24.04.2020 - 16:59 Uhr
AmbergOberpfalz

Die Maskenphobie

"Virus und wir" - so heißt die Kolumne, in der Redaktionsmitglieder von Oberpfalz-Medien ihre Gedanken zur Coronakrise aufschreiben. Volontärin Kathrin Moch stellt sich ihrer Maskenphobie.

Maskenpflicht in Bayern: Für Volontärin Kathrin Moch ist das ein Alptraum.
von Kathrin Moch Kontakt Profil

Maskenpflicht in Bayern. Für mich ein Alptraum in Stoffgestalt. Während manche Menschen sich leicht damit tun, Mund und Nase zu bedecken, verlerne ich schon beim Gedanken daran, wie man richtig atmet. Wie war das? Einatmen, Ausatmen. Stoff im Mund. Hilfe. Panik. Auch wenn mein Verstand es besser weiß, mault mein Angstzentrum mit ironischem Unterton: „Statt ner Maske, kannste dir auch gleich das Virus holen.“ Außerdem passen eine Nähmaschine und ich ungefähr so gut zusammen wie Coronavirus und Oktoberfest. Doch wie eine Kollegin, die zum ersten Mal Blutspenden war, meinte: Corona ist die Zeit der Neuanfänge. Auch in meinem Fall sollten Nadeln eine Rolle spielen: Ich beschließe eine Stoff-Maske zu nähen.

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Das Youtube-Video verspricht: „Maske nähen in 10 Minuten“. Klingt vielversprechend, denke ich und wühle im heimischem Fundus. Ein roter Stoff mit weißen Herzchen – da wird sich mein Freund freuen, wenn ich ihm auch eine nähe. Auf der Suche nach Faden werde ich für meine bösen Absichten bestraft: Ich steche mich an zwei Nadeln, und es tut höllisch weh. Mein Angstzentrum verdreht die Augen: „Ich hab‘s doch gesagt, Masken sind gefährlich.“ Jetzt geht es an die Front. Ran an die Nähmaschine. Schnell wird mir klar: Das mit der 10-Minuten-Maske wird nichts mehr. Die Zeit brauche ich schon, um den Faden einzufädeln. Dann das beruhigende Geräusch: Ratatata. Ich nähe! Hurra! Naja für fünf Minuten, dann steckt meine Maske-to-be in der Maschine fest. Ich finde die Prozedur schrecklich anstrengend und bewundere die Frau aus dem Video, die im Hintergrund Hunderte selbst genähte Kleidungsstücke präsentiert.

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Während meine Mama das Unheil wieder in Ordnung bringt, denke ich an berühmte Maskenträger: Der Ghostface-Killer aus Scary Movie, Hannibal Lecter, Jim Carrey in „Die Maske“, Michael Myers. Es dämmert mir, woher meine Angst kommt. Obwohl: Viel präsenter als die Masken-Mörder sind gerade all die Helden: Pfleger, Ärzte und alle anderen, die den Laden am Laufen halten, auch wenn das für sie wunde Abdrücke im Gesicht bedeutet. Jeder Einzelne, der beim Einkaufen Abstand hält und versucht seine Tröpfchen bei sich zu halten. Kurz gesagt: Die Helden von heute tragen keinen Umhang, sondern Maske. Als ich mein fertiges Exemplar anprobiere, freue ich mich über das Ergebnis. Auch wenn die Maske und ich sicher keine Freunde werden: Ich brauche nun dringend eine Atemübungs-App.

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Kommentare

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Walter Nordgauer

Dem Bürgern eine Maskenpflicht verabreichen und selbst keine tragen.Unsere Politiker im Bundestag hauen ihre Corona Spucke hinaus keiner hat einen Mundschutz.Das ist Vorbildlich das hab ich sogar meinen Kindern gezeigt.Wasser predigen aber Wein saufen.

25.04.2020