Amberg
03.02.2019 - 15:15 Uhr

Schulden sind nicht gleich Schulden

Offiziell beträgt die Pro-Kopf-Verschuldung in Amberg 432 Euro. Das Statistische Bundesamt dagegen vermeldet hier zuletzt eine Zahl, die etwa dreieinhalb mal so hoch ist. Kämmerer Franz Mertel kann das aber erklären.

"Wir sprechen hier vom Haushalt
der Stadt. Einen
Gesamtabschluss machen wir nicht.": Franz Mertel, Kämmerer der Stadt Amberg Bild: Petra Hartl
"Wir sprechen hier vom Haushalt der Stadt. Einen Gesamtabschluss machen wir nicht.": Franz Mertel, Kämmerer der Stadt Amberg

Die Auswertung der Wiesbadener Statistik-Experten kommt auf einen Wert von 1536 Euro Schulden pro Amberger Bürger. Damit liegt die Stadt unter den kreisfreien Städten mit den wenigsten Schulden in Deutschland auf dem zweiten Platz hinter Dresden (1478).

Wie kann es aber sein, dass es zwei so unterschiedliche Aussagen zur Verschuldung gibt? Kämmerer Franz Mertel trägt noch mehr zur Verwirrung bei, wenn er sagt, beide Werte seien richtig, sie kämen nur auf unterschiedlichem Wege zustande. Zur Zahl von 432 Euro erläutert Mertel: "Wir sprechen hier vom Haushalt der Stadt. Einen Gesamtabschluss machen wir nicht." Der sogenannte kamerale Haushalt erfasst also nur die Schulden der Stadt Amberg an sich. Mertel betont, die Stadt mache daher auch keinen "konsolidierten Abschluss".

Demnach entsteht ein Pro-Kopf-Schuldenwert von 1536 Euro, wenn zu den Verbindlichkeiten der Kommune (dem sogenannten Kernhaushalt) zusätzliche Extrahaushalte, unter die die kommunalen Zweckverbände fallen, und die Verschuldung von öffentlichen Einrichtungen wie Krankenhäusern und Energieversorgern gezählt werden.

"Das sind natürlich eigenständige Unternehmen, die eine selbstständige Rechtsperson darstellen", sagt Mertel. "Die 1536 Euro sind die sogenannten integrierten Schulden." Aber auch diese seien 2018 im Vergleich zum Vorjahr gesunken. "2017 hatten wir noch eine Pro-Kopf-Verschuldung von 1609 Euro."

 
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