23.08.2018 - 10:43 Uhr
AmbergOberpfalz

Schwitzen im Sägewerk

Sommerferien - das ist nicht nur wochenlang schulfrei. Viele Schüler nutzen die Zeit, um sich etwas Geld dazu zu verdienen. Doch diese Arbeit ist nicht immer ein Zuckerschlecken - AZ-Redakteure erinnern sich an ihren schlimmsten Ferienjob.

„Der Duft von Sägespänen liegt mir heute noch in der Nase“, sagt Uli Piehler über seinen Ferienjob im Sägewerk.
von Uli Piehler Kontakt Profil

Es war mein erster Ferienjob und er tat richtig weh. Obwohl ich mich gar nicht verletzt habe - was übrigens leicht hätte passieren können. Aber von Anfang an. Sommer 1990. Ferien und die Aussicht auf einen dreistelligen D-Mark-Betrag ließen mich als 14-Jährigen in einem Sägewerk vorsprechen. Der Betrieb brauchte mich nicht wirklich, der Chef aber war ein honoriger und liebenswürdiger Mann, der wohl einen Schulbuben nicht vom Hof jagen wollte. Jedenfalls hatte ich den Job. Und ich musste schon am ersten Tag richtig leiden. Denn es war erbärmlich heiß in diesem Sommer und nebenan - etwa 300 Meter entfernt - liegt ein Freibad mit schönem, großen Schwimmerbecken und Sprungbrett. Und ich konnte anhand der Wasserplatscher mitzählen, wie oft meine Freunde ins kühle Nass sprangen.

Drei Wochen ging das so. Ich habe Bäume an den Kran gehängt, Bretter gesäumt und Latten aufgestapelt. Und hatte dabei den Freibad-Sound im Ohr. Es war ein einziges Lechzen nach dem Sprung ins Wasser, während ich in der schwülheißen Sägebretter-Halle die Späne zusammengekehrt habe. Der Duft von frisch geschnittenem Holz liegt mir noch heute in der Nase - recht angenehm übrigens. Angenehm war auch, dass alle Finger dran geblieben sind und natürlich die blauen Hunderter nach dem letzten Feierabend. Einer davon ist zu einer Jeansjacke geworden. Hat dann im Nachhinein doch nicht so weh getan.

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