Signum Quartett verzaubert Gäste im Amberger Stadttheater

Amberg
24.01.2023 - 16:01 Uhr

Luftgitarre, ade! Das Signum Quartett verband im Amberger Stadttheater Klassisches mit Klassikern und verblüffte dabei sein Publikum mit einer meisterhaften Umsetzung. Rock on, Mozart!

Spätestens nach dem Auftritt von vier Streichern im Stadttheater müssen Amberger Puristen der Kammermusik zugeben: Vermeintliche musikalische Stilbrüche erweitern den Klanghorizont. Immerhin, die Fidel ist ein Instrument, das in Europa seit der Neuzeit durch unterschiedliche musikalische Epochen ihren Klang kontinuierlich ertönen ließ und längst ihren Weg in die Popkultur gefunden hat. Das Signum Quartett jedoch ist, ungleich dem Wesen der Violine, die Ruhe vor dem Sturm.

Eingangs bewiesen Annette Walther, Florian Donderer, Xandi van Dijk und Thomas Schmitz sich als Meister ihres Metiers, indem sie Mozarts dramatisches Adagio und die Fuge c-Moll KV 546 durch absolut konzentrierte Linienführung präsentierten. Präzise Melodien und farbgesättigte Harmonien waren auch Merkmale der Darbietung von Franz Josef Haydns Streichquartett op. 20, Nr. 4, Menuetto. Auch Beethoven war mit von der Partie. Erd wurde respektvoll klar und zeitgenössisch umgesetzt, wie es von einem Streichquartett dieses Kalibers zu erwarten ist. Nicht ohne Grund ist das Signum Quartett regelmäßig vertreten in der Pariser Philharmonie, der London Wigmore Hall oder dem Amsterdamer Concertgebouw. Da fragt sich der einzelne Stadttheater-Besucher doch, wie es diese Violinisten in dieses, laut Deutscher Bahn "verschlafene", Kleinstädtchen verschlagen hat.

Rock meets Classic

Das Signum Quartett setzt mit seiner Fähigkeit, einen perfekten Übergang auf diverse Rocksongs zu schaffen, neue Maßstäbe. Mit den Arrangements von Matthijs van Dijk bekam das Publikum Rock-Klassiker von Jimi Hendrix, Led Zeppelin, Cream, Bob Marley oder Radiohead zu hören. Markante Phrasierungen und pointierte Akzentuierungen waren hier ausschlaggebend, vor allem wenn sich eine einzelne Melodie aus dem Kollektiv löste. Gar tänzerisches Temperament war elementar für die Darbietung. Gestrichene Klangfarben, geklopfte Takte, gezupfte Akzente und das Aufstampfen mit den Füßen: Das Programm hielt, was es versprach, und verblüffte das Publikum mit Überraschungseffekten wie dem Ausschwingen der Bögen.

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