10.11.2020 - 09:03 Uhr
AmbergOberpfalz

St. Martin in Coronazeit: Laternen hinter der Fensterscheibe

"Ich geh' mit meiner Laterne", heißt das Lied, das die Kinder normalerweise am Martinstag singen, wenn sie durch die Straßen ziehen. Heuer fällt der Laternenumzug aus. Doch es gibt eine Alternative.

Der Laternenzug fällt aus. Stattdessen feiern die Kinder "St. Martin zuhause"
von Uli Piehler Kontakt Profil

Der Umzug zu St. Martin (11. November) ist eigentlich einer der Höhepunkte im Kindergartenjahr. Doch die Corona-Pandemie hat die Welt auf den Kopf gestellt und leider auch das Martinsfest. Vielerorts ist der Martinsumzug abgesagt. Doch in vielen Orten werben Kindergarten-Teams und Pfarreien für einen Ersatz. "Wir sollten Sankt Martin dieses Jahr zu einem ganz besonderen Fest machen", ruft die katholische Sternsinger-Aktion deutschlandweit auf. Es lädt zur Martinsaktion 2020 „Teile dein Licht!“ ein. Eine zentrale Rolle spielt dabei eine Vorlesegeschichte, außerdem sollen die Teilnehmer ein Licht der Hoffnung mit anderen Menschen teilen.

So sieht der Plan der Martinsaktion aus: Die Kinder basteln in diesem Jahr eine zusätzliche Laterne für jemanden, mit dem sie ihr Licht teilen wollen. "Überlegen Sie zusammen mit den Kindern, wer beschenkt werden soll. Oma oder Opa, die nette Nachbarin oder ein Freund der Familie? Geben Sie den Wunsch der Kinder an die Eltern weiter, sodass diese ihre Kinder bei der Übergabe der Laterne begleiten können", heißt es in der Projektbeschreibung.

Als gemeinsame Aktivität für Kindergärten wird empfohlen, gemeinschaftlich eine Laterne zu basteln und diese beispielsweise zum nächsten Seniorenheim zu bringen. "Vereinbaren Sie dort einen Termin, damit die Hausbewohner sich von ihren Fenstern aus freuen oder an der frischen Luft dabei sein können, während die Kinder ihr Licht vor der Einrichtung lassen."

Eine andere Möglichkeit, das Martinsfest würdig zu feiern, hat in den vergangenen Tagen bereits im Internet die Runde gemacht: Kinder und Familien sind aufgerufen, Laternen und Kerzen in die Fenster ihrer Häuser zu stellen. Fotos der Laternen können unter dem Hashtag #stmartin2020 im Internet gepostet werden. In Facebook gibt es sogar die Gruppe „Amberger Lichterbrücke“. „Ihr seid nicht alleine – mit dieser Gruppe wollen wir eine bunte Brücke bauen“, schreibt darin Administratorin Brigitte Netta. „Viele andere Kinder (und Erwachsene) sind nun in der kälteren Jahreszeit wieder mehr zu Hause, aber durch die Lichter fühlt ihr euch miteinander verbunden. Lasst uns die Welt ein klein wenig heller gestalten", heißt es in dem Aufruf.

Wie immer bei kirchlichen Festtagen, geht es auch an St. Martin um Symbolik. Die Laternen stehen für die helle Botschaft des Glaubens, die der Heilige Martin verbreitet hat. Mit seinen guten Taten hat Martin, der Bischof von Tours (316 bis 397) Licht in die Dunkelheit der Welt gebracht. Auch die Martinsgans gehört zum Martinstag. Das Federvieh nimmt Bezug auf die Legende des Heiligen Martins, nach der er sich nach seiner Wahl zum Bischof in einem Gänsestall versteckt haben soll und durch das Schnattern der Tiere verraten wurde.

  • Eine Martinskirche deutet auf eine frühe Siedlungsgeschichte des Ortes hin. Dem Heiligen wurden oft Kirchen geweiht, die bereits im 8. Jahrhundert errichtet worden sind.
  • Die bekannteste Martinskirche in der Oberpfalz ist die Basilika St. Martin in Amberg. Ansonsten gibt es relativ wenige Gotteshäuser in der Umgebung mit diesem Patron. Gebenbach und Wutschdorf haben eine Martinskirche, ebenso Kaltenbrunn und Niedermurach.
  • Eine bekannte, 1979 leider abgerissene, Martinskirche stand in dem kleinen Ort Ermhof in der Gemeinde Neukirchen bei Sulzbach-Rosenberg. Das Gotteshaus galt als eine der Urkirchen der Region. In Ermhof gibt es heute eine Gedenkstätte an der Stelle, an der die Kirche einst stand.

Wegen Corona keine Laternenumzüge

Amberg

Material zur Gestaltung einer Martinsfeier

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