Update 09.08.2018 - 15:20 Uhr
AmbergOberpfalz

Wo der Schuh des Alltags drückt

Landtags-Kandidaten der Linken setzen fast ausschließlich auf soziale Themen.

Wollen für die bayerischen Linken in den Landtag (von links): die Kreisvorsitzende Mittlere Oberpfalz Eva Kappl (Stimmkreis Schwandorf), Wolfgang Berndt (Stimmkreis Amberg-Sulzbach) und Landessprecher Ates Gürpinar, Listenführer in Oberbayern.
von Michael Zeissner Kontakt Profil

Amberg. (zm) Ihren Wahlkampfauftakt für Amberg und die Region hat sich die Linke anders vorgestellt. Wegen einer kurzzeitigen Unwetterwartung am Donnerstagnachmittag wurde der Infostand auf dem Marktplatz erst gar nicht aufgebaut und der Direktkandidat des Stimmkreises Cham und Oberpfälzer Sitzenkandidat, Marius Josef Brey, war familiär verhindert. Also blieb es bei einer Pressekonferenz, bei der Optimismus als Grundstimmung vorherrschte.

Der Direktkandidat für den Stimmkreis 301 Amberg-Sulzbach, Wolfgang Berndt, setzt auf den Schulterschluss mit den Gewerkschaften. Das verwundert nicht, schließlich ist er auch DGB-Kreisvorsitzender. Daraus schöpft er seine Zuversicht und aus dem Ergebnis der Bundestagswahl 2017, als Die Linke in der Region bei rund 6,5 Prozent einlief. Bei den Landtagswahlen 2013 waren es noch 2,38 (Erststimmen) beziehungsweise 2,01 (Zweitstimmen) Prozent.

Ates Gürpinar, der zusammen mit der Bundestagsabgeordneten Eva Bulling-Schröter als Spitzenkandidaten-Duo der bayerischen Linken firmiert, gibt sich nicht minder zuversichtlich. Er geht davon aus, dass "die 450 000 Wählern in Bayern, die uns bei den Bundestagswahlen ihre Stimme gegeben haben", bei der politischen Stange bleiben dürften. Eine vor wenigen Wochen nicht für möglich gehaltene Schwäche der CSU, das Darniederliegen der SPD, der sich für eine Koalition anbiedernde Kurs der Grünen und eine wegen ihrer politischen Inhalte nicht der Rede Werte FDP gibt er als Gründe an.

Das vordringliche Ziel, die absolute Mehrheit der CSU nicht mehr zuzulassen und die AfD möglichst klein zu halten, möchte Gürpinar durch eine programmatische Konzentration auf soziale Themen erreichen. "Flüchtlinge, das ist von rechts besetzt und die Leute können und wollen es nicht mehr hören", sagt der bayerische Spitzenkandidat dazu und benennt die Wohnungsnot, Ärztemangel, Pflegenotstand und das Armutsrisiko Verrentung als Schwerpunkte seiner politischen Ansätze.

Sichtbar, so Eva Kappl, Kreisvorsitzende Mittlere Oberpfalz und Direktkandidatin im Stimmkreis 307 Schwandorf, werde das auch durch die Teilnahme an dem Volksbegehren "Stoppt den Pflegenotstand". Ein entsprechendes Aktionsbündnis mit weiteren Mitstreitern für Amberg werde am Freitag, 17. August, bei einem Treffen ab 19 Uhr im Schloderer-Bräu gegründet. Darüber hinaus soll bis zur Wahl am 14. Oktober auch noch Parteiprominenz in die Region kommen.

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