Amberg
03.01.2019 - 13:35 Uhr

Jetzt soll's der Müll-Hai richten

Das Amberger Nachtleben ist intensiv und attraktiv. Wie viele Partygänger unterwegs sind, kann nur vermutet werden. Die Summe der Hinterlassenschaften in der Altstadt lässt jedenfalls oft auf viele Leute schließen. Stichwort Müll.

Kein Bild mit Seltenheitswert. So sieht es in der Altstadt öfter aus. Stadt und Wirte suchen nach Lösungen und haben nun offenbar eine gefunden – sie heißt Müll-Hai. Bild: exb
Kein Bild mit Seltenheitswert. So sieht es in der Altstadt öfter aus. Stadt und Wirte suchen nach Lösungen und haben nun offenbar eine gefunden – sie heißt Müll-Hai.

Gerade dieses Thema ist auch den Amberger Wirten ein Dorn im Auge. Denn obwohl sie selbst ihre Flächen öfter reinigen, wird der Müll der Lokalbesucher ihnen angelastet. Dies wurde beim CSU-Kneipengespräch deutlich, an dem Gastwirte und CSU-Stadträte teilnahmen. Wie es in einer Pressemitteilung dazu heißt, deutete sich aber eine Lösung an: Der Müll-Hai soll kommen.

Das Problem ist bekannt: Die Wegwerfmentalität sorgt für Müll. Kneipengänger decken sich zwischen zwei Stationen mit Döner oder Pizza ein. Die Verpackung landet bestenfalls im Abfalleimer - der dann relativ schnell überquillt. Schlimmstenfalls hinterlassen die Nachtschwärmer den Abfall einfach vor dem nächsten Lokal auf der Straße. Eine Unsitte, die um sich greift. Christian Klostermann, dem das Blaue Haus (ehemals Engelchen) in der Unteren Nabburger Straße gehört, spricht es deutlich an: "Für die Anwohner ist ganz klar, der Dreck kommt von der Kneipe." Auch Josef Setzer, stellvertretender Leiter des Tiefbauamts, kennt die Problematik. Zwar habe die Stadt bereits zusätzliche Eimer aufgestellt und die Leerung ausgeweitet (Setzer: "Zweimal am Samstag und einmal am Sonntag"), aber eine für alle zufriedenstellende Lösung sei das noch nicht. Zumal laut Setzer die Kosten für die Müllbeseitigung allein in der Altstadt von 100 000 auf mittlerweile 300 000 Euro pro Jahr gestiegen sind.

"Mit zusätzlichem Geld alleine erreichen wir keinen echten Effekt", gab auch Oberbürgermeister Michael Cerny zu bedenken. Dennoch werde die Stadt zusätzlich eine neue Variante testen: Der Müll-Hai, ein in der Schweiz erfolgreich eingesetztes System, soll Abhilfe schaffen. Die bisher diskutierte Lösung mit Unterflur-Behältern werde nicht möglich sein, doch der neue Typ biete mehr Platz und zudem die Möglichkeit, Zigarettenkippen sauber zu entsorgen. Letztlich werde die Stadt den Kampf gegen den Müll aber nur gewinnen, "wenn sich das Bewusstsein ändert", sagte der OB. Ein Gedanke, den die Gastronomen teilen. Schon auf den Werbeflächen der Behälter sollte für eine "Haltet-Amberg-sauber"-Kampagne geworben werden.

CSU-Stadtrat Daniel Müller, der das Kneipengespräch zusammen mit den Ratskollegen Gabi Donhauser und Christian Schafbauer regelmäßig organisiert, versprach, bei dem Thema am Ball zu bleiben und sich für eine rasche Umsetzung einzusetzen.

Laut Daniel Müller ging es bei dem Treffen aber nicht nur um die Müllproblematik. Weitere Themen seien das Für und Wider eines Alkoholverbots, die Einsatzzeiten eines kommunalen Ordnungsdienstes, der richtige Umgang mit Beschwerdeführern und der Umgang mit minderjährigen Partygängern gewesen. In gut einem Jahr will Daniel Müller die Runde wieder zusammenrufen und überprüfen, ob es positive Effekte gibt.

 
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