziel wie Christoph Lösch (17) vom Gregor-Mendel-Gymnasium. "Ich denke, dass es wichtig ist, für den Klimaschutz einzutreten", erklärt der Elftklässler. Begonnen werden könnte damit beispielsweise schon im öffentlichen Personennahverkehr. "Warum muss man ab der elften Klasse das Busticket selber bezahlen? Das führt dazu, dass viele mit dem Mofa oder Roller in die Schule kommen." Andreas Frauendorfer (18) findet es ebenfalls sinnvoll, sich zu engagieren, denn "wir sind ein Teil der Zukunft". Aus den Lautsprechern dröhnt Michael Jacksons "We are the world". Die Mittagszeit ist durch. Für viele der Kinder und Jugendlichen ist es immer noch eine Minute vor zwölf.

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