10.07.2018 - 16:27 Uhr
AmbergOberpfalz

Seltenes schweres Gerät auf Gailoher Hauptstraße

Die Gailoher Hauptstraße ist seit Beginn des Monats komplett gesperrt. Bis Ende August wechseln die Stadtwerke auf mehr als 500 Metern Wasserleitungen aus. Dabei kommt ein seltenes Gerät zum Einsatz.

Durch den Einsatz dieser Felsgrabenfräse kann die komplette Granulatschicht in der Gailoher Hauptstraße ohne Erschütterungen und Lärmbelästigung auf 550 Metern innerhalb eines Tages ausgebaut werden. Stadtwerke-Meister Jürgen Brunner (links) und Betriebsingenieur Stefan Prüfling kümmern sich darum, dass die Arbeiten wie geplant erledigt werden.

(tk) Ein Großteil der Leitungstrassen verläuft laut Stadtwerke-Sprecherin Karoline Gajeck-Scheuck unter öffentlichen Straßen. Viele von ihnen seien in den 50er- und 60er-Jahren gebaut wurden. Und sie alle wiesen eine gemeinsame Besonderheit auf: "Als Tragschicht unterhalb der Asphaltdecke wurde Hochofenschlacke, ein Abfallprodukt aus der Eisenverhüttung in Sulzbach-Rosenberg und Amberg, eingebaut." Aus den ehemaligen Schlackensanden entstehe im Laufe der Jahrzehnte eine betonharte Gesteinsschicht, die nur mit dem Meißelbagger und Presslufthämmern zertrümmert werden könne. Beim Aufbruch und Ausbau mit dem Meißelbagger entstünden starke Erschütterungen, die sich laut Gajeck-Scheuck negativ auf angrenzende Gartenmauern, Gebäude oder andere im Erdreich liegende Leitungen auswirken könnten.

Auf 550 Metern

Diese Arbeiten gingen auch mit einer erheblichen Lärmbelästigung für die Anwohner einher. Im speziellen Fall der Gailoher Hauptstraße habe nach drei Bohrungen festgestanden, dass auf der circa 550 Meter langen Wasserleitungstrasse mit einer betonharten Granulatschicht, die bis zu 60 Zentimeter dick ist, zu rechnen sei. Deswegen kam schon am Montag eine Felsgrabenfräse zum Einsatz. Der 42 Tonnen schwere und fast zwölf Meter lange Koloss, kann - vergleichbar mit einer überdimensionalen Kettensäge - mit seiner 93 Zentimeter breiten Kette, die mit einer Vielzahl von Stahlmeißeln bestückt ist, die Granulatschicht durchtrennen und Material seitlich aus dem Graben fördern, weiß die Stadtwerke-sprecherin. Das Besondere: "Durch den Einsatz des Großgerätes konnte die komplette Granulatschicht in der Gailoher Hauptstraße ohne Erschütterungen und Lärmbelästigung auf einer Länge von 550 Metern innerhalb eines Tages ausgebaut werden."

Gajeck-Scheuck vermutet: "Bei einer konventionellen Bauweise mit Meißelbagger hätten die Arbeiten fast bis zu einer Woche gedauert." Die weiteren Bauarbeiten könnten nun zügig fortgesetzt werden. Es sei geplant, das gesamte Vorhaben einschließlich der Auswechslung der Hausanschlüsse bis Ende August zu beenden. Zusätzlich zur Wasserleitung werde in der gleichen Trasse eine Gasleitung neu mitverlegt, so dass die Hauseigentümer in der Gailoher Hauptstraße nun die Möglichkeit hätten, auf die umweltfreundliche Erdgas-Energie umzusteigen.

Zwei weitere Straßen

Ab Herbst starten die Arbeiten für die Auswechslung der Wasserleitungen in der Weißenburger und Blücherstraße. Fragen zu den Projekten beantwortet Jürgen Brunner, der zuständige Meister für die Bereiche Gas, Wasser und Wärme, unter 603-710. Über das Strom-Netz klärt Werner Rubenbauer (603-620) auf.

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