26.04.2020 - 11:28 Uhr
AmbergOberpfalz

Serie "Virus und wir": Mit Mundschutz in den Regenwald

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"Virus und wir" - so heißt die Kolumne, in der Redaktionsmitglieder von Oberpfalz-Medien ihre Gedanken zur Coronakrise aufschreiben. Redakteurin Kristina Sandig liebt das Reisen in ferne Länder. Und jetzt?

Ein Traumurlaub wie hier auf den Seychellen rückt mit der Coronakrise in noch weitere Ferne.
von Kristina Sandig Kontakt Profil

"Reisen ist das beste, ja das einzige Heilmittel gegen Kummer", sagte Alfred de Musset, ein französischer Dichter. Nun, ich kann gar nicht soviel Kummer haben, wie ich reisen möchte. Meine Sehnsucht nach Ferne, fremden Kulturen, Monumenten der Weltgeschichte, Begegnungen mit Menschen auf der anderen Seite des Erdballs ist seit jeher riesengroß.

Meine Reiselust lebe ich in der derzeitigen Coronavirus-Pandemie gezwungenermaßen im kleinstmöglichen Radius aus. Der Gang durch die Regalreihen im Supermarkt mutiert zum Abenteuertrip, der Weg von daheim ins Büro fühlt sich an wie Work & Travel, der Passierschein im systemrelevanten Beruf verheißt soviel Freiheit wie nach dem Abitur das Interrail-Ticket.

Der bayerische Landesvater rät zu Ferien im eigenen Land. Was beneide ich die Franzosen um ihre Übersee-Départements. Martinique. Guadeloupe. La Réunion. Gehört alles zu Frankreich. Ja, da hätte auch ich nix gegen Urlaub daheim, Herr Söder! Ein Blick auf den Balkon genügt: Es könnte eng werden mit dem Infinity Pool. Ein Eimer voll feinpudrigen Sands aus dem Kaolinrevier könnte ein wenig für Strandfeeling sorgen, während ich den Caipirinha mit dem Annaberg im Rücken statt mit freier Sicht auf den Corcovado trinke und von den Sehnsuchtsorten träume, zu denen ich unbedingt noch möchte.

Einer liegt im Grenzgebiet von Uganda, Ruanda und der Demokratischen Republik Kongo. Dort, an den Hängen der Virunga-Vulkane, ist der Lebensraum der vom Aussterben bedrohten letzten Berggorillas dieser Erde. Deren Schicksal hat die amerikanische Primatenforscherin Dian Fossey mit ihrem Buch "Gorillas im Nebel" in die Welt hinaus getragen.

Einmal im Leben möchte ich die Menschenaffen aus nächster Nähe und in freier Wildbahn sehen. Rauf zu den Gorillas in den Regenwald darf nur, wer gesund ist. Wer infektiöse Krankheiten hat, muss in der Lodge bleiben. Näher als sieben Meter darf man den Primaten nicht kommen. Und Mundschutz muss man tragen, um sie vor Ansteckungen mit menschlichen Krankheiten zu schützen. Heimquarantäne, Abstand und Mundschutz - also, nach der Coronakrise ist das definitiv zu wuppen.

Volontärin Katrin Moch hat ihre eigene Meinung zu Mundschutz

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