22.04.2019 - 12:27 Uhr
AmbergOberpfalz

Spanner muss Strafe zahlen

Er kam aus dem Gebüsch, griff sich in die Hose und machte "eindeutige Bewegungen": Ein Spanner ist vom Amtsgericht Amberg zu einer Geldstrafe verurteilt worden.

Der 33-Jährigen schwieg, aber das half ihm nichts: Der Mann muss zahlen, weil er eine junge Frau sexuell belästigte.
von Autor HWOProfil

Der Badeweiher gleich neben der Bundesstraße 85 lädt an warmen Tagen zur willkommenen Abkühlung ein. Doch was eine junge Frau im Frühsommer letzten Jahres dort erlebte, glich eher einer unverhofften eiskalten Dusche. Veranlasst durch jemanden, der offenbar seine sexuellen Triebe nicht unter Kontrolle hatte. Was sich an dem Gewässer im Gemeindebereich von Kümmersbruck kurz vor der sogenannten Stundensäule abspielte, stand als Erregung öffentlichen Ärgernisses im Polizeiprotokoll und jetzt auch in einer Anklageschrift.

Als sie verlesen worden war, traf Amtsrichterin Sonja Tofolini auf einen sehr schweigsamen Angeklagten. Er hatte zwar Einspruch gegen einen Strafbefehl eingelegt, mochte aber kein Wort sagen. Das half dem 33-Jährigen allerdings wenig. Denn es gab eine junge Frau, die als Zeugin in aller Ausführlichkeit schilderte, welch seltsamen Ereignissen sie sich am Ufer des Badeweihers und dann auch, als sie Abkühlung im Wasser suchte, ausgesetzt sah. Da sei nämlich, hörte die Richterin, der nun im Gerichtssaal sitzende Herr in einem nahen Gebüsch aufgetaucht und habe sich in die Badehose gegriffen. "Mit eindeutigen Bewegungen."

Ein Spanner also, der während seines Treibens schamlos den Blickkontakt suchte. Nicht nur einmal. Denn wie die Vorsitzende weiter vernahm, sei der 33-Jährige öfter mal am besagten Gewässer zugange gewesen. Auch dann quasi aus dem Hinterhalt eines Gebüschs agierend und abermals mit der Hand in seiner Hose. "Ich war geschockt", beschrieb die 27-Jährige ihre damalige Lage. Es ging weiter. Die Richterin wurde ferner darüber in Kenntnis gesetzt, dass der 33-Jährige die Frau im Auto bis zu deren Wohnsitz verfolgte. Fast schon in Stalkermanier. Schlicht und ergreifend eine massive Belästigung. Damit hatte die Amtsrichterin eine lückenlose Schilderung.

Keine Chance für den Angeklagten. Er schwieg zwar weiter, ließ aber über Verteidiger Jörg Jendricke seinen Einspruch gegen den Strafbefehl zurücknehmen. Die Aufführungen am Badesee samt allen unliebsamen Begleiterscheinungen kosten ihn nun 800 Euro Geldstrafe.

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