21.01.2020 - 16:47 Uhr
AmbergOberpfalz

SPD-Ruf nach Ruf-Bus auf Mariahilfberg

Autor Friedrich Brandl erzählt in seinem Buch "Ziegelgassler", wie er schon als Kind mit seinen Eltern regelmäßig auf den Berg gegangen ist. Aber wie kommt jemand auf den Berg, der nicht so gut zu Fuß ist?

Mit ihrer OB-Kandidatin Birgit Fruth (Mitte) an der Spitze macht sich die SPD Gedanken darüber, wie Menschen, die nicht so mobil sind, bequem auf den Mariahilfberg kommen. Die Lösung könnte ein Anruf-Bus sein.
von Gerd SpiesProfil

Seit jeher ist für die Amberger ihr Berg ein beliebtes Naherholungsziel, nicht nur zu Zeiten des Bergfestes. Aber wie da hinaufkommen, wenn man nicht mehr so mobil ist? Jetzt hat sich die SPD mit ihrer OB-Kandidatin Birgit Fruth dieses Themas angenommen.

"Wir haben hier den Wasserwanderweg, den Erlebnis-Wanderweg, den Geologischen Pfad, alles Anziehungspunkte nicht nur für Touristen, sondern auch für Familien und Senioren aus der Region", schwärmte Sonja Höcherl, die Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft 60-plus, beim Ortstermin direkt auf dem Parkplatz am Fuß der Bergkirche. Zudem würden laut Höcherl auch außerhalb des Festes schöne Anlässe wie das Sommerfest der Patres oder der Weihnachtsmarkt des Forstamts zum Besuch einladen. Doch ohne Auto sei der Weg nach oben beschwerlich, nicht nur für ältere Personen, auch für junge Mütter mit Kinderwagen.

"Nur bei Bedarf"

Dass der Wunsch, eine regelmäßige Buslinie auf den Berg in den Gesamtfahrplan des Zweckverbands Nahverkehr Amberg-Sulzbach (ZNAS) einzurichten, kaum zu realisieren sei, sowohl aus logistischen als auch aus finanziellen Gründen, räumte Stadtrat Dieter Amann ein. Als Verbandsrat weiß er um die Probleme, die eine solche Umsetzung nach sich ziehen würden. "Es muss aber gar kein großer Bus sein. Auch nicht einer, der regelmäßig fährt, sondern nur bei Bedarf", konkretisierte Sonja Höcherl die Bedürfnisse der Senioren.

Ruf-Bus heißt das Lösungswort. Also ein Bus, der zwar nach einem festen Fahrplan fährt, die Haltestellen aber nur bei Bedarf bedient. Wer den Ruf-Bus nutzen möchte, muss seinen Fahrtwunsch spätestens eine Stunde vor der gewünschten Abfahrt melden. In anderen Regionen Bayerns, besonders in dünn besiedelten, gibt es bereits dieses Modell. Baxi heißt in der nördlichen Oberpfalz dieses Konzept, bei dem der Landkreis Tirschenreuth mit örtlichen Taxi-Unternehmen zusammenarbeitet und sich so teure Leerfahrten spart. Auch im Landkreis Neumarkt existieren diese sogenannte Bedarfsverkehre als Ergänzung zum bestehenden Linienverkehr. 20 Rufbus-Linien verkehren dort mittlerweile, mit Erfolg.

Antrag an die Stadt

Auf alle Fälle wäre die Anbindung des Mariahilfbergs durch den ÖPNV ein Beitrag zum Klimaschutz, sind Birgit Fruth und ihre Mitstreiter überzeugt. Der Bedarf werde durch die steigende Zahl älterer Menschen auch in Amberg zunehmen. Und als positiver Nebeneffekt würde so auch der Tourismus gefördert. Die SPD-Chefin hat einen Antrag an die Stadt bereits angekündigt.

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