13.09.2021 - 14:43 Uhr
AmbergOberpfalz

Schulstart: Schub für Digitalisierung durch Pandemie

In Amberg und Amberg-Sulzbach beginnt der Unterricht nach den Sommerferien: Fast 7000 Schüler in 332 Klassen kommen allein in den Grund- und Mittelschulen zusammen. Digitalisierung, Lernrückstände, Ganztagsangebote: Unser Überblick.

Die Albert-Schweizter-Grundschule hat in einem Pilotprojekt auf 1:1-Ausstattung umgestellt: Jeder Schüler bekommt ein eigenes digitales Endgerät - und darf es nach Abschluss der vierten Klasse behalten.
von Tobias Gräf Kontakt Profil

28 Grund- und 13 Mittelschulen gibt es in Amberg und dem Landkreis Amberg-Sulzbach. Nach dem Ende der Sommerferien kehrt dort reges Treiben ein – der Präsenzunterricht läuft wieder regulär. Doch ist wirklich alles wie zuvor? Die Pandemie hat einiges verändert. Wie die Digitalisierung voranschreitet, welche Schüler mit Lernrückständen zu kämpfen haben und welche Betreuungsangebot es gibt: Im Gespräch mit Oberpfalz-Medien geben die Leiterin des staatlichen Schulamtes, Beatrix Hilburger, und ihr Stellvertreter, Stephan Tischer, einen Überblick. Die beiden Schulamtsdirektoren sprechen nur für die Grund- und Mittelschulen.

Den Zahlen des Schulamtes zufolge werden 1186 Kinder zum Schuljahr 2020/21 neu eingeschult. Insgesamt sind es 6966 (Vorjahr: 6938) Schüler an den Grund- und Mittelschulen in Amberg und dem Landkreis. Mit einer Zahl von 1777 machen Schüler mit Migrationshintergrund rund 25,5 Prozent aus. In drei sogenannten Deutschklassen, die es in Amberg an der Barbara-Grundschule und an der Dreifaltigkeits- und der Luitpold-Mittelschule gibt, bekommen Nicht-Muttersprachler eine intensive Deutsch-Förderung.

758 Lehrkräfte

Insgesamt konnten 332 Klassen (Vorjahr 337) gebildet werden, die sich mit 207 Klassen auf die Grund- und 125 auf die Mittelschulen verteilen. Im Durchschnitt sitzen 21,9 Schüler in einer Grund- und 19,4 Schüler in einer Mittelschulklasse. Die Gesamtzahl aller Lehrer beläuft sich auf 758, darunter 81 kirchliche Lehrkräfte. "Das ist ausreichend, wir sind bei den Lehrer nicht schlechter versorgt als im Vorjahr", sagt Hilburger zufrieden.

Wichtig ist laut Hilburger auch das Programm "gemeinsam.Brücken.bauen". Dies sei ein zusätzliches und freiwilliges Förderangebot, um Pandemie-bedingte Lernrückstände aufzuholen. "Jede Schule in unserem Sprengel macht ein solches Angebot. Die Lehrer analysieren, welche Schüler Defizite haben, und bieten dann zusätzlichen Förderunterricht in den Ferien oder am Nachmittag an", erklärt Hilburger. Das Programm laufe seit Pfingsten und wurde auch in den Sommerferien nicht unterbrochen.

Laut Tischer gibt es hier Unterschiede. "Manche haben durch Corona und Homeschooling überhaupt keine Defizite. Aber vor allem dort, wo sowieso ein höherer Förderbedarf besteht, gibt es teils große Lücken. Gerade bei Schülern mit Migrationshintergrund ist der soziale Aspekt, der Austausch in der Schule, wichtig. Genau da setzt das Förderprogramm an", sagt der Schulamtsdirektor.

Offene Ganztagsbetreuung im Kommen

Tischer zufolge verbessert sich auch das Betreuungsangebot laufend. "Die offene Ganztagsbetreuung ist stark im Kommen und wird auch immer besser angenommen", bilanziert er. Ab 2026 gebe es sowieso einen Rechtsanspruch auf diese Betreuungsform, die im Schulamts-Sprengel bereits an 22 Schulen angeboten werde.

Tischer zeigt sich auch mit den Fortschritten bei der Digitalisierung zufrieden. "Es hat hier durch die Pandemie einen gewaltigen Schub gegeben, wir sind mittlerweile gut aufgestellt." Es sei zwar unbestritten, dass es gerade zu Beginn des Homeschoolings auch viele Probleme, wie überlastetes Internet oder nicht funktionierende Lernplattformen, gegeben habe, aber: "Viele Lehrer haben sich inzwischen gut eingearbeitet. Auch der Digitalpakt des Bundes hat massiv geholfen."

Tablet für jeden Schüler

Hilburger ergänzt zu den Anfangsschwierigkeiten: "Es geht nicht darum, dass etwas ideal ist. Sondern darum, am Ball zu bleiben und zu versuchen, immer besser zu werden." Diese stete Weiterentwicklung sei der Fall: So hätten sich inzwischen die ersten Schulen auf dem Weg hin zu einer 1:1-Ausstattung mit Schülerendgeräten gemacht – wie die Albert-Schweitzer-Grundschule in Amberg (Pilotprojekt). "Jeder Schüler bekommt ein eigenes Endgerät, also Tablet oder Laptop, am Sitzplatz gestellt und darf es am Ende seiner Grundschulzeit behalten", sagt Tischer.

Hilburger legt viel Wert darauf, dass ihre Lehrer im Bereich Medienkompetenz und -didaktik regelmäßig fortgebildet werden. "Wir sind hier sehr aktiv und wollen unsere Lehrer fit machen." Besonders stolz ist die Direktorin auf die Homepage www.dibiamas.de. "Wir sind der einzige Schulamtsbezirk mit einer eigenen Homepage zur digitalen Fortbildung von Lehrkräften." Die Seite biete Lehrkräften Tipps, Tools. Hilfen, Apps und Erklärvideos sowie Anregungen für den Unterricht. "Die Seite wird inzwischen von Lehrern aus Bayern und ganz Deutschland genutzt", sagt Hilburger. Und noch einen Pluspunkt gibt es: "Die Homepage ist öffentlich zugänglich, jeder Interessierte kann sich dort Anregungen holen."

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Amberg
Hintergrund:

Zahlen und Daten zum Schuljahr 2021/22

  • Schulen: 28 Grund-, 13 Mittelschulen, eine private Montessori-Schule
  • Schüler: 6966 Schüler, darunter 1186 Abc-Schützen und 1777 mit Migrationshintergrund
  • Lehrer: 758, darunter 498 Lehrer, der Rest untergliedert sich in Fach- und Förderlehrer, Anwärter und 81 kirchliche Lehrkräfte
  • Klassen: 207 (Grundschulen), 125 (Mittelschulen), zusammen 332. Durchschnittliche Klässenstärke 21,9 Schüler (Grundschule) und 19,4 (Mittelschule)
  • Größe: Kleinste Grundschule in Ehenfeld (27 Schüler), größte Pestalozzi-Grundschule in Sulzbach-Rosenberg (313). Kleinste Mittelschule in Freudenberg (40), größte Krötensee-Schule in Sulzbach-Rosenberg

 

 

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