26.06.2019 - 11:02 Uhr
AmbergOberpfalz

Nach sieben Jahren Renovierung ist St. Katharina nun fertig

Sieben Jahre dauert die Renovierung der Friedhofskirche St. Katharina. Ein wahrhaft biblischer Zeitraum. Doch jetzt ist sie fertig, am Sonntag ist feierliche Wiedereröffnung.

Nach der Renovierung strahlt St. Katharina im neuen Glanz außen wie innen. Die Maßnahme zog sich am Ende über sieben Jahre hin.
von Adele SchützProfil

Modergeruch, Spinnweben, verrußte Decken und Wände gehören in St. Katharina der Vergangenheit an. Im Zuge der Renovierung wurde der Altarraum nach altem Vorbild gestaltet und die Seitenaltäre wieder eingerichtet. Auch der Kreuzweg wurde aufgefrischt. Verbessert wurden die Seitenzugänge der Friedhofskirche. Ausgeklügelt ist laut Pfarrei das Lichtkonzept mit einer indirekten Beleuchtung ohne sichtbare Leuchten, was eine angenehme Atmosphäre im Kirchenraum schaffe. Ebenso wurde die Beschallung verbessert. Das alles trägt dazu bei, dass der Kirchenraum freundlich wirkt.

"Man kann das Hochgefühl über den Abschluss der Renovierung der Katharinenkirche gar nicht in Worte fassen, das all jene verspüren dürften, denen die Friedhofskirche am Herzen liegt", sagt Dekan Markus Brunner, der Hausherr. Seit sieben Jahren sei das Gotteshaus nicht mehr zugänglich gewesen. "Eine nicht erwartete lange Zeit, was sicherlich nicht an St. Georg gelegen hat". Im August 2012 hatte sich bekanntlich ein Teil der Kirchendecke von St. Katharina gelöst, so dass aus Sicherheitsgründen eine Nutzung der Kirche nicht mehr möglich war. Bis 2013, so sagt es Pfarrer Markus Brunner, habe St. Georg die Generalsanierung des Kindergartens St. Georg abzuwickeln gehabt, erst dann sei an die Planung für die Renovierung von St. Katharina zu denken gewesen.

"Diese zog sich unverhältnismäßig lange hin", so Brunner. Ein Grund neben dem bürokratischen "Schneckentempo" ist nach seiner Darstellung die Frage nach dem Umfang der Renovierung gewesen. Für die Kirchenverwaltung St. Georg sei klar gewesen, dass die nur gründlich innen und außen erfolgen könne. Die Verantwortlichen der Diözese Regensburg dagegen wollten laut Brunner zwar eine umfängliche Außensanierung. Für Innen allerdings sei nur eine Notlösung vorgesehen gewesen. So hätten nur kosmetische Arbeiten mit einer Reinigung der Raumschale mit Neuanstrich im Kircheninneren erfolgen sollen.

Komplizierte Bauphase

"Da brauchte es viel Überzeugungsarbeit, insbesondere eine beachtenswerte Unterschriftenaktion, dass dies weder für die Kirchenverwaltung noch für die Bevölkerung akzeptabel ist", sagt Brunner. Schließlich ist der Pfarrei nach seinen Aussagen dann doch die komplette Innenrenovierung genehmigt worden, mit der Auflage, dass die Kirchenstiftung einen Großteil der Kosten zu tragen habe. Die Spendenbereitschaft der Gläubigen habe es ermöglicht, dieses Wagnis einzugehen. Letztlich seien wenigstens von staatlicher Seite Zuschüsse geflossen, so dass sich der Eigenanteil der Kirchenstiftung an der Finanzierung der Innenrenovierung etwas reduziert habe.

Die Bauphase hat sich laut Markus Brunner nicht minder kompliziert gestaltet. Das Bischöfliche Baureferat habe zur Auflage gemacht, dass der Pfarrei das Katholische Wohnungs- und Siedlungswerk Regensburg (KWS) als Baubetreuer zur Seite gestellt werde. Außerdem sollte die Verantwortung für die beiden Bauabschnitte außen und innen geteilt werden. "Unser Wunsch, dass die gesamte Maßnahme in einer Hand, in der von dem von der Pfarrei favorisierten Architekten Heinrich Schwirzer liegt, wurde nicht berücksichtigt", informiert Dekan Brunner.

