17.01.2020 - 14:53 Uhr
AmbergOberpfalz

SPD Amberg startet in den Wahlkampf

Exakt 59 Tage vor dem Wahltag schaltet die Amberger SPD um in den Wahlkampfmodus. Spitzenkandidatin Birgit Fruth zeigt sich entschlossen, will aber bis zum 15. März auf persönliche Angriffe verzichten und mit Sachthemen punkten.

Drückende Enge herrschte im Nebenzimmer des Schießl beim offiziellen Wahlkampfauftakt der Amberger SPD.
von Andreas Ascherl Kontakt Profil

Mit dem Nebenzimmer der Gaststätte Schießl gingen es die Amberger Sozialdemokraten am Donnerstagabend lieber etwas vorsichtig an, was die Dimensionen angeht. Doch herrschte angesichts des Ansturms von Stadtratskandidaten und Interessenten drückende Enge und dicke Luft, als Stadtverbandsvorsitzender Martin Seibert zum Mikrofon griff, um die heiße Phase einzuläuten, den Kampf um den Posten des Oberbürgermeisters sowie um möglichst viele der 40 Sitze im Amberger Stadtrat.

Mit Elan und "toller Liste"

Seibert war durchaus bewusst, wie es aktuell um die bayerische Sozialdemokratie bestellt ist. "Wir werden trotz der Umfragezahlen mit Elan herangehen", sagte er und sprach von einer tollen Liste, mit welcher die Amberger SPD in die Kommunalwahl geht. "Uns geht es nicht um Streitgespräche, wir werden ganz klar sagen, was wir wollen", gab Seibert als Wahlkampfleitlinien vor: Punkten wollen die Sozialdemokraten mit Argumenten, nicht mit Angriffen auf den politischen Gegner. "Ich denke, wir haben das beste Programm", zeigt Martin Seibert Selbstbewusstsein und übergab das Mikrofon an die Spitzenkandidatin für das OB-Amt. "Die Bürger können sich für eine neue Politik entscheiden." Das sagte Birgit Fruth und versprach im Falle ihrer Wahl eine "Politik für alle und nicht für bestimmte Personengruppen." Das sei das Problem in Amberg. Politik werde hier für bestimmte Interessen gemacht. "Wir wollen Politik machen für die Vielen, nicht für die Wenigen", sagte Fruth.

Aktuell der größte Schlag für sie sei es, dass das Mercedes-Autohaus Widmann wahrscheinlich komplett nach Ebermannsdorf abwandert und nicht in Amberg bleibt, wo eine neue Firmenniederlassung gebaut werden sollte. "Die SPD hat jetzt die offizielle Frage gestellt, welche Verluste an Gewerbesteuer die Stadt durch den Wegmann von Widmann, Grammer und anderen zu verkraften hat", sagte Fruth, die eine Maßnahme sofort umsetzen will, sollte sie als überhaupt erste Frau ins Amberger Rathaus einziehen: Ein Wirtschaftsförderer soll direkt im Rathaus angesiedelt werden.

Das komplette Wahlprogramm zum Nachlesen.

Ansonsten präsentierte Birgit Fruth ein umfangreiches Wahlprogramm, mit dem ihre Partei am 15. März um Stimmen kämpfen wird. Unterteilt in die sechs Oberbegriffe "Bauen und Wohnen", "Wirtschaft und Mittelstand", "Umwelt, Klima, Energie", "Bildung und Soziales", "Tourismus und Kultur" sowie "Sport und Vereinsleben". Mehr sozialer Wohnungsbau und das Aktivieren von brachliegenden Baugrundstücken sieht die SPD als eine Aufgabe für die Zukunft. Darüber hinaus fordert sie vehement einen Mietspiegel für die Stadt zur Orientierung. "Das ist in allen größeren Städten Usus", sagte Birgit Fruth.

Ein Initiative gegen den Fachkräftemangel wollen die Sozialdemokraten ebenso starten wie einen Handwerkerhof für Kleinunternehmen. Dazu kommt die interkommunale Zusammenarbeit zur Erschließung von Gewerbeflächen. "Seit zwölf Jahren herrscht hier Stillstand", brachte Birgit Fruth das geplante Projekt mit Ursensollen aufs Tapet. "Alle Unternehmen wandern ab, Amberg hat das Nachsehen." Einen breiten Raum nimmt das Umweltthema bei den Amberger Sozialdemokraten ein.

Schwerpunkt Ökologie

Ob Photovoltaik in der Innenstadt oder ein komplett neues Mobilitätskonzept, die Arbeitsgruppe um den Forst-Ingenieur Florian Xeller hat zahlreiche Punkte auf die Tagesordnung für die nächsten sechs Jahres gesetzt. Zum Thema Bildung äußerte Birgit Fruth ihr Unverständnis darüber, dass es offenbar nicht gelinge, den tatsächlichen Bedarf an Betreuungsplätzen in der Stadt zu ermitteln. Das Stadttheater - oder vielmehr dessen Sanierung und Umbau - haben die Sozialdemokraten im Bereich Kultur im Blick. "So, wie der erste Preis im Wettbewerb ausgefallen ist, so wollen wir das nicht haben", sagte Fruth. Mit dem Programm will die SPD jetzt zu den Bürgern, will sie davon überzeugen, ihr Kreuz am 15. März bei ihr zu machen. Und natürlich bei OB-Kandidatin Birgit Fruth.

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