21.07.2019 - 12:08 Uhr
AmbergOberpfalz

Stadt Amberg fördert die Vermeidung von CO2

Mit einem Förderprogramm zur Vermeidung von CO2-Emissionen beschäftigte sich am Mittwoch der Umweltausschuss. Das Programm geht vom Austausch von Elektrogeräten bis hin zur Subventionierung von Lastenfahrrädern.

Ein Lastenradler unterwegs. Wer ein Lastenrad kauft, kann in Amberg künftig auf einen Zuschuss der Stadt hoffen. Damit will man unter anderem eine Einsparung von Kohlendioxid erreichen.
von Andreas Ascherl Kontakt Profil

Hintergrund ist laut Referent Bernhard Mitko die Fortschreibung des Klimaschutzkonzeptes für die Stadt im Jahr 2017 mit der Forderung, ein kommunales Förderprogramm zu diesem Zweck aufzulegen. Klimaschutzbeauftragte Corinna Loewert hat sich an die Arbeit gemacht und eine ganze Reihe förderwürdiger Maßnahmen zusammengestellt, die der Einsparung des Treibhausgases dienen können - vorbehaltlich der Genehmigung der entsprechenden Haushaltsmittel, die dafür aufgewendet werden müssten.

Jahresticket für Auto

Erster Punkt des Konzepts: Wer eine mehr als zehn Jahre alte Wasch- oder Geschirrspülmaschine oder einen Kühlschrank durch ein energieeffizientes Gerät ersetzt, erhält einen städtischen Zuschuss von 50 Euro. Allerdings muss das Gerät in der höchsten Effizienzklasse angesiedelt sein. Zweitens der Fahrradbonus: Die Stadt gewährt einen Zuschuss in Höhe von maximal 20 Prozent des Netto-Kaufpreises für ein nicht zulassungspflichtiges Lastenpedelec, Lastenrad oder für einen Fahrradanhänger (maximal 700 Euro für ein Lastenpedelec, maximal 300 Euro für ein Lastenrad und maximal 80 Euro für einen Fahrradanhänger). Wer sein Auto verkauft oder verschrottet und dafür kein neues anschafft oder seinen Führerschein freiwillig abgibt, bekommt von der Stadt Amberg künftig ein Jahresticket für den Bus im Stadtgebiet im Wert von über 400 Euro. Wer hingegen seinen Benziner oder Diesel gegen ein E-Auto austauscht, nimmt an der Verlosung von drei Elektroladestationen im Wert von 1000 bis 1500 Euro teil. Eine weitere Maßnahme: Die Neuinstallation eines Energiespeichers für Eigenstrom mit intelligenter Verbrauchsregelung und Eigenverbrauchszähler wird mit zehn Euro pro 0,1 Kilowattstunden Speicherkapazität durch die Stadt bezuschusst. Bei Neuinstallation einer Ladestation zur privaten Nutzung für Elektrofahrzeuge werden 25 Prozent der Anschaffungskosten, maximal 400Euro, durch die Stadt übernommen. Dabei muss Eigenstrom oder der Bezug von zertifiziertem Ökostrom nachgewiesen sein. Der letzte Punkt betrifft die Sanierungsprogramme der KfW. Wer hier eine Förderung erhält - es geht um die Programme 151, 152, 430 und 431 - bekommt eine städtische Aufstockung von 20 Prozent. Dabei sind für die Programme des "Energieeffizient Sanieren" maximal 2000 Euro und für die Baubegleitung bis zu 800 Euro pro Wohneinheit vorgesehen. "Ein Antragssteller erhält maximal 6000 Euro durch die Stadt", sagte Umweltreferent Bernhard Mitko.

343 Euro pro Tonne CO2

Die Stadträte hatten in diesem Falle zwar diverse Nachfragen und Vorschläge, am Ende stimmten sie dem Paket aber einstimmig zu. Soweit die dafür erforderlichen Mittel von geschätzt 52 700 Euro freigegeben werden. Man müsse aber schon darauf achten, so Bürgermeister Martin Preuß, der die Sitzung des Ausschuss leitete, möglichst viel CO2-Einsparung für möglichst wenig Geld zu erzielen. So bringe die finanzielle Förderung von Lastenrädern relativ viel im Vergleich zur Bezuschussung von Energiespeichern, bei denen rund 636 Euro pro eingesparter Tonne Kohlendioxid investiert werden müsste. Bei den Rädern hingegen seien es nur 141 Euro. Ziel des Maßnahmenpakets, so machte es Bernhard Mitko deutlich, ist die Einsparung von rund 212 Tonnen an CO2 pro Jahr. "Die aufgeführte Gesamtausgabe von 52 700 Euro entspricht 343 Euro einmaliger Kosten pro jährlich ersparter Tonne CO2", ergänzte Mitko.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.

Julia Dehling

Super Sache!
Warum bei der Anschaffung der Räder die 20% nur vom NETTO-Kaufpreis?

23.07.2019