08.09.2020 - 15:48 Uhr
AmbergOberpfalz

Schulstart in der Pandemie: 20 Kinder, Frosch Fredi und Corona

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Sechs Wochen Sommerferien sind zu Ende, die Schule hat wieder begonnen. Für zahlreiche Kinder in Amberg ist es der erste Schultag überhaupt. Das ist an sich schon etwas Besonderes. Und wegen Corona erst recht.

Diszipliniert haben die Erstklässler der gebundenen Ganztagsklasse der Barbara-Grundschule über den Hintereingang das Gebäude betreten, jetzt müssen sie sich die Hände desinfizieren. Alles klappt wie am Schnürchen. Nach dem Unterricht werden die Mädchen und Buben die Schule über den Haupteingang wieder verlassen.
von Kristina Sandig Kontakt Profil

Am Tor zum Sportplatz hängen Luftballons als Willkommensgruß. Auf dem Areal selbst sind gelbe, runde Poller verteilt. 20 Stück. Jeder Poller markiert den Platz, den jeder Abc-Schütze samt Eltern und Geschwister einnehmen darf. Großeltern bleiben außen vor, sie müssen die Begrüßung der Erstklässler als Zaungäste verfolgen – Corona und der Infekktionsschutz diktieren auch an der Barbara-Grundschule die Regeln für die Abc-Schützen.

Schulstart in der Coronavirus-Pandemie

Amberg

4 Erstklässer sind es heuer an der Barbara-Grundschule. Statt alle gemeinsam begrüßt Rektorin Elke Schmidt die drei Klassen hintereinander – versetzt, mit halbstündigem Abstand. Den Anfang macht die 1aG, die gebundene Ganztagsklasse, in der der Unterricht bis 16 Uhr läuft. Und es ist auch die Klasse von Leonie (6). Das Mädchen wartet mit Mama, Papa und der fast dreijährigen Schwester Alexandra, dass es endlich los geht mit der Schule. Aufgeregt sei sie schon, gesteht Leonie. Aber auch voller Vorfreude. Stolz zeigt sie ihre Schultüte, die ihre Mama gebastelt hat. Was da wohl drin sein mag? Leonie weiß es nicht. Sie hofft auf viele Süßigkeiten, „was zum Malen und einen Gutschein für Klamotten“. Viele Geschenke für die Erstklässlerin hätten gar nicht in die Schultüte gepasst, erzählt ihr Vater lachend. Leonie freut sich nicht nur darauf, sondern auch auf die Schule selbst. „Da lernt man viele Sachen“, sagt das Mädchen.

Was wohl in der Schultüte drin sein wird? Die sechsjährige Leonie ist schon ganz gespannt und hofft auf viele Süßigkeiten, Malsachen und Gutschein für Klamotten.

Die Schulleiterin spricht von einem ausgeklügelten und durchgeplanten System für die Einschulung unter Corona-Bedingungen. Die Eltern der Erstklässler seien ausführlich per Mail darüber informiert worden. Trotzdem sind um 8.30 Uhr schon welche da, die erst später dran sind. Sie müssen warten. Neben Rektorin Elke Schmidt steht Julia Seitz. Sie wird die 1aG unterrichten. In der Hand hält sie einen grasgrünen Plüschfrosch. Schmidt lässt ihren Blick über den Sportplatz schweifen. Alle gelben Markierungspunkte sind um 8.31 Uhr besetzt – es kann los gehen. Sie würden lesen lernen, Bilder malen, mit Zahlen jonglieren und Freundschaften schließen, sagt die Rektorin zu den Kindern. Der große Moment sei jetzt endlich da: Aus den Kindergartenkindern sind Schulkinder geworden. Schmidt wünscht den Mädchen und Buben, dass die Schulzeit sie froh und glücklich machen werde. Nach einem Gruppenbild – auf dem die Kinder wegen Corona auf Abstand zueinander zu sehen sind – führt Julia Seitz ihre Schützlinge über den Hintereingang ins Gebäude.

Einschulung an der Barbaraschule in Coronazeiten: Die gelben Poller markieren die Punkte, an die sich jeder Erstklässler mit seinen Eltern hinstellen darf.

Diszipliniert folgen die Mädchen und Buben ihrer Lehrerin, desinfizieren sich die Hände, setzen sich im Klassenzimmer auf ihre Plätze, hängen die Schultaschen an die Haken und nehmen den Mundschutz ab. Julia Seitz klappt die Tafel auf: Angepinnt sind dort die Namensschilder. Nacheinander holen die Kinder sich ihre Schilder ab. Mundschutz auf, nach vorne gehen, zurück an den Platz, Maske ab und Namensschild aufstellen – das klappt in der 1aG wie am Schnürchen. Nanu, da hängt doch noch ein Schild an der Tafel, obwohl schon jedes Kind seines hat? Die Mädchen und Buben überlegen nicht lange, wem das gehört: Fredi, dem grasgrünen Plüschfrosch. Sein Platz ist auf dem Pult der Lehrerin.

Jedes Kind darf sich sein an die Tafel gepinntes Namensschild abholen.
Und auch Frosch Fredi, dessen Platz auf dem Pult der Lehrerin ist, hat ein Namensschild.

Julia Seitz liest den Abc-Schützen die Geschichte von Leo Löwe, Isidor Igel und Hasi Hase vor. Draußen begrüßt derweil Rektorin Elke Schmidt die nächsten Erstklässler. Die Kinder der IaG dürfen dann sagen, was sie selbst gut können. Alexandra meldet sich sogleich. „Ich kann schon lesen, schön malen, ein bisschen rechnen“, zählt sie auf und fährt fort: „Ich habe das Seepferdchen gemacht und kann schon schwimmen.“ Auch Ghaith meldet sich, Julia Seitz ruft ihn auf. Der Bub erzählt, dass er ein Rad schlagen und schnell laufen kann. Und: „Ich kann schon alleine mein Bett machen.“ „Das ist ja toll“, lobt die Lehrerin. Von Lego bauen bis Klettern und das Abc schreiben: In der Aufzählung der Kinder ist so ziemlich alles dabei.

Lehrerin Julia Seitz gibt die erste Hausaufgabe auf: Die Kinder dürfen ihre Schultüte malen.

Bevor der erste Schultag zu Ende geht, gibt Julia Seitz noch eine Hausaufgabe auf. Die Kinder dürfen am Nachmittag eine Vorlage so gestalten, wie ihre Schultüte aussieht. Und sie sollen das malen, was in der Schultüte drin ist. Um 9.29 Uhr verlassen die Kinder das Klassenzimmer. In Zweierreihen folgen die Abc-Schützen Julia Seitz durch den Haupteingang nach draußen. Dort warten schon die Eltern auf sie. „Alles hat gut geklappt“, freut sich die Lehrerin. Für die Kinder steht aber ein ganz wichtiger Punkt noch aus: Schultüte auspacken.

Geschafft: Die Abc-Schützen verlassen nach nur einer Stunde die Barbaraschule schon wieder, der Unterricht ist beendet.
Info:

Zwei Gottesdienste

Traditionell finden zu Schuljahresbeginn Anfangsgottesdienste für die Schüler statt. Das ist auch an der Barbara-Grundschule an der Raiffeisenstraße so. Doch wegen der Coronavirus-Pandemie wurde für alle 56 Erstklässler in der Erlöserkirche kein gemeinsamer Gottesdienst gefeiert. Angeboten wurden stattdessen zwei Gottesdienste am ersten Schultag: einer um 8 Uhr und einer um 11 Uhr. Wie Schulleiterin Elke Schmidt ausführte, mussten sich die Familie dafür auch anmelden.

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