Im Jahr 2016 konnte mit der Außenrenovierung begonnen werden. Der beauftragte Statiker hat laut Dekan Brunner eine Fertigstellung spätestens für Herbst 2017 zugesagt. Nicht nachvollziehbare Verzögerungen hätten dazu geführt, dass die Arbeiten im Außenbereich erst ein Jahr später im Herbst 2018 abgeschlossen worden seien. Die Ermahnungen an den Statiker, die zugesagten Leistungen zeitgerecht auszuführen, seien ebenso erfolglos gewesen wie die Bitten um Unterstützung gegenüber dem Bischöflichen Baureferat und dem KWS, die nötigen Schritte um einen rascheren Baufortschritt doch einzuleiten. So sei es zu einem unverhältnismäßig langen Zeitverzug gekommen, der nicht nur bei der Kirchenverwaltung, sondern auch unter der Bevölkerung zu Unverständnis und Verärgerung geführt habe, informierte der Geistliche in seiner Funktion als Bauherr. "Gott sei Dank wurde ab Herbst 2018 die Innenrenovierung vom Architekten Schwirzer zügig und professionell durchgeführt, so dass in einer Rekordzeit von wenigen Monaten dieser letzte Bauabschnitt abgeschlossen werden konnte", betont Dekan Brunner.

Der Weihbischof kommt

Am Sonntag, 30. Juni, feiert St. Georg die Wiedereröffnung der Friedhofskirche mit einer Pontifikalmesse mit Weihbischof Reinhard Pappenberger um 10 Uhr in St. Katharina. Da die Kirche nur begrenzt Platz bietet, wird im Kirchenhof zur Katharinenfriedhofstraße hin ein Bildschirm aufgebaut, damit alle Besucher den Gottesdienst mitverfolgen können. Der Pfarrgemeinderat sorgt für ausreichend Sitzgelegenheit. Zum gemütlichen Beisammensein mit Verköstigung durch den Pfarrgemeinderat von St. Georg und der Siedlergemeinschaft Katharinenhöhe im Friedhofshof im Anschluss sind alle Messbesucher eingeladen.

Um 13 Uhr können sich alle Interessierten über den genauen Bauablauf bei einer Kirchenführung mit Architekt Heinrich Schwirzer und Pfarrer Markus Brunner informieren lassen und sich ein genaues Bild von der Renovierung vor Ort machen. Für Fragen stehen beide zur Verfügung.

Die Wiedereröffnung der Katharinenkirche steht für Sonntag, 30. Juni, auf dem Programm. Zur Festmesse um 10 Uhr kommt Weihbischof Reinhard Pappenberger, die musikalische Gestaltung übernimmt die Chorgemeinschaft St. Georg. Außerdem werden Jana Müller (Sopran), Sebastian Brandl (Orgel) und Gesamtleiter Dieter Müller (Querflöte) weitere Stücke zu Gehör bringen.

Die letzten Renovierungsarbeiten im Innern der Katharienenkirche laufen derzeit auf Hochtouren, damit sie zur großen Eröffnungsfeier am 30. Juni abgeschlossen sind.
Im Zuge der Renovierung der Katharienenkirche wurde ein spezielles Belichtungskonzept mit einer indirekten Belichtung entwickelt, das eine angenehme und warme Atmosphäre im Kirchenraum schafft.
Kirchenpfleger Hans Paulus, Architekt Heinrich Schwirzer und Dekan Markus Brunner bei einem ihrer unzähligen Baustellentreffen in der Friedhofskirche.
Die letzten Renovierungsarbeiten im Innern der Katharienenkirche laufen derzeit auf Hochtouren, damit sie zur großen Eröffnungsfeier am 30. Juni abgeschlossen sind.
Die letzten Renovierungsarbeiten im Innern der Katharienenkirche laufen derzeit auf Hochtouren, damit sie zur großen Eröffnungsfeier am 30. Juni abgeschlossen sind.
Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Nachrichten per WhatsApp und Facebook Messenger

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.