06.02.2020 - 16:43 Uhr
AmbergOberpfalz

So sehen echte Vorbilder aus

Sie haben im entscheidenden Augenblick nicht gezögert und Menschen in einer Notlage geholfen: Am Mittwoch hat Regierungspräsident Axel Bartelt Oberpfälzer Lebensretter ausgezeichnet, darunter drei Frauen und einen Mann aus Amberg-Sulzbach.

Regierungspräsident Axel Bartelt (Vierter von links) ehrte Andreas und Sandra Löhnert, Johanna Decker und Roxana Creanga (mit Urkunde, von rechts). Zu den Gratulanten zählten auch Riedens Bürgermeister Erwin Geitner (rechts) sowie (von links) der Amberger Bürgermeister Martin Preuß, Sulzbach-Rosenbergs Bürgermeister Michael Göth, Landrat Richard Reisinger und auch der Neukirchener Bürgermeister Winfried Franz (Fünfter von rechts).
von Hanna Gibbs Kontakt Profil

Roxana Creanga aus Neukirchen bei Sulzbach-Rosenberg hätte ihre Belobigung für Lebensretter eigentlich aus den Händen von Ministerpräsident Markus Söder entgegennehmen sollen, doch zu dem Termin in München war sie verhindert. Deshalb übergab ihr Regierungspräsident Bartelt die Belobigungsurkunde samt der Christopherus-Medaille. Roxana Creanga hatte im März 2018 eine Frau aus deren verqualmter Wohnung gerettet.

Creanga hatte in dem Mehrfamilienhaus, in dem sie wohnt, einen Rauchmelder in einer Nachbarwohnung gehört. Sie bat eine Nachbarin, die Feuerwehr zu alarmieren. Sie selbst erreichte telefonisch den Vermieter der Wohnung, aus der der Alarm kam. Mit dessen Schlüssel konnte sie die Tür öffnen. Ihr schlug Rauch entgegen, doch davon ließ sich Creanga nicht abhalten. Sie trat ein und fand die 63-Jährige schlafend vor. Sofort weckte sie die Frau, brachte sie ins Freie und übergab sie an den eintreffenden Rettungsdienst. Sowohl die Gerettete als auch Creanga selbst wurden wegen einer Rauchgasvergiftung im Krankenhaus behandelt. Regierungspräsident Bartelt lobte das "selbstlose und beherzte Eingreifen, bei dem Sie auch sich selbst in große Gefahr gebracht haben".

Sandra und Andreas Löhnert aus Rieden waren im Mai 2019 einem Verunglückten zu Hilfe geeilt, nachdem sich auf der Staatsstraße 2165 in Höhe der Auffahrt zur A 6 bei Theuern ein schwerer Verkehrsunfall ereignet hatte. Ein Rollerfahrer hatte ein bevorrechtigtes Auto übersehen und wurde lebensgefährlich verletzt. Die Verletzungen waren über den gesamten Körper verteilt. Durch den Zusammenprall wurde dem Rollerfahrer zudem der linke Unterschenkel abgetrennt. Er blutete stark.

Sandra und Andreas Löhnert versorgten das Opfer bis zum Eintreffen der Rettungskräfte. Dadurch verhinderten sie, dass der Mann noch am Unfallort verstarb. Zwei Wochen später erlag der Rollerfahrer seinen schweren Verletzungen im Krankenhaus.

"Sie haben nicht weggeschaut, sich auch von starken Blutungen und einem abgetrennten Unterschenkel nicht abhalten lassen, einem Menschen, der in Lebensgefahr schwebte, zu helfen", sagte Bartelt und überreichte Sandra und Andreas Löhnert je eine öffentliche Anerkennungsurkunde für eine Lebensrettung. "Das verdient großen Respekt."

Ebenfalls mit einer öffentlichen Anerkennungsurkunde für eine Lebensrettung ausgezeichnet wurde Johanna Decker aus Sulzbach-Rosenberg. Sie hatte im Juli 2019 einem Verunglückten geholfen. Damals war ein Radfahrer (64) in Sulzbach-Rosenberg ohne Fremdeinwirkung gestürzt und hatte sich lebensbedrohliche Verletzungen zugezogen. Zeugen beobachteten den Unfall und setzten einen Notruf ab. Durch den Lärm und das Stimmengewirr war Decker auf die Situation aufmerksam geworden. Ohne zu zögern, rannte sie barfuß und nur mit einem Nachthemd bekleidet auf die Straße, um dem Mann, der mit einem stark blutenden offenen Schädel-Hirn-Trauma auf der Straße lag, zu Hilfe zu kommen. Decker kniete nieder und begann mit einer Herz-Druck-Massage, die sie bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes ausführte. Auch nach Übergabe des Verletzten an die Rettungskräfte unterstützte sie diese tatkräftig.

"Ihrem unverzüglichen, couragierten und besonnenen Handeln ist es zu verdanken, dass der Radler gerettet wurde", lobte Bartelt.

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