10.08.2020 - 15:20 Uhr
AmbergOberpfalz

Staatsanwaltschaft Amberg klagt 44-Jährigen an: Vorwurf lautet auf Mord

24. Oktober 2019 in Burglengenfeld: Erst verunglückt ein Lastwagen, Stunden später wird ein Toter mit Stichverletzungen gefunden. Bald deutet sich ein Zusammenhang an.

Die Erste Strafkammer beim Landgericht Amberg wird die Ereignisse von Burglengenfeld an mehreren Prozesstagen im September erörtern.
von Autor HWOProfil

Nach vielen Monaten der Ermittlungen hat die Staatsanwaltschaft Amberg Anklage gegen einen 44-Jährigen erhoben, der im Verdacht steht, am 23. Oktober vergangenen Jahres in Burglengenfeld einen Lkw-Fahrer mit Messerstichen getötet zu haben. Der dem mutmaßlichen Täter gemachte Vorwurf lautet auf Mord.

In den Vormittagsstunden des 24. Oktober 2019 war auf dem Parkplatz einer Spedition am nördlichen Stadtrand von Burglengenfeld (Kreis Schwandorf) ein firmenfremder Lastzug entdeckt worden. Nahe des Fahrzeugs befanden sich Blutspuren. Daraufhin begann eine Absuche des Geländes, bei der man auf die Leiche eines 41-Jährigen stieß. Der Tote wies Stich- und Schnittverletzungen auf; sein Körper war mit Laub bedeckt worden.

Der mutmaßliche Täter lag zu diesem Zeitpunkt mit Verletzungen im Krankenhaus. Auch bei ihm handelte es sich um einen Lkw-Fahrer. Stunden vor dem Auffinden des Toten war der 44-Jährige nicht weit vom Tatort entfernt am 23. Oktober gegen 22.30 Uhr auf einer Burglengenfelder Umgehungsstraße mit seinem Sattelzug von der Fahrbahn geraten. Dabei kippte das tonnenschwere Fahrzeug um. Als Polizisten eintrafen, wurde das Geschehen zunächst als Verkehrsunfall behandelt und die Einlieferung des Fahrers zur ärztlichen Behandlung veranlasst. Erst später stellte sich ein Zusammenhang mit den Ereignissen auf dem Gelände der nicht weit entfernten Spedition heraus.

Die Kripo Amberg übernahm den Fall und leitete umfangreiche Ermittlungen ein. Ihr Ergebnis zusammenfassend und bewertend erhob der Leitende Oberstaatsanwalt Joachim Diesch, der seinerzeit selbst an den Tatort gekommen war, Anklage wegen eines heimtückisch begangenen Mordverbrechens. Nur das bestätigte Diesch auf Anfrage. Eingehender wollte er sich nicht äußern, "weil der Fall bereits bei der zur Aburteilung zuständigen Strafkammer des Landgerichts liegt und das Hauptverfahren unterdessen eröffnet ist."

Die Erste Strafkammer, die dann als Schwurgericht tagt, wird die Ereignisse von Burglengenfeld an mehreren Prozesstagen im September erörtern. Geladen sind neben Zeugen auch mehrere Sachverständige. Der mutmaßliche Täter, von dem es damals hieß, er sei wie das Opfer "ein Mann mit Migrationshintergrund", wurde nach seiner Entlassung aus dem Krankenhaus in Untersuchungshaft genommen. Er kannte den tot aufgefundenen 41-Jährigen offenbar, da beide mit ihren Lastfahrzeugen Zement aus Burglengenfeld zu einer Firma im Kreis Schwandorf beförderten.

